M&Ms, die wahre Geschichte

Es war einmal eine Süßigkeit, die bestand aus Zucker und Nüssen. Und aus nichts sonst. Kein Exemplar hatte eine zusätzliche Zutat.
Viele liebten diese Süßigkeit und aßen sie regelmäßig, ohne einen Schaden daran zu nehmen. Ein paar von diesen Essern aber waren schwer zuckerkrank, wenige andere hatten eine Nussallergie. Wenn diese von der Süßigkeit aßen, bekamen sie mehr oder weniger schwere Krankheitssymptome.

Sie sahen alle schnell ein, dass sie besser auf sich aufpassen und lieber Erdbeeren oder Weintrauben essen sollten, als gerade diese Süßigkeit und alle lebten glüc…

Ach nein, das war in einer vernünftigen Welt.

In dieser Welt aber war der Gedanke “Ich sollte bei der Auswahl meiner Naschereien vorsichtiger sein.” mit viel zu viel Eigenverantwortung verbunden; es musste jemand anderes gefunden werden, der Schuld hatte.

Also verbreiteten diese Menschen das Gerücht, dass manche Süßigkeiten vergiftet seien. Sie hatten ja auch einen “Beweis” vorzulegen: Atemschwierigkeiten, Erbrechen, Ausschlag, manchmal sogar Ohnmacht. Das musste doch an Gift liegen!

Durch einen dummen Zufall arbeiteten viele dieser Allergiker und Zuckerkranken in den Medien und so verbreitete sich die Nachricht gründlich in der gesamten Bevölkerung: Von allen Süßigkeiten sind 10% vergiftet!!

Dabei gab es gar kein Gift.

Nur Menschen, die nicht wussten, was gut für sie ist; die aber auch nicht die Verantwortung dafür übernehmen wollten, das zu lernen.


Am Rande: Als ich überlegte, wie ich diese Geschichte erzählen sollte, habe ich geschaut, ob üble Nachrede ein geschlechterneutrales Phänomen ist und bin über diesen Artikel gestolpert: 10 outrageous lawsuits.

Das ist ganz interessant.

Nach einem Streich, bei dem Waschmittel in einen Brunnen geschüttet wurde, war der Boden rund um den Brunnen voller Seife. Eine Frau rutscht auf der Seife aus, fällt in den Brunnen und verletzt sich mittelschwer. Sie verklagt die Stadt und bekommt $125.000

Eine junge Frau schließt ihren Bachelor in Information Technology mit einer 2 Minus ab und findet drei Monate lang keinen Job. Sie verklagt ihre Alma Mater auf $72.000, weil die Uni nicht dafür sorgt, dass sie einen Job bekommt.

Zwei Jungs (17) stehlen sich in ein “Betreten verboten” Gelände der Bahn, klettern auf einen Wagon und erleiden wegen der Stromleitung starke Verbrennungen. Sie bekommen zusammen $24 mio, weil die Jury findet, dass die Bahn auch die schützen muss, die da gar nicht sein dürfen.
Es wird nicht erwähnt, wer die Klage eingereicht hat; vermutlich nicht die 17-Jährigen.

Eine 20-Jährige Frau betrinkt sich (in einem Staat, in dem Alkohol ab 21 erlaubt ist) und baut mit ihrem Auto einen schweren Unfall, bei dem sie nicht angeschnallt ist. Sie verklagt die Kneipe, weil sie da Alkohol zu trinken bekommen hat und die Stadt, weil da irgendso’n Huppel in der Straße war, weswegen sie von der Straße abkam.

Ein Mann sieht entfernt aus wie Michael Jordan und wird häufig darauf angesprochen. Nach 15 Jahren hat er die Schnauze voll und verlangt Schmerzensgeld von Michael Jordan.

Eine Frau verklagt eine Restaurantkette, weil sie angeblich einen abgetrennten Finger in ihrem Chili gefunden hat. Das wird öffentlich und fügt der Kette einen Publicity-Schaden von über $20 mio zu. Es stellt sich dann raus, dass die Geschichte erfunden war und die Frau hoffte, aus der Restaurantkette Geld zu pressen. Sie kommt für 4 Jahre hinter Gitter.

Zwei junge Mädchen wollen ihrer Nachbarschaft eine Freude machen und backen einen Haufen Kekse. Sie gehen dann rum, hinterlassen vor jeder Tür ein Paket, klopfen und laufen weg, um anonym zu bleiben. Eine Nachbarin, bei der sie nach um 22 Uhr waren, ruft die Polizei wegen der “unheimlichen Gestalten”, bekommt eine Panikattacke und lässt sich am nächsten Tag ins Krankenhaus einliefern.
Nachdem sich die Geschichte aufklärt, sind die Eltern der Mädchen bereit, die Krankenhauskosten zu übernehmen, aber die Frau besteht darauf, eine Anklage zu erheben.

Ein Mann, selbst Richter, versucht einen Millionenbetrag aus einer kleinen Wäscherei zu klagen, weil die ein “Zufriedenheit garantiert” Schild im Fenster haben und er nicht zufrieden war. Er verliert die Klage und darüber auch seinen Job.

Ein Mann, der im Gefängnis sitzt, verklagt sich selbst, weil er Entscheidungen gefällt hat, die ihn ins Gefängnis gebracht haben, auf $5 mio. Da er die Strafe nicht zahlen kann, baut er darauf, dass der Staat die Kosten übernimmt. Die Richterin lobt seine Kreativität bevor sie die Klage ablehnt.

Und dann war da noch die Frau, die sich Kaffee übers Bein schüttet und dann McDonalds verklagt, weil der kochend heiß war.

Drei Männer mit einer sehr dreisten “Kann man ja mal versuchen, bei unserem Rechtssystem” Klage.
Eine Erpresserin mit Falschaussage.
Ein unklarer Fall
Und 5 Frauen, die wahrscheinlich ernsthaft überzeugt waren, dass ihnen ein Unrecht widerfahren ist.

Ich weiß, ich weiß, nichts davon ist repräsentativ usw usf.
Trotzdem lustige Geschichte für inne Kneipe.

Aber nicht hinterher mitm Auto übern Huppel fahren, ja?

Advertisements

4 thoughts on “M&Ms, die wahre Geschichte

    • Na, weiß nicht, da steht im Wesentlichen, dass alle Welt aus Sicherheitsgründen kalten Kaffee (50°C) verkauft und dass McDonalds Sicherheit nicht wichtiger als Geschmack findet, der bei 75°C besser erhalten bleibt und deswegen keine Schuldeinsicht zeigte.

      Es passt schon in die Linie von “Menschen sind wie Kinder und müssen beschützt werden”.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s