Ein Aspekt der Rape-Hysterie, den ein Mann nicht ansprechen darf…

In jeder Diskussion, die ich bisher bei man-tau oder evochris oder sonst wo mitbekommen habe, berichteten Frauen davon, wie schlimm das Leben sei, wenn man ständig sexuell belästigt wird. Sozusagen konzentrierter #aufschrei ohne das 90% “Hach, ist das wichtig, dass es diesen tag gibt” Gezwitscher.

Viele Männer antworten mit Aussagen der Art: “Das kenne ich auch schon mein Leben lang. Frauen können ganz schön übergriffig werden. Ich stell mich nur nicht so an.”, was aber natürlich das Argument der Frau nicht wirklich entkräftet. “Stell dich nicht so an.” ist Männerprivileg.

Viel interessanter finde ich den Ansatz: “Da ist dir was schlimmes passiert. Und das ist dir schon häufig passiert. Ich kenne viele Leute, denen das noch nie passiert ist. Hast du eine Idee, woran das liegen könnte?”

Das darf ein Mann allerdings üblicherweise nicht sagen, ohne dass sofort der “victim blaming” Reflex einsetzt.

…also lassen wir doch mal eine Frau zu Wort kommen.

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13 thoughts on “Ein Aspekt der Rape-Hysterie, den ein Mann nicht ansprechen darf…

  1. Die Cartoons sind der Hammer. Insbesondere der vorletzte. Aber eigentlich bringen alle es gut auf den Punkt. In meinen Augen ist es ein großes Ärgernis, dass diese Sexualmoral infantil ist: Die Abgabe aller Verantwortung. Man darf alles machen, aber dass dies etwas auslöst, will man nicht selber einberechnen noch verantworten.

    Man kleidet sich sexy, aber verleugnet, dass sexy Kleidung nun einmal bei Männern etwas auslöst. Man verlangt von Männern, dass sie ihre Triebe zügeln (zu Recht!!). Aber man provoziert diese Triebe, weiß auch eigentlich um die Wirkung von sexy Kleidung, aber möchte dennoch so tun, als hätte man selber nichts getan. In der Regel kommt bei solchen Einwänden entweder “victim blaming!!” oder aber der noch größere Hammer, Mann wolle am Ende die Frau verantwortlich machen für die erlittene Vergewaltigung. Diese Rabulistik verdeckt aber leider das, was ich beschrieb: Dass Frauen die ganze Welt zum safe space erklären möchten, in dem sie für nichts irgendwie haftbar gemacht werden.

    Die meisten Männer verabscheuen Vergewaltigung. Ich denke, es ist ein breiter Konsens, dass Triebe gezügelt gehören und in der Praxis findet das ja auch statt. Angeblich würden Männer andauernd an Sex denken. Aber praktizieren tun sie ihn meistens sehr selten (im Verhältnis dazu, wie oft sie angeblich daran denken). Insofern ist die Aussage eines Mannes, dass ein tiefes Dekolleté eben auch Spannung erzeugt, nicht unbedingt gleichzusetzen mit der Behauptung “selber schuld”. Es ist eher der Ausdruck des Unbehagens darüber, dass man sich erotisch durchaus bewusst provoziert fühlt, aber dann, wenn man reagiert mit Kontaktversuchen, heruntergemacht wird nach Belieben.

    Später dann, wenn auch das Dekolleté nichts mehr hilft, wie bei Frau Mika, und die Männer sich abwenden, werden wütende Anklagen erhoben, dass das Patriarchat die alternden Frauen ausgrenze. Diese ganze Bigotterie, die gut in den Cartoons zum Ausdruck kommt, kann einen schon richtig ankotzen.

  2. Erzählmirnix zum selben Thema: Selbst schuld.
    Der Flussfänger zum selben Thema: Fight What You Endorse

    Ich habe den Eindruck, die Sprache ist an dieser Stelle einfach zu ungenau. Es gibt eine rechtliche Schuld und eine Schuld im Sinne von “eigene Verantwortung”.

    Wenn ich mit einem Bündel 100-Euro-Scheine wedelnd durch eine dunkle Gasse laufe, muss ich mich nicht wundern, wenn mir etwas passiert. Das mindert keineswegs die Schuld deswegen, der mich überfällt und ausraubt. Aber ich werde mir trotzdem die unangenehme Frage gefallen lassen müssen, warum ich denn überhaupt in diese Situation gekommen bin und wieviel ich selbst dazu beigetragen habe.

    Wenn am Bahnhof darauf hingewiesen wird, dass Taschendiebe unterwegs sind und ich auf meine Geldbörse achten soll, dann ist das kein “victim blaming”. Die Urheber der Durchsage sind auch keine Unterstützer einer “theft culture”.

    Die unangenehme Tatsache lautet: Ich werde es letzten Endes mit vertretbarem Aufwand nicht verhindern können, dass mir jemand etwas Böses antut. Ich habe aber durch eine ganze Reihe von Entscheidungen in der Hand, wie wahrscheinlich es zu einem Verbrechen kommen wird. “Gelegenheit macht Diebe” gilt auch für eine Reihe anderer Delikte. Wo ich es jemandem sehr leicht mache, da wird auch eher etwas passieren.

    Wenn ich sehr viel Angst habe, muss ich mich dann stark einschränken. Schade, aber aber. Deswegen schadet niemand modernen Frauen so sehr wie die übertriebene Aufregung um sexuelle Belästigung und Vergewaltigung.

    • Letztlich, so mein Verdacht, geht es wohl nicht um echte Problemfälle wie Vergewaltigung, sondern um einen totalen Freibrief: Frau möchte gerne ihre sexuellen Reize einsetzen können, aber die gesellschaftlich unterstützte Möglichkeit haben können, um lästige (sprich: unattraktive) Verehrer abzuweisen. Denn eigentlich wird sich ja lang und breit darüber beschwert, dass man angemacht werde, weil man sexy herumläuft. Insofern geht es vor allem um Regeln der Kontaktaufnahme. Und frau möchte diese Regeln bestimmen und dabei vom Staat polizeilich unterstützt werden. Im Grunde soll der Staat als südländischer Bruder mit geladener Schrotflinte die falschen Verehrer verjagen.

      Jetzt mal als steile These gedacht…

      • “Jetzt mal als steile These gedacht”

        Den Gedanken habe ich schon seit einiger Zeit und mir ist noch kein Indiz oder Argument untergekommen, das den Gedanken widerlegt.

        Bloody Confirmation Bias? Oder einfach wahr?

      • Es spricht vieles dafür. Es gibt ja immer wieder den Versuch, männliches Sexualverhalten zu definieren, in allen Hinsichten: Was ist der richtige Flirt, wann ist Sex erlaubt? Man denke nur an den enthusiastic consent. Und niemals werden Männer gefragt, was sie wollen, was sie für richtig halten und wie sie das Verhalten von Frauen finden. Immer wird allein männliches Verhalten bewertet und dann strikt verregelt. Diese Regeln machen Frauen und sie wollen das offenbar auch monopolisieren. Siehe der vorletzte Cartoon: nur, wenn ich in Stimmung bin, darfst Du. Aber du sollst natürlich. Aber nur dann, wenn ich es zulasse. Das ist hochgradig paradox, denn ich kann ja nicht immer wollen, was ich soll. Und wenn ich nur dann will, wenn ich es soll, dann kann die Begehrte nie wissen, ob es auch ehrlich gemeint ist von mir.

      • Naja, es geht eher darum, einseitig Männern die “Verantwortung” (oder: das Schuldgefühl) für eine unangenehme Situation zu geben. Das ist in so vielerlei Hinsicht, dass ich kaum weiß, wo ich anfangen soll.

        – Vermischung von schlimmen Verbrechen mit “war mal kurz etwas unangenehm”
        – Verneinung eigener Verantwortung für (mögliche) Konsequenzen und Nebenwirkungen des eigenen Handelns
        – Zuschreibung absoluter Steuerbarkeit des Reagierens der anderen Seite
        – Forderung der allgemeinen Höherpriorisierung des eigenen Wohlbefindens im Vergleich zu den Bedürfnissen anderer

        Und ja, an den Rändern ist es leicht, Urteile zu treffen. Aber was ist mit den Grauzonen?

      • “Naja, es geht eher darum, einseitig Männern die “Verantwortung” (oder: das Schuldgefühl) für eine unangenehme Situation zu geben.”

        Bei der Regelwut, die zumindest in Amerika herrscht, denke ich aber eher an Herrschaft und nicht an Definitionsfragen. Die Verantwortung zuschieben – das ist sicher ein Motiv. Aber man will ja ganz praktisch bestimmen und definieren, wann etwas erlaubter Sex ist und wann es eben Vergewaltigung sei. Und daraus will man auch Konsequenzen ziehen, die für die Männer ziemlich gravierend sein können. Sprich: es ist der Wunsch da, in das Leben der Männer richtig stark einzugreifen, wenn frau das für richtig hält. Das ist ein enormer Herrschaftsanspruch, im Grunde schon ein unverhohlener. Das wird nur selten so genannt.

      • “Aber man will ja ganz praktisch bestimmen und definieren, wann etwas erlaubter Sex ist und wann es eben Vergewaltigung sei. Und daraus will man auch Konsequenzen ziehen, die für die Männer ziemlich gravierend sein können.”

        Das glaube ich nicht. Eine ganz praktische Bestimmung könnte man ja verwenden, um sich als Mann auch zu schützen. Stattdessen scheint die Grenze zwischen “mit jemandem abstürzen” und “Vergewaltigung” verwischt zu werden. (Es ist nebenbei bemerkt kurios, wie Frauen die Angst vor Vergewaltigung genommen werden soll, indem man Männern eine permanente Angst vor Vergewaltigungsbeschuldigung geben will. Und wie man die Angst vor einem Verbrechen mindern will, indem man behauptet, dass praktisch alles mögliche bereits dieses Verbrechen darstellt.)

        Die Konsequenzen sind aber bereits bei einer reinen Beschuldigung gravierend. Es ist insofern beeindruckend, wie gleich zwei Merkmale eines Rechtsstaates – Unschuldsvermutung und ordentliche Gesetze – außer Kraft gesetzt werden.

      • “Stattdessen scheint die Grenze zwischen “mit jemandem abstürzen” und “Vergewaltigung” verwischt zu werden”

        Ja, das sehe ich auch so. Und ich würde genau das als Vehikel von Herrschaft ansehen. Denn begriffliche Unklarheit erlaubt gewisse Willkür bei der Einordnung tatsächlicher Vorkommnisse. Vagheit bedeutet schwache Selbstbindung an objektive Regeln. Das schafft Raum für Subjektivität, die hier aber ausschließlich die weibliche Subjektivität ist, denn Männern gesteht man ja gar nicht erst zu, dazu eine legitime Meinung zu haben. Daher können Frauen nach Gutdünken Männern in die Parade fahren oder es lassen und Männer haben keine Möglichkeit, dies durch eine unabhängige Instanz rational klären zu lassen, wie das ein Gericht machen könnte.

      • Ich war unterwegs und habe nur zwischendurch ein paar Aufnahmen gesehen. Dafür habe ich mir tatsächlich noch Kroatien – Kamerun in einer Kneipe angesehen, bin darüber mit Leuten ins Gespräch gekommen und habe nach dem Spiel mit ihnen Musik gemacht. So von wegen Eigenverantwortung für das soziale Leben, das man hat. 😉

  3. Pingback: Mein-Feminismus Feminismus an konkreten Beispiel angeschaut | Meinungen und Deinungen

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