Was motiviert zur Solidarität?

Evochris verlinkt heute in einem Nebensatz auf Sandra Charlotte (immerhin besser als “Helena Selene” oder “Yorrick-Nein”), der zur Nationalhymne nichts einfällt außer “Nazi”.

Ich konnte die mal auswendig, die Hymne. Heute ist nur noch “Einigkeit und mmmh und mmmmmmhmhm, für mmmh mhmmmh mmhhmhm” übrig. Also muss Google her.
Der Text ist von 1841 von von Fallersleben. Nietzsche und Tucholsky, welch seltsames Paar von Aussage-Brüdern, fanden sie doof.

“Deutschland über alles” ist natürlich heute nicht mehr politisch korrekt. Finde ich aber auch nicht problematischer als “Rule, Britannia”, was in England auch heute noch voller Inbrunst gesungen wird.

While thou shalt flourish great and free:
The dread and envy of them all.

Interessant finde ich die zweite Strophe der Nationalhymne:

Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten schönen Klang,
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang –
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang!

Ein klarer Appell an die Männer des Landes, sich mit stolzgeschwellter Brust den Arsch aufzureißen.
Natürlich ist es ein weit gefasstes Feld, diese “edle” Tat. Ich würd darunter alles Uneigennützige fassen, wie Freiwillige Feuerwehr und Steuern Zahlen.

Zu solch uneigennütziger, irgendwie solidarischer Tat für Andere, die man nicht persönlich kennt, muss man irgendwie motiviert werden. Früher diente dazu Nationalstolz.

Meinen Zivildienst damals habe ich durchaus noch mit der Einstellung: “Ich kann für mein Land ruhig Einsatz zeigen.” abgeleistet. Heute hätte ich nicht das geringste schlechte Gewissen mehr, mir mit irgendeinem fadenscheinigen Arztattest ein T5 bescheinigen zu lassen.

Was bleibt eigentlich von den Motivationen von früher noch übrig? Was bleibt übrig von der zweiten Strophe?

Hmmm

Deutscher Wein ist wirklich gut.

Aber sonst? Vielleicht:

Deutscher Fussball, deutsche Arbeit,
Deutscher Wein und deutsches Bier.
Bleibt zu hoffen, dass das ausreicht,
uns zu stärken im Gefühl von “Wir”.
Denn sonst gibt es keine Einheit
nur noch egoist’sche Gier
Deutscher Fussball, deutsche Arbeit,
und ganz dringend deutsches Bier

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