Mein-Feminismus Feminismus an konkreten Beispiel angeschaut

Katie Kuersch beschreibt “ihren” Feminismus.

Ich les das mal durch und denk dabei laut drüber nach…

1. Mein Feminismus ist intersektional. Alle Menschen (…) sollen die gleichen Rechte und Chancen haben

Auf wen bezieht sich das? Soll nur der Staat Menschen nicht unterschiedlich behandeln? Oder auch jede private Gruppe oder gar jeder Mensch?
Wenn nur ersteres, wie lassen sich dann Frauen-Quote begründen? Es geht den Staat nichts an, mit wem ich zusammen arbeiten will. Also wohl eher “Jeder Mensch schuldet jedem anderen Menschen in jeder Hinsicht die gleichen Rechte und Chancen”?
Müsste Katie dann nicht auch daran arbeiten, dass diese Menschen genau die gleiche Chance haben, ihr Partner zu werden, wie diese Menschen?

Das würde ich gern sehen, dass sie Butter bei die Fische tut und das in die Tat umsetzt. Das wäre eine Fotostory in der Emma wert: “Gleichstellung richtig: Eine Feministin macht’s vor!”

2. Es ist (für mich) enorm wichtig, sich seiner Privilegien (…) bewusst zu sein. So kann man diese Privilegien nutzen, um marginalisierte Gruppen zu unterstützen(…).

Das würde ja bedeuten, dass Katie dringend was an unserem Schulsystem ändern will, in dem Jungs deutlich diskriminiert werden.
Ach nein. Sie unterscheidet nicht zwischen tatsächlich marginalsierte und benachteiligte Gruppen und klischeehaft-feministische Platzhaltergruppen, die dem Gutmenschentum förderlich sind, aber keine Auswirkung auf einen selbst haben.
Es bleibt also beim Kampf gegen das Robbensterben. 😦

3. Abbau von Privilegien ist keine Benachteiligung.

Na prima. Dann können wir direkt angehen, dass Frauen in 90% der Streitfälle das alleinige Sorgerecht bekommen. Das ist ein gut abbaubares Privileg.
Und das Privileg, dass Frauen ein Dutzend verschiedene Möglichkeiten haben, mit einer Schwangerschaft umzugehen, ein Mann aber nur eine, das bauen wir dann auch gleich ab.
Ach nein. Die Definition von “Privileg” ist ja: “Strukturelle Vorteile, die ein Mensch auf Grund seines Geschlechts hat, unter der Voraussetzung, wir reden nur von Männern.”

4. Geschlechterklischees (“Männer können nicht kochen!”) sind kein Sexismus. Sexismus, Rassismus und Konsorten sind strukturell verankert und institutionalisiert

Beispiele für strukturell verankerte Geschlechterklisschees wären dann: Männer sind gewalttätiger als Frauen und müssen für alle Vergehen schwerer bestraft werden. Oder: Kinder gehören zur Mutter, also kann man sie dem Vater wegnehmen. Oder: Sexuelle und tätliche Übergriffe finden ausschließlich von Männern gegenüber Frauen statt, also müssen unsere Gesetze entsprechend ausgerichtet sein und wir brauchen nur Frauenhäuser und keine Paarberatungsstellen stattdessen oder gar [Schreck!] Männerhäuser.

5. Du hast gerne Sex? Das ist toll! Du magst Sex nicht? Das ist toll! Du magst One-Night-Stands? Das ist toll! Du möchtest keinen Sex vor der Ehe? Das ist toll! Du möchtest Sex gerne zu deinem Beruf machen? Das ist toll! Selbst über seinen Körper bestimmen zu können ist toll.

Du willst keinen dicken Mann? Das ist toll. Du willst keinen Mann, der keine Karriereaussichten hat? Das ist toll. Du willst keinen Mann, der auf SM steht? Das ist toll. Du willst keinen Mann, der keine Lust auf Monogamie hat? Das ist toll. Präferenzen bei der Mitarbeiter- oder Partnerwahl zu haben ist toll! Aber natürlich nur, wenn das für Frauen gilt.
[Kopfklatsch]

6. Und weil selbst über seinen Körper bestimmen können so toll ist, sind reproduktive Rechte und der Zugang zu Verhütungsmitteln extrem wichtig.

Und deswegen darf auch, wie oben erwähnt, auf gar keinen Fall ein Mann gegen seinen Willen Vater werden und auf 18 bis 27 Jahre in die Versorgerrolle gezwungen werden. Selbstbestimmung ist wirklich toll.

Und weil Selbstbestimmung so toll ist, verringern wir die staatlichen Sozialleistungen für alleinerziehende Mütter. Es ist keinem Menschen zuzumuten, dass seine Steuergelder die Kinder eines anderen finanzieren.

7. Das Opfer von sexueller und/oder häuslicher Gewalt ist nicht schuld

Seufz. Dazu gibts bereits genug Beiträge hier.

8. Es geht darum, dass du die Wahl hast, was du in Sachen Kinder/Karriere machen möchtest. Es sollte dich niemand dazu zwingen, dich für eines von beiden oder beides zu entscheiden.

Und weil es so toll ist, wenn du die Wahl hast, nehmen wir anderen die Wahlmöglichkeit weg, mit wem er lieber zusammen sein / zusammen arbeiten möchte.
Es spielt keine Rolle, ob du für andere die richtige Wahl (als Frau, als Mitarbeiterin, als Vorsitzende) bist, es spielt nur eine Rolle, ob du die Wahl hast.

9. Feminismus ist keine Bewegung gegen Männer. Nope. Nononono.

Man kann nämlich gleichzeitig Männer total super finden und überhaupt kein Problem mit dem Konzept von Schrödinger’s Rapist haben. Ich weiß nicht wie, aber das geht.
Und in Zeiten des Feminismus ist es undenkbar, dass Bücher mit Titeln wie

  • »Nur ein toter Mann ist ein guter Mann«
  • »Irren ist männlich«
  • »Lieber einen Mann als gar kein Unglück«
  • »Das faule Geschlecht«
  • »Mimosen in Hosen«
  • »Scheißkerle: Warum es immer die Falschen sind«

jemals einen Bestseller abgeben würden.

“Feminismus ist eine Bewegung für Frauen und nicht gegen Männer” und niemals würde deutschlands wichtigste Feministin etwas sagen wie “Wenn es unseren Mädchen besser gehen soll, muss es unseren Jungs schlechter gehen.”

Ebenso würde es nie Feministinnen geben, die Gleichstellungsbeauftragte rausmobben, wenn die sich einen kleinen Teil ihrer Zeit mit den Problemen von Männern beschäftigen. Deswegen ist es auch undenkbar, dass eine feministische Gruppe Sätze äußert wie „Benachteiligung von Männern aufzeigen und beseitigen – dies ist nicht unser politischer Wille“

Der letzte Punkt ist sehr schön:

10. Nur weil du alle Rechte hast, die du brauchst, heißt das lange nicht, dass andere Frauen das auch so empfinden. Wenn du Feminismus heute als unnötig ansiehst, weil doch schon alles erreicht wurde, ignorierst du die Bedürfnisse von ca. 3,5 Milliarden anderen Frauen auf diesem Planeten. Herzlichen Glückwunsch, du bist ein egozentrisches Arschloch. Oh und – ja, Frauen woanders auf der Welt haben es schlechter, aber das heißt noch lange nicht, dass ich deswegen die Fresse halten und mich mit meiner Stellung als Frau in der westlichen Gesellschaft abfinden muss.

Ich formuliere leicht um: “Wenn du sagst, alle objektiven Probleme in unserer Gesellschaft sind gelöst, bist du ein egozentrisches Arschloch. Denn meine Probleme sind noch nicht alle gelöst, also braucht die Welt den Feminismus.”

Naja, etwas überspitzt…

Sie schließt mit:

Vielleicht, mit ein bisschen Glück, lässt du dir durch den Kopf gehen, ob Feminismus wirklich so kacke ist.

Hmmm. Sie legt allergrößten Wert darauf, dass es Den Feminismus nicht gibt (“Es gibt viele verschiedene Strömungen im Feminismus; das da ist halt meine.”), und gleich großen Wert darauf, dass Der Feminismus nicht kacke ist.

Wie sieht’s denn jetzt aus mit meinem Denken über die Kackheit des Feminismus? Welche Adjektive drängen sich mir jetzt, nach der Lektüre auf?

Dumm.

Scheuklappen-blind.

Unreif.

Emotional.

Therapiebedürftig.

Stimmt. “Kacke” ist nicht mehr darunter. Katie, du hattest Erfolg!!

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7 thoughts on “Mein-Feminismus Feminismus an konkreten Beispiel angeschaut

  1. Am besten fand ich den hier: “Wenn du sagst, alle objektiven Probleme in unserer Gesellschaft sind gelöst, bist du ein egozentrisches Arschloch. Denn meine Probleme sind noch nicht alle gelöst, also braucht die Welt den Feminismus.”

    • Dabei war das der Punkt, bei dem ich am meisten geschummelt hab. Das meint sie zwar ziemlich sicher, ab soooo genau sagen tut sie das ja nicht.

    • Ich fand gleich im ersten Absatz den neuen Klassiker am besten:

      “.. niemand behauptet, dass alle Männer sich Frauen gegenüber scheiße verhalten, aber eine überwältigende Mehrheit von Frauen hat beschissene Erfahrungen gemacht, meist mit Männern. …Nicht alle Männer sind so. Das wissen wir. Was willst du also gegen die unternehmen, die so sind?”

      Meine Standardantwort darauf:
      Nicht alle Feministinnen sind Männerhasser, aber jeder Mann wird von vielen Feministinen gehaßt, täglich, immer wieder. Was willst du also gegen die Männerhasserinnen unternehmen?

      Oder eine Nummer härter, damit sie irgendwann die Unlogik in ihrer Aussage kapiert:
      Nicht alle Frauen bringen ihre Kinder um, aber fast alle KInder, die nach der Geburt getötet werden, werden von Frauen getötet. Was willst du also gegen die Mörderinnen unternehmen?

  2. Nachdem ich ihren Text teils gelesen und teils überflogen habe, frage ich mich, wie wichtig Frau Kuersch ist.
    Bei diversen haarsträubenden Denkfehlern juckte es schon sehr in den Fingern, analog zum Post vom me zu antworten, aber ihr Post ist schon alt, und das liest sowieso keiner mehr. In Verbindung mit den verbalen Ausfällen (“egozentrisches Arschloch”) kommt ein starker Verdacht auf, daß die Dame nur bedingt lernfähig und -willig ist. Ich fürchte, wenn man ihr ihre Denkfehler erklärt, gibt es höchstens eine allergische Reaktion.

    Eigentlich bin ich ratlos, so ähnlich wie bei der Beobachtung, daß Millionen von US-Amerikanern an den Kreationismus glauben.

    Nachdem ich hinterher noch das hier gefunden habe, bin ich in diesem Fall noch ratloser, über meine allgemeine Ratlosigkeit hinaus.

    • Sie ist eine bilderbuchmäßige Mein-Feminismus Feministin. Damit ist sie als Person so wichtig wie Bauchnabelfluff, aber ein Exemplar einer zeitgeistig wichtigen Strömung. Sie ist ein Beispiel für die Powerbase von Professx Quatsch aus der Humbug Uni und Schwesig&Schwestern in der Politik.
      Ohne Kümmerliche Katies wäre z.B. die Frauenquote nicht selbstverständlich.

    • “Nachdem ich hinterher noch das hier gefunden habe”

      Ach so. Borderliner… Immerhin anscheinend diagnostiziert und selbsterkennend. Das ist schon viel wert.
      Erklärt aber auch, warum sie sich im Feminismus wohl fühlt, denn da wird die Welt auch simpel gestrickt in Gut und Böse aufgeteilt.
      Naja.
      Ich habe für ein Leben genug Borderline Erfahrungen gesammelt, mehr brauch ich nicht.

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