Mit Vorurteilen und Unwissen argumentieren

Ein kurzer Zwischenstop auf tumblr zu #yesallwomen.

Was ist mit Erin Pizzeys Hund? Was ist mit Andy Warhol? Zählt Rufmord? Was ist mit Monika Ebeling? Alles für, von und im Namen von Feministen.
Es scheint mir auch wichtig, zwischen “aus sexueller Frustration” und “im Namen der Friendzone” zu unterscheiden. Aber was ist schon die Bedeutung von Wörtern unter Feministen.

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OK, ich versuchs mal.

Ein Mann kam in eine Kneipe. Er hatte eine Scheidung hinter sich, hat seine Kinder seit einem Jahr nicht gesehen, über die Sorgerechtsstreitigkeiten seine Gesundheit und seinen Job verloren und trank sich jetzt zu Tode.

Ich muss was falsch verstanden haben. Ich find das nicht witzig 😦

drei

Beim Googeln nach einem lustigen Rape Joke habe ich immerhin in vertretbarer Zeit einen fremdenfeindlichen Witz gefunden; zählt das auch?

Name?
Abdul Aziz.
Sex?
Three to five times a day.
No, no…I mean male or female?
Yes, male, female, sometimes camel.
Holy cow!
Yes, cow, sheep, animals in general.
But isn’t that hostile?
Horse style, doggy style, any style!
Oh dear!
No, no! Deer run too fast…

Ich hab noch einen zu domestic violence gefunden:

One day Jane met Tarzan in the jungle. She was very attracted to him and during her questions about his life she asked him how he managed for sex.
“What’s that?” he asked.
She explained to him what sex was and he said, “Oh, I use a hole in the trunk of a tree.”
Horrified, she said, “Tarzan, you have it all wrong. I’ll show you how to do it properly.”
She took off her clothes, laid down on the ground and spread her legs wide. “Here,” she said, “You must put it in here.”
Tarzan removed his loincloth, stepped closer and then gave her an almighty kick, right in the crotch. Jane rolled around in agony.
Eventually she managed to gasp, “What the hell did you do that for?”
“Checking for bees!” said Tarzan.

Und noch einen, den ich als Rape Joke durchgehen lassen würde…

A man and woman had been married for 30 years, and in those 30 years, they always left the lights off when having sex. He was embarrassed and scared that he couldn’t please her, so he always used a big dildo on her.
All these years she had no clue.
One day, she decided to reach over and flip the light switch on and saw that he was using a dildo.
She said “I knew it, asshole, explain the dildo!”
He said, “Explain the kids!”

vier

Wirklich, pathetic. Wer würde nicht gern unter einer Oberbefehlshaberin dienen, für die dein Tod nur dann problematisch ist, wenn du eine unversorgte Frau zurücklässt?

Genau. So wie Adrian in dem anderen Post auch sagte: Wenn keiner verletzt oder eingeschränkt wird, dann spricht nichts dagegen.

Das hier ist also OK im Restaurant:

Das in der Einkaufsstraße:

Und das beim Bewerbungsgespräch:

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Und (das Bild binde ich jetzt nicht ein) auch Sex in der Öffentlichkeit ist OK.

Meine Selbstbestimmung ist immer höher einzuschätzen als das, was das bei dir auslöst.

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13 thoughts on “Mit Vorurteilen und Unwissen argumentieren

  1. “Das hier ist also OK im Restaurant:”

    Yes, it is.

    “Das in der Einkaufsstraße:”

    Yes, it is.

    “Und das beim Bewerbungsgespräch:”

    Yes, it is.

    • Na, das lass ma nicht die Frauen hören, die auf ihre Autonomie pochen.

      Die Reaktion gabs nämlich schon mal zu bestaunen, als ein Mann den Gedanken der Slut-Walks enthusiastisch aufgriff und und während des Walks in voller Unterstützung seinen Schwanz aus der Hose holte:

      Mit anderen Worten: In welcher Welt lebst du?

      • Ah, wir reden auf verschiedenen Ebenen. Die redest davon, was sein SOLLTE und ich davon, was IST.

        Da können wir natürlich auf keinen Zweig kommen.

        >Begründe doch mal, warum es nicht okay ist.

        Ich kann dir nicht in zwei Sätzen herleiten, warum quasi alle Menschen einen großen Wert legen auf die Unterscheidung “im Privaten” vs “in der Öffentlichkeit”, was einschließt, dass man das Private der anderen nicht ungefragt aufgedrückt bekommen mag.
        Frag mal Christian, der hat bestimmt schon was dazu geschrieben.

        Da aber diese Trennung allgemein etabliert ist, liegt die Bringeschuld eigentlich bei dir:
        Wieso glaubst du, die Gesellschaft könnte funktionieren, wenn es keine Scham mehr gibt?
        Wie kommst du auf die Idee, dass Sitte unwichtig ist? Jede menschliche Gesellschaft hat das Konzept, es ist weniger abwegig zu glauben, dass es nicht ohne geht, als dass man ganz drauf verzichten könnte.
        Wieso glaubst du, dass die klare Grenze bei physikalischer Verletzung (oder Behinderung) gezogen ist?
        Findest du nur visuelles Bombardement mit “Das will ich eigentlich nicht sehen” OK oder gilt das für alle Sinne? Fieses Furzen in der vollbesetzten U-Bahn ist OK? Ghettoblaster in der Kirche auch? Menschen ungefragt berühren auch? Sie werden dadurch ja weder verletzt noch eingeschränkt…

      • Ich werde nicht so ganz schlau aus dem Video. Offenbar empören sich die Frauen. Zuweilen hat man den Eindruck, sie gehen auf den Typen los. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Abgesehen davon, dass hier die feministische Doppelmoral voll zum Ausbruch kommt.

      • “Ich werde nicht so ganz schlau aus dem Video.”

        Ich habe leider keine Version gefunden, die zeigt, was er macht, bevor sie auf ihn losgehen. Soweit ich weiß, nimmt er sein bestes Stück in die Hand.

        Viel mehr als die Doppelmoral: “Frauen müssen sexuell befreit sein und ihnen dürfen keinerlei Schranken auferlegt werden” vs “Wehe, wehe, ein Mann zeigt seine sexuelle Seite” ist nicht zu sehen.

        Außer, wie friedlich, einfühlsam, ausgeglichen Frauen an sich sind, so dass die Welt sicherlich an ihrer Empathie genesen wird.

        Und, dass Frauen nicht werfen können. Er wird von keiner der geworfenen Flaschen getroffen.

        Ach ja: Gewalt ist niemals eine Lösung in den Augen einer Frau. Das sieht man besonders an der Frau, die es als erste schafft, den Hang heraufzuklettern, um dann festzustellen, dass der Henkel ihrer Handtasche gar nicht lang genug ist, mit der sie ihn verprügeln wollte.

      • “Gewalt ist niemals eine Lösung in den Augen einer Frau. Das sieht man besonders an der Frau, die es als erste schafft, den Hang heraufzuklettern, um dann festzustellen, dass der Henkel ihrer Handtasche gar nicht lang genug ist, mit der sie ihn verprügeln wollte.”

        Lol!

        Ja, das ist zweierlei Maß. Körperliche Attribute zu zeigen ist für Frauen vollkommen unschuldig. Machen Männer das, ist das irgendwie gefährlich. Das könnte man fast als globales Problem sehen. In einem Fotobuch über Aktfotografie schrieb der Autor: Wenn man eine Frau in der Öffentlichkeit fotografiere, lächeln alle. Macht man das mit einem männlichem Modell, wird die Polizei geholt. Das ist bemerkenswert.

        Aber zum Thema: Ich glaube, Adrian ist ein Liberaler und befürwortet, dass solche Dinge wie in den Bildbeispielen oben nicht von Staats wegen geregelt werden sollten. Dass die Bürger ein persönliches Empfinden haben, ist dann eine andere Sache. Aber man sollte diese Verhaltensweisen nicht zur Politik machen und keine Gesetze dazu erlassen. So habe ich ihn verstanden.

      • “Aber zum Thema:”

        Das drückt er dann aber ziemlich schlecht aus. Er unterscheidet mit keinem Wort zwischen staatlichen Gesetzen, expliziten Spielregeln in einer Organisation (hier: Schule) und impliziten Spielregeln in einer Gesellschaft (was ich mit Sitte und Scham angesprochen hab).

        Ich stimme vollkommen zu, dass ein Staat keinen Dress-Code aufstellen sollte. In einer Schule sehe ich das anders. Gerade in heutigen Zeiten des ungebremsten Gockeltums (männlich wie weiblich), spricht eine Menge FÜR einen Dress Code an der Schule.
        Und zum Thema der Sitte: Das regelt ja nicht nur Sexualität. Auch Adrian möchte bestimmt nicht in einer Welt leben, in der ein Jehovas Zeuge ihn jeden Tag auf Schritt und Tritt begleitet und ihm die Vorzüge der Lehre Jesu predigt. In unserer Gesellschaft, mit ihrer Vorstellung davon was sittlich OK ist und was nicht, wird ihn keiner anklagen, wenn er den Prediger zum Teufel jagd. Er darf sich gegen diesen sitttlichen Verstoß wehren.
        In einer Welt, in der es nur und ausschließlich die Regel “Nicht physikalisch verletzen oder einschränken” gibt, hat er KEINERLEI Möglichkeit, den JZ loszuwerden. Der tut ja nichts, wogegen sich zu wehren erlaubt wäre.

        Insofern finde ich Adrians Argumentation ziemlich kurz gedacht. Er hat vermutlich ein paar Beispiele im Kopf (wie: “Mann küsst Mann”), die er gerne erlaubt hätte, schießt mit seiner radikalen Lösung aber meilenweit am Ziel vorbei.

      • Ein Kommentar zu deren Doppelmoral:

        “he destroyed their logic in a sec by just pulling his dick out,genius”

      • Wie kommst du auf die Idee, dass Sitte unwichtig ist?”

        Ich sage nicht, dass sie unwichtg ist. Ich sage nur, dass sie ständig hinterfragt werden sollte.

        “Wieso glaubst du, dass die klare Grenze bei physikalischer Verletzung (oder Behinderung) gezogen ist?”

        Weil ich nicht wüsste, wo man sie konsequent logisch sonst ziehen sollte.

      • “Weil ich nicht wüsste, wo man sie konsequent logisch sonst ziehen sollte.”

        Was nicht ganz richtig ist. Die Grenze sollte nicht nur bei physikalischer Verletzung (oder Behinderung) gezogen werden. Sondern beim Eindringen in den persönlichen, individuellen Schutzraum.
        Ein Zeuge Jehovas der mich ungefragt auf Schritt und Tritt verfolgt, tut dies zweifellos, ebenso jemand, der mich ohne zu fragen berührt.

  2. Pingback: Sind Rape Jokes immer nicht-lustig? Urteile selbst | Meinungen und Deinungen

  3. Pingback: Warum ich Hollaback bedenklich finde | Geschlechterallerlei

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