Nochmal konzentrierter Feminismus Quatsch, scusate

Nach dem Mein-Feminismus Post vorhin habe ich auf Katies Blog noch ein wenig weiter runtergescrollt. Das meiste ist das, was man von einem Menschen erwartet, der nicht einsieht, alleine an seiner eigenen Persönlichkeit zu leiden, da kann die Gesellschaft gern ein bisschen mitmachen.

Es ist aber ein Post dabei, zum Einjährigen des #aufschreis, der hochkonzentrierten feministischen Unsinn enthält. Den sollte man keinem vorenthalten…

Katie in kursiv:

Aber solange Männer bei gleicher Qualifikation weiterhin mehr Geld verdienen als Frauen.

Also seit zwanzig oder dreißig Jahren nicht mehr.

Solange es Gesetze gibt, die in den Körper der Frau und ihr Selbstbestimmungsrecht eingreifen.

Ob es noch Gesetze gibt, die in das Selbstbestimmungsrecht des Mannes auf viel drastischere Weise eingreifen ist egal.

Solange Männer Anerkennung dafür bekommen, dass sie sich um ihre Kinder kümmern, was absolut selbstverständlich sein sollte.

Solange Frauen Respekt dafür bekommen, dass sie Familien zerstören und ihren Kindern eine der beiden wichtigsten Bezugspersonen wegnehmen.

Solange ein Kind für eine Frau ein Armutsrisiko bedeutet, weil mehr Frauen Teilzeit arbeiten, was das Risiko für Altersarmut erhöht.

Solange Frauen vom Geld von Männern leben, wenn nicht vom Geld des eigenen Mannes, dann wenigstens vom Geld der anonymen Steuer- und Renteneinzahler.

Solange die Bundeskanzlerin “Mutti” genannt und dadurch auf ihr Geschlecht reduziert wird.

Solange der Papst von Milliarden von Menschen “Papa” genannt und dadurch auf sein Geschlecht reduziert wird und Feministinnen nicht merken, was für bescheuerte Zusammenhänge sie an den Haaren herbeiziehen.

Solange es diese unerträgliche Doppelmoral in Sachen Sexualität gibt und es vollkommen normal ist, Frauen als “Schlampen” zu bezeichnen.

Solange es diese unerträgliche Doppelmoral in Sachen Sexualität gibt und Frauen es OK finden, männliche Jungfrauen als “Loser” oder “Schlappschwanz” zu bezeichnen und “Du hast bestimmt einen kleinen Schwanz” als Argument unter Feministinnen gilt.

Solange die Qualifikation der Verteidigungsministerin aufgrund ihres Geschlechts in Frage gestellt wird.

Solange atemberaubend inkompetente Frauen wie Zensursula in Amt und Würden gewählt werden, nur weil sie eine Frau ist.

Solange Frauen sich von Männern erklären lassen müssen, Medikamente wie die Pille danach seien keine Smarties.

Solange Frauen sich darüber beschweren, dass Frauen, die bescheuert handeln als bescheuert wahrgenommen werden.

Solange Menschen, die vergewaltigt werden, “selber schuld” sind.

Solange Menschen darauf bestehen, jeglichen Zusammenhang zwischen den eigenen Handlungen und den daraus folgenden Konsequenzen zu leugnen, statt fürs eigene Handeln Verantwortung zu übernehmen wie ein erwachsener Mensch.

Solange es in einer Diskussion über Sexismus gegenüber Frauen geht und jemand (ja, ich meine dich, Zeit Online) mit “BUT WHAT ABOUT THE MENZ?” ankommt.

Solange bei ersten, bescheidenen Versuchen, über die Probleme von Männern zu reden, Feministinnen gleich zu Terroristen werden

Sorry, aber solange Männer weiterhin am längeren Hebel sitzen, hab ich kein Mitleid.

Sorry, aber solange Frauen sich zu fein sind, beim Ziehen an diesem Hebel zu helfen…

…nehme ich solche Klagen nicht ernst, sondern gehe davon aus, dass die entsprechenden Jammerer kleine verwöhnte Gören sind.*

* Links auf den Bildern nur zwecks Quellenangabe.

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8 thoughts on “Nochmal konzentrierter Feminismus Quatsch, scusate

  1. “Sorry, aber solange Männer weiterhin am längeren Hebel sitzen, hab ich kein Mitleid.”

    Ja, Feminismus ist nicht gegen Männer. Aber es wird davon ausgegangen, dass wenn Männer Entscheidungen treffen, sie es immer nur im Interesse von Männern tun und Ihnen die Mutter/Frau/Tochter zu Hause dabei egal sind. “Männer die ihre Frauen lieben… gibt es nicht… nur meiner ist natürlich die Ausnahme”.

    Das Männer ein Interessse haben das es allen, auch den Frauen gut geht, können viele Feministinnen sich anscheinend gar nicht vorstellen. Die scheinen da echt von sich auf andere zu schließen.

    Witzig finde ich ja das von irgendwelchen Boys-Netzwerken geredet wird, in dene der Penis als Eintrittkarte für einen beruflichen Aufstieg fungiert. Ein Beweis, dass das Geschlecht und nicht die Leistung zählt, gibt es nicht, aber ihre Beobachtungen führen sie zu diesem Schluss. Als Reaktion darauf werden dann Frauennetzwerke aufgebaut, in denen das Geschlecht für die Mitgliedschaft entscheidend ist. Die Frauennetzwerke gibt es wirklich, die sind auch nicht geheim oder so. Also das was der Männerseite unbewiesen vorgeworfen wird, wird von Frauen für Frauen nun reell umgesetzt. Aber wahrscheinlich merken die das gar nicht mehr.

  2. Kleiner Einspruch: Es gibt Netzwerke. Dagegen gibt es keine vollständig durchgesetzte Leistungsgesellschaft. Vitamin B und Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe sind nach wie vor wichtig. Reine Leistung allein setzt sich nicht automatisch durch.

    Doch was sind das für Netzwerke, prämieren sie Männer, weil sie Männer sind? Dann müssten ja die Aufstiege für Männer unkompliziert sein bzw. jeder Mann müsste die gleiche Chance haben. Das ist aber nicht so. Eliten rekrutieren sich aus sich selbst. Die Vorstandsetagen sind besetzt von Leuten, die selber aus vermögenden Familien stammen. Die Netzwerke sind vor allem Elite-Netzwerke und nicht Männer-Netzwerke. Die Mehrheit der Männer hat keinen Vorteil davon, Mann zu sein. Sie hat auch keinen Vorteil davon, viel zu leisten. Es sind die Konzentrationen von Geld und Macht, die vorteilhaft wirken. Und die ist zuerst ein Problem sozioökonomischer Ungleichheit. Geschlecht ist hier nachrangig.

    Vor allem ist die Funktionsweise solcher Netzwerke interessant: Es geht dabei nicht darum, dass man unter Männern ist, sondern um die Bewahrung ökonomischer Vorteile. Deshalb rekrutiert man Leute mit ähnlichen Interessen, von denen man erwarten kann, dass sie einem nützen. Man nutzt dann seinen Einfluss und besetzt die wichtigen Posten mit den passenden Leuten. Das aber machen feministische Netzwerke ganz genauso. Nur weil sie glauben, dies im Namen des Guten zu tun, übersehen sie, dass ihre Netzwerke genauso funktionieren wie die Elitennetzwerke. Auch sie kooptieren Personen, die ihren Interessen dienen. Und auch sie setzen Personalien durch, um dadurch ihren Einfluss zu bewahren oder zu vergrößern. Gewissermaßen funktionieren sie nach “patriarchalischen” Strickmustern. Auch sie prämieren nicht das Frausein an sich, denn sie promoten nur die linientreuen Frauen, die eben auch die Interessen des Feminismus stützen. Die Frauen, die feminismuskritisch sind, haben hier auch nix zu melden.

    • Vitamnin-B-Netzerke gibt es auf jeden Fall, aber da können Frauen genauso von profitieren. Ich schrieb ja Boys- oder eben Männer-Netzwerke. Ich war nie in einer Burschenschaft… sind dort nur Männer drin/erlaubt? Das wäre sonst vielleicht noch doch sowas wie ein Männer-Netzwerk mit dem Mitgliedsanspruch “Mann-sein”.

      Netzwerke wie dieses:

      frauennetzwerk-sh.de/

      die nur Frauen im Arbeitsfeld fördern, gibt es, soweit ich weiß, nur für Männer nicht. Man stelle sich diesen Satz vor: “Das Ziel des Vereins ist die Unterstützung und Förderung von Männern im Erwerbsleben sowie die quantitative und qualitative Verbesserung der Chancen von Männern auf dem Arbeitsmarkt.” Da würden doch so einige vor Empörung ihre Tastatur vollkleckern. Ich will auch keine Männer-Netzwerke die geschlechtsbedingt Männer fördern. Aber das ist doch der Vorwurf, das es sowas gibt. Und als Lösung werden dann eben solche Netzwerke für Frauen aufgebaut.

      Mit der Rape-Culture sehe ich das ähnlich. Die Angst vor Vergewaltigung wird gerade durch Feministinnen erzeugt, die behaupten das 1 of 4 Frauen vergewaltigt werden. Somit sind es nicht zwangsweise DieMänner die die Angst davor schürren.

      • Was ich meinte, Matze, ist der Umstand, dass die Netzwerke halt meist Elitennetzwerke sind, von denen nur ein nicht messbarer Anteil von Männern und natürlich auch Frauen etwas hat. Prinzipiell können Frauen solchen Netzwerken sowohl beitreten als sie auch selber gründen. Niemand verbietet ihnen das. Zentral für diese Netzwerke sind Ressourcen, ist das Verfügen über exklusive Möglichkeiten (Informationen, Geld, Posten). Ich kann ihnen nicht qua Geschlecht beitreten, kann nicht hingehen und sagen “Ich bin ein Mann, lasst mich bei den DAX-Vorständen mitspielen”. Wenn ich denen nicht ins Raster passe, dann kann ich das vergessen. Geld und Macht sind die Eintrittskarten in diese Zirkel, und das sind in erster Linie ökonomische Ressourcen.

        Wenn man also kritisieren will, dass Karrierewege nicht funktionieren, muss man danach fragen, wer über Karrierewege entscheidet. Männer? Gut möglich. DIE Männer? Auf gar keinen Fall. Eine Gesellschaft, die nur ganz wenige Männer den Rahm abschöpfen lässt, ist doch keine Männergesellschaft, sondern eine, in der Macht und Besitz extrem ungleich verteilt ist.

  3. Solange es Gesetze gibt, die in den Körper der Frau und ihr Selbstbestimmungsrecht eingreifen.

    Ob es noch Gesetze gibt, die in das Selbstbestimmungsrecht des Mannes auf viel drastischere Weise eingreifen ist egal.

    Das halte ich für ein eher schwaches Argument. Wenn es wirklich frauenspezifische Probleme gibt, die sich strukturell von männerspezifischen Problemen unterscheiden, finde ich es moralisch nicht problematisch, wenn der Feminismus (aber DEN Feminismus gibt es ja nicht…) sich ihrer annimmt.

    Gruseliger ist der Inhalt der Forderung, die sie offenbar mit diesem Satz verbindet. Die einzigen mir bekannten Gesetzesnormen, die “in den Körper der Frau und ihr Selbstbestimmungsrecht eingreifen” sind §§218 ff. StGB, die doch tatsächlich verlangen, daß ein Fötus spätestens drei Monate nach der Befruchtung abgetrieben wird und die Schwangere sich vorher beraten läßt, ob es nicht auch andere Möglichkeiten gibt.

    Was bedeutet es, daß sie diesen “Eingriff” schon für bekämpfenswert hält? Welche Alternative stellt sie sich vor?
    Es gibt ja tatsächlich Feministinnen, die gegen jede Frist und für ein unbeschränktes Abtreibungsrecht sind. Was in der Praxis im Extremfall bedeuten würde, daß eine werdende Mutter, die im Kreißsaal meint, die Geburtsschmerzen nicht ertragen zu können, das Recht hätte, den Arzt aufzufordern, dem Kind den Schädel und die Knochen zu zertrümmern, damit die Überreste dann schmerzloser aus ihr herausglibbern können.

    Das klingt zynisch und grausam, das ist zynisch und grausam. Aber welche andere Konsequenz hat es denn, wenn man fordert, jeden Eingriff in die körperliche Selbstbestimmung einer Schwangeren zu unterlassen?

    Solange Männer Anerkennung dafür bekommen, dass sie sich um ihre Kinder kümmern, was absolut selbstverständlich sein sollte.

    Interessant: Sie fordert nicht etwa, daß Frauen die gleiche Anerkennung erhalten, die ihrer Sicht nach Männer für eine Selbstverständlichkeit bekommen, sondern sie will, daß auch Männer diese nicht erhalten. Aber gut, wenn man Frauen Anerkennung dafür zollen würde, daß sie sich um ihren Nachwuchs kümmern…

    Solange ein Kind für eine Frau ein Armutsrisiko bedeutet, weil mehr Frauen Teilzeit arbeiten, was das Risiko für Altersarmut erhöht.

    …könnte das ja auch alleinerziehende Mütter davon abhalten, so wie alleinerziehende Väter zu 80% in Vollzeit zu arbeiten.

    Solange die Bundeskanzlerin “Mutti” genannt und dadurch auf ihr Geschlecht reduziert wird.

    Diese Mütter-Sache scheint echt schwierig für sie zu sein.

    Solange es diese unerträgliche Doppelmoral in Sachen Sexualität gibt und es vollkommen normal ist, Frauen als “Schlampen” zu bezeichnen.

    Offenbar ist der Feminismus sogar in der Lage, Männer und Frauen bezüglich ihres Geschlechtstriebs gleichzustellen, auch wenn das die Umkehr von Jahrmillionen evolutionärer Prägung bedeutet.

    Allein die Tatsache, daß es heute (Vaterschaftstests und) halbwegs sichere Verhütungsmethoden für Frauen gibt, muß aus sozialkonstruktivistischer Sicht natürlich innerhalb einer Generation dazu führen, daß (Männer und) Frauen jede Vorsicht bei der Auswahl ihrer (Beziehungs- und) Sexualpartner verlieren, so wie ein umfassendes soziales Netz und verbreitete weibliche Berufstätigkeit selbstverständlich auch zur Folge haben, daß Frauen sich untereinander nicht mehr als Konkurrentinnen um die besten Versorger betrachten.

    (BTW, 6oodfella hat ein Video über die unglaublich dämlichen Reaktionen gemacht, die er bekommen hat, als er einmal die “A key that opens all locks is a master key, a lock that is opened by all keys is a crappy lock”-Analogie benutzt hat.)

    Solange die Qualifikation der Verteidigungsministerin aufgrund ihres Geschlechts in Frage gestellt wird.

    Tja, da haben Feministinnen sich wohl heftig selbst ins Bein geschossen (durften sie dann ja), als sie nicht spätestens angesichts der nach dem EuGH-Urteil zur Klage von Tanja Kreil fälligen Änderung des Artikels 12a GG auf dessen gleichberechtigte, also geschlechtsneutrale Formulierung gedrängt haben. Aber das hätte ja bedeutet anzuerkennen, daß gesellschaftliche Vor- auch mit persönlichen Nachteilen gekoppelt sein können.

    Solange Frauen sich von Männern erklären lassen müssen, Medikamente wie die Pille danach seien keine Smarties.

    Schließlich sind Feministinnen doch die einzigen, die Frauen die Welt erklären dürfen. Wie zum Beispiel, daß Elternschaft nichts Anerkennenswertes ist, sondern nur Erwerbsarbeit Selbstverwirklichung bedeutet.

    Solange es in einer Diskussion über Sexismus gegenüber Frauen geht und jemand (ja, ich meine dich, Zeit Online) mit “BUT WHAT ABOUT THE MENZ?” ankommt.

    Für Frau Kuersch ist also eine Aufgabe des Feminismus das Verhindern von Diskussionen über Sexismus gegenüber Männern. Ich könnte ja wenigstens ihre Ehrlichkeit respektieren, wenn sie nicht in ihrem neueren Blogpost…

    9. Feminismus ist keine Bewegung gegen Männer. Nope. Nononono.

    Jedenfalls nicht, solange sie über erlittene Benachteiligungen und Sexismus die Klappe halten und brave Allies sind. (Oder das übertriebene “Nope. Nonononono.” sollte Ironie kennzeichnen, dann würde es ja wieder passen.)

    Sorry, aber solange Männer weiterhin am längeren Hebel sitzen, hab ich kein Mitleid.

    Erstens natürlich: Apex Fallacy. Weil an den meisten längeren Hebeln Männer sitzen (und Mutti zählt ja nicht, wegen “Mutti”), sitzen dieMänner am längeren Hebel.

    Aber wirklich gruselig ist das Ende, das, wie ich gerade sehe, ja sogar den Titel des Blogposts darstellt. Du hast es ja schon in Bildern sehr faßbar dargestellt, aber man muß sich mal klarmachen, was sie da schreibt:
    Wenn ein Mann zwangsweise zum Kriegsdienst eingezogen wird und traumatisiert und mit amputierten Gliedmaßen zurückkommt, hat sie kein Mitleid. Wenn ein Vater jahrelang seine Kinder nicht sehen kann, weil die Mutter unsanktioniert den Umgang verhindert, hat sie kein Mitleid. Wenn ein Mann in einem Bergwerk arbeitet, weil er seine Familie ernähren muß, dabei verschüttet wird, zwei Wochen im Dunklen auf den Tod wartet und nur per Zufall beim allerletzten Versuch gefunden und gerettet wird, hat sie kein Mitleid. Wenn ein Mann häusliche Gewalt erlebt, aber keinen Ansprechpartner findet und überall nur ausgelacht wird, hat sie kein Mitleid. Wenn ein Mann Kinder beschützen will und deshalb ins Koma oder gar totgeprügelt wird, hat sie kein Mitleid.
    Weil… Vorstandsposten, oder so.

    Gut, Männer sind natürlich generell disposable. Und doch gibt es ein Wort, mit dem umgangssprachlich Menschen bezeichnet werden, die kein Mitgefühl für andere empfinden können. Es lautet “Soziopath”.
    Aber Katie behauptet ja, aus eigener Entscheidung nur selektiv gegenüber Männern komplett empathiefrei zu sein. Keine Ahnung, was das bedeutet, aber gut kann es nicht sein. Mit ihrer Umwelt habe ich jedenfalls Mitleid.

    Bombe 20

    PS: Mist, jetzt habe ich den Kommentar schon geschrieben und keine Lust, ihn wegzuwerfen. Aber ich sehe gerade, in den Kommentaren des “Kein Mitleid”-Artikels schreibt die Bloggerin etwas von Psychopharmaka. Und auf individuellen Netzfeministinnen rumzuhacken, die Feminismus als Ventil für ihre psychischen Probleme benutzen, finde ich irgendwie… gibt es ein weniger martialisches Wort für “unwaidmännisch”?

    • “Das halte ich für ein eher schwaches Argument. ”

      Es geht in all ihren “Solange…” Punkte darum, warum sie keinen Mitleid mit Männern hat. Wenn also alle Punkte umgekehrtes Pendant haben, begründet sie, warum niemand Mitleid mit Frauen haben sollte.
      -> Reduktio ad absurdum.

      In dem Kontext ist es ein brauchbares, nicht schwaches Argument.

      Wenn es um den Dialog mit einer verständigen Person ginge hättest du natürlich recht, dann wäre etwas Differenziertes angemessen. Nämlich zum Beispiel, wie du es oben tust, den Feminismus zur reinen Lobby-Gruppe zu erklären,

      Was eh angemessen ist.

      “Und auf individuellen Netzfeministinnen rumzuhacken, die Feminismus als Ventil für ihre psychischen Probleme benutzen, finde ich irgendwie… gibt es ein weniger martialisches Wort für “unwaidmännisch”?”

      Shooting fish in a barrel?

      Mein Hauptproblem mit deinem Einwurf ist, dass es einer Entmündigung gleichkommt, sich nicht ernsthaft mit ihren Punkten auseinanderzusetzen. Mit “Oh, hat eine Diagnose und nimmt Medikamente… wir lassen sie mal reden und ignorieren sie. Das arme Kind.” wäre sie selbst vermutlich selbst nicht ganz einverstanden. Zumindest nicht, wenn da ein kleines Bisschen Integrität ist.

      Das Nebenproblem ist, dass sie ja nicht nur für sich spricht. Sie kaut Standardfloskeln nach, die von vielen, vielen Frauen und Pudeln so immer wieder geplappert werden. Ihr kommt im Wesentlichen das Verdienst zu, den ganzen Unsinn in einem knappen Post zu vereinigen. Die Kunst, so zu verdichten, verdient einen gewissen Respekt. Und den besten Respekt, den ich ihr zeigen kann, ist eine Antwort.

      • me, (Hm, klingt irgendwie wie der Anfang eines Selbstgesprächs.)

        Reduktio ad absurdum.

        ja, ich hatte sowohl den Zusammenhang als auch Deine Intention mißverstanden, weil ich den Originalartikel vor dem Schreiben meines Kommentars nicht gelesen hatte. Durch das Stichwort “Feminismus” hatte ich Katies Punkte automatisch als “Solange X, brauche ich Feminismus.” gelesen, weil das der übliche Kontext für solche Äußerungen ist, aber ausnahmsweise ging es ja mal um etwas anderes.
        So ergeben Deine Antworten natürlich Sinn.

        Shooting fish in a barrel?

        Das war das Idiom, das ich auch ursprünglich im Kopf hatte, und als dessen nicht ganz passende Übersetzung ich dann “unwaidmännisch” gewählt hatte. Aber es ist halt auch nicht weniger martialisch und noch dazu Englisch. (Und wer schießt eigentlich auf Fische?)

        Mein Hauptproblem mit deinem Einwurf ist, dass es einer Entmündigung gleichkommt, sich nicht ernsthaft mit ihren Punkten auseinanderzusetzen.

        Offen gesagt, ja, so ist es auch gemeint.

        Wenn ich sehe, wie jemand, der eine Arachnophobie hat, aus einem Zimmer rennt, weil dort eine Spinne an der Decke sitzt, dann stelle ich mich nicht hin und rufe: “Haha! Der hat Angst vor Spinnen!” Das wäre einfach nur gemein.

        Ich fange aber auch nicht an, mit ihm auszudiskutieren, daß Spinnen doch eigentlich total nützliche Tiere sind, daß es in Deutschland keine Spinnen gibt, die Menschen gefährlich werden können, und daß sie doch eigentlich auch total interessant sind.
        Zum einen, weil Phobiker im allgemeinen durchaus eine Krankheitseinsicht haben und wissen, daß ihre Ängste irrational sind, zum anderen und viel wichtiger aber, weil eine Phobie eben etwas anderes ist als eine simple Angst aus Unwissenheit und es lang studierte Spezialisten gibt, die sowas mit ganz speziellen Methoden behandeln.

        Es hätte also einfach keinen Zweck: Mein Gegenüber könnte ich nicht überzeugen (denn wenn die Amygdala aktiv wird, hat der präfrontale Kortex Pause), im schlimmsten Fall versetzt ihn das viele Gerede über Spinnen nur noch mehr in Panik, und jeder Außenstehende sieht sowieso, daß der Betreffende irrational überreagiert.

        Und aus dem gleichen Grund halte ich es auch für fies und wenig sinnvoll, eine Argumentation, die auf übertriebener Ichbezogenheit, fehlendem Realitätssinn, absurden Feindbildern und/oder irrationalen Interpretationen beruht, zu zerlegen, wenn ich weiß, daß derjenige sich wegen einer psychischen Erkrankung, die sich auf Wahrnehmung und Verhalten auswirken kann, in Behandlung befindet.

        Das hat überhaupt nichts damit zu tun, die Unterstellung von psychischen Problemen als Beleidigung zu benutzen oder psychisch Erkrankte abzuwerten, auch wenn es leider leicht so verstanden wird. Im Gegenteil: Ich verzichte darauf, jemanden lächerlich zu machen, weil ich zumindest nicht ausschließen kann, daß seine Argumente wenigstens zum Teil durch von ihm nicht verschuldete Umstände geprägt werden, auf die er keinen Einfluß hat. Es wäre leicht, aber unfair; eben unwaidmännisch.

        Sie kaut Standardfloskeln nach, die von vielen, vielen Frauen und Pudeln so immer wieder geplappert werden. Ihr kommt im Wesentlichen das Verdienst zu, den ganzen Unsinn in einem knappen Post zu vereinigen.

        Das ist allerdings ein Argument, dem ich folgen kann. Ich sage mir ja oft, daß es Zeitverschwendung ist, mit Netzfeministinnen zu diskutieren, und erwische mich dann gelegentlich dabei, es doch zu tun, weil mal wieder ein Artikel die Bullshitschwelle zu weit überschritten hat, um ihn unkommentiert stehen zu lassen.

        So eine Diskussion kann ja im Wesentlichen drei Zwecke haben: Wenn man es mit einer, wie Du schreibst, “verständigen Person” zu tun hat, besteht vielleicht sogar eine kleine Hoffnung, in ihr einen Funken des Zweifels zu säen, den Hauch einer Idee, daß es vielleicht noch andere berechtigte Sichtweisen geben könnte. Zweitens diskutiert man im Internet ja immer vor Publikum; Menschen, die einen Artikel ansonsten möglicherweise unhinterfragt gelassen hätten, bekommen eine Gegenposition präsentiert und können selbst entscheiden, wessen Darstellung sie plausibler finden. Und wenn man schließlich noch das Glück hat, einen intelligenten Diskussionspartner gefunden zu haben, kann man dabei die eigenen Argumente schärfen, Fehler oder neue Belege entdecken und Ansichten, die man bisher eher diffus im Hinterkopf hatte, explizit formulieren.

        Bei letzterem hast Du mir gerade geholfen. Danke dafür.

        Bombe 20

      • 🙂

        Ich weiß noch einen vierten Zweck:
        “Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich lese, was ich schreibe”
        (Heine)

        So mancher Beitrag kommt nicht zuletzt da her…

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