Wie Feminismus funktioniert, in einem Film gezeigt

Auf einer der täglichen Zeitverschwender-Sites stieß ich grad auf einen Post mit einigen Gewinnern der Golden Lions in Cannes für Werbefilme von diesem Jahr. Für die “Werberolle” gingen wir in den Achtzigern zuverlässig extra ins Kino, um uns die Bronze,- Silber- und Goldgewinner über zwei Stunden lang anzuschauen, also war ich heute natürlich auch neugierig.

Es sind sehr rührende Filme dabei

und recht schöne oder originelle

Aber auch dieses Monster ist dabei

Wobei ich der Jury – auf sachlicher, nicht inhaltlicher Ebene – recht geben würde.
In der Druckbranche gibt es den Spruch “Garbage in, Garbage out” oder auf Deutsch: “Aus Mist kann man keine Bonbons machen.”
Un-Women aber schafft das. 90 Sekunden Mist bekommt den Goldenen Löwen, weil der naive Mensch den Geruch im Kino nicht bemerkt und denkt, das sei Gold.

Im Einzelnen:

1869
1869

1893
1893

1932
1932

1940
1940

1963
1963

1966
1966

2012
2012

Und heute
based

google

epilog


Wollen wir den Quatsch mal durchgehen.

1869
Das ist vermutlich einfach das Jahr, aus dem die Aufnahme stammt. Eigentlich ging es mindestens schon 1848 los. Vielleicht auch, weil Wyoming das Frauenwahlrecht 1869 einführte.
Jedenfalls waren auch damals die Weichen schon klar gestellt:

insisted that women be granted “immediate admission to all the rights and privileges which belong to them as citizens of the United States.”

Wem fällt auf, was hier fehlt? Na? Bueller? Richtig: “Duties”.
Pflichten wollen wir lieber nicht haben.

1893
In so einem Webefilm kann man natürlich nicht allzu präzise sein, aber wieso 1893? In dem Jahr wurde das Frauenwahlrecht in Colorado (durch eine Volksabstimmung unter den Männern des Staates) und in Neuseeland eingeführt.
Egal. Allgemeines Wahlrecht, unter anderem auch für Frauen, aber eben auch für all diejenigen, die vorher nicht wählen durften, gibt es in Deutschland, USA und England nach dem ersten Weltkrieg. Interessant der Satz aus der deutschen (!) Wikipedia:

Aktive Soldaten, Frauen und Jugendliche, die in unterschiedlicher Weise ihren Kriegsbeitrag geleistet hatten, erhielten Anerkennung dafür durch die Verleihung des Wahlrechtes, so ein damals unumstrittenes Argument.(…)
Bei den Wahlen zum Reichstag seit 1920 wurde den aktiven Soldaten die Wahlberechtigung wieder genommen; wegen der Verringerung der deutschen Armee auf 100.000 Mann betraf dies allerdings erheblich weniger Menschen als im Kaiserreich.

Aber egal, hier geht es ja noch nur darum zu etablieren, wie lange Frauen schon um Rechte aber nicht um Pflichten quengeln.

1932
Was in der Bewunderung von Earheart quasi immer untergeht, ist womit sie berühmt wurde:

Amelia Earhart Flies Across the Atlantic
In 1928, Amelia Earhart received a phone call that would change her life. She was invited to become the first woman passenger to cross the Atlantic Ocean in a plane. “The idea of just going as ‘extra weight’ did not appeal to me at all,” she said, but she accepted the offer nonetheless. On June 17, after several delays due to bad weather, Amelia Earhart flew in a plane named Friendship with co-pilots Wilmer “Bill” Stultz and Louis “Slim” Gordon.

Aber immerhin, in 1932 ist sie wirklich selbst und alleine geflogen. Zwar nach Irland statt wie geplant nach Paris, aber das ist Haarespalterei.
Dass ein Flugzeug von 1932 sich zu einem Flugzeug von 1927 (Spirit of St Louis) verhält wie ein Windows95 Computer zu einem C64, wollen wir auch nicht vertiefen. Es war 1932 immer noch abenteuerlich, über den Atlantik zu fliegen.

1940
“shoulder the economy” wie in “bevölkern die Arbeitsplätze, während die Männer umgebracht werden”. Ein sehr starkes “Wir sind gleich” Argument.

1963
Valentina Tereshkova, wie Earheart eine Frau, die etwas macht, was ein paar Jahre vorher ein Mann zuerst gemacht hat. Dass die Technik inzwischen fortgeschritten ist und mehr Erfahrungen gesammelt wurden, lassen wir mal weg.

1966
Gandhi war charismatisch, sie war eine Frau auf Regierungsposten, aber taugt sie zur Heldin?
Vielleicht reicht “erste Frau” ja schon zur feministischen Heldin?

2012
Offensichtlich, denn das ist das Merkmal von Sarah Attar. “Despite finishing more than half a minute slower than her nearest competitor, hundreds of spectators stood and applauded Attar as she crossed the finish line”.
Es geht nicht darum, ob du gut bist, es geht darum, ob du die erste Frau bist, die X. Hier: Die erste Frau, die davon profitiert, dass die internationale feministische Gemeinschaft Saudi Arabien erpresst hat, Frauen im Kader zuzulassen.


Was wir bisher wissen:

  • Frauen wollen seit 150 Jahren die gleichen Rechte haben wie die reichen Männer (arme und junge Männer hatten auch kein Wahlrecht, bevor es alle Frauen bekamen) und von Pflichten reden wir lieber nicht.
  • Frauen können Dinge tun, die Männer vor ihnen getan haben, vorzugsweise zu einem Zeitpunkt, wenn das Tun nicht mehr ganz so gefährlich ist. Aber irgendwie ist das genauso toll.
  • Frauen sind Helden alleine dafür, dass sie Frauen sind.

Und jetzt extrapolieren wir mal von diesen Heldengestalten zu dem, wie angeblich normale Frauen so gesehen werden.

based

Der Film Braveheart ist “based on true events”.

“Based on true events” ist synonym mit “hat keinerlei Ähnlichkeit mit der Wirklichkeit.”

Oder: “based on” = “gelogen”

Was bekommt man denn heute tatsächlich bei dem Suchbegriff?

sollten

Interessant ist, dem letzten Vorschlag zu folgen. Die erste Seite enthält nur Treffer, in denen sich jemand darüber aufregt, dass angeblich jemand sowas fordert.

Und der Gegentest? Ich weiß, für Feministen ist “hat es schlechter” ein einstelliger Operator und braucht nicht das vergleichende “als was”, aber aus akademischem Interesse…

m_sollten

Als erstes also ein Aufruf zur Verstümmelung. Nett.

Der Treffer mit den Sprüchen führt u.a. als dritten Treffer zu dieser Seite.

Dass Frauen immer das letzte Wort haben, liegt einfach daran, dass den Männern nichts mehr einfällt.

Der erste Mann auf dem Mond! Ein guter Anfang!

Der Mann ist das Haupt der Familie, und die Frau ist der Hut darauf.
Amerikanische Sprichwort

Es heißt “le” problem, weil Probleme immer männlich sind.

Es ist bestimmt kein Zufall, dass man als Vogelscheuchen immer nur Männer aufstellt.

Ein anständiger Mann stirbt mit 40, damit seine Frau noch was vom Leben hat.

Eine Frau, die so gut sein will wie ein Mann, hat einfach keinen Ehrgeiz.

Ein Mann in Pension stellt oft einen Vollzeitjob für die Ehefrau dar.

Jungs sind wie Mixer, wenn man sie anmacht drehen sie durch.

Das Geilste an meinem Ex war ich!

MANN: Minderbemitteltes absolut notgeiles Nichts

Männer sind nicht immer, was sie scheinen, allerdings selten etwas Besseres.
Victoria ehemalige Königin von UK (1819-1901)

Merke: Misandrie gibt es nicht.


Der Gegencheck mit den Männern hätte jedem Menschen einfallen können, dem die Scheuklappen nicht schon tief ins Hirn eingbrannt sind.

Mit ein wenig technischem Verständnis schaut man genauer hin und sieht:

Dass da ein Vorschlag auftaucht lässt keinerlei Schlüsse zu darüber, wie viele Seiten tatsächlich entprechenden Inhalt haben und wieviele Leute zustimmen.

Google Vorschläge sind das Resultat nicht nur der Inhalte der Webseiten, sondern auch der Anzahl der Suchanfragen. Wenn du eingeloggt bist, sogar mit Schwerpunkt auf deine eigenen Suchanfragen.

Im verlinkten Artikel zeigt Georg Jähnig, dass die von der UN angeprangerten Suchphrasen so gut wie nie eingegeben werden. Nur in der Zeit, in der die Werbeagentur den Spot und die dahinter stehende Kampagne erstellte, da hatten die Anfragen eine Häufung auf das Fünffache.


Und so sieht man, wie man aus verlogenem Scheiß Bonbons machen kann.
Der Feminismus macht’s vor.

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2 thoughts on “Wie Feminismus funktioniert, in einem Film gezeigt

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