Kick-Ass-Frauen im Film

Es wird immer überzeugender…

passend dazu.

Advertisements

Feministinnen verstehen; geht das? Heute Tina Groll

Es treibt mich immer mal wieder um, ob ich nicht doch die Statik von feministischen Gedankengebäuden (nein, nicht Luftschlössern, das wäre polemisch) nachvollziehen kann.
An Stellen, an denen ich selbst wohl Strebebögen oder doch wenigstens ein solides Fundament einbauen wollte, scheinen Gebilde von Feministinnen scheinbar schwerelos zu schweben.

Wie machen die das?

Heute ruft Tina Groll die Feministin des 21. Jahrhunderts aus, die grad ihr Meisterwerk “Weil ein #Aufschrei nicht reicht” veröffentlicht hat. Von Meistern sollst du lernen. Also spitze ich Ohren und Bleistift, setze mir meine Lernmütze auf und begebe mich auf die Suche nach dem Geheimen Wissen…
Continue reading

Von Echten Problemen, Folge 77: Die der jungen Frauen

Dieser Beitrag ist ziemlich amerikanisch und nicht ganz fair. Da aber hin und wieder ein starker Kontrast etwas sichtbar machen kann, was sonst untergeht, will ich die Idee auch hier aufgreifen.

Der Auslöser ist ein Tumblr unter dem Titel “justgirlythings”, auf dem die Themen, Wünsche und Probleme junger Frauen grafisch/bildlich inszeniert werden. Es ist reine Unterstellung meinerseits, dass hier das durchschnittliche Leben der Mein-Feminismus-Feministin ziemlich gut wiedergegeben wird.
Ein paar aktuelle Bilder:


You get the drift…
Continue reading

Argumentieren für Fortgeschrittene. Heute: Jezebel

petpanther weist in einem Kommentar bei evochris auf den Forbes-Kolumnisten Bill Frezza hin, der von Forbes dafür gefeuert wurde, dass er betrunkene Frauen auf Dorm-Parties aufgrund der derzeitigen Politik und Rechtssprechung für ein nicht-versicherbares Risiko hält.

Forbes hat den Artikel inzwischen gelöscht, aber interessanterweise zitiert Jezebel ihn vollständig, dass man seine Argumente noch gut nachlesen kann.

(Anmerkung: An vielen amerikanischen Universitäten gibt es fraternities und sororities, also Bruderschaften und Schwesterschaften, vergleichbar mit den Häusern in Hogwarts, aber eben nach Geschlechtern getrennt.)

Die Argumente sind in etwa:

  • Anekdotisch: Kürzlich ist auf einer Fraternity-Party am MIT ein besoffenes Mädchen beim Tanzen aus dem Fenster gefallen. Die panische Uni-Verwaltung untersagte daraufhin alle weiteren Fraternity-Parties.
  • Systemisch: In Amerika ist Alkoholkonsum erst ab 21 erlaubt. Erst-Semester sind üblicherweise jünger. Wer also davon ausgeht, dass er auf einer Party mehr Spaß hat, wenn er einen sitzen hat – also die meisten in dem Alter – glüht vor. Das geht recht effizient z.B. mit einer halben Flasche Wodka im Bauch, bevor man bei der Party ankommt.
  • Systemisch: Jungs, die vorgeglüht zur Party kommen, werden schon heute nur selten reingelassen. Ebenso kräht kein Hahn danach, wenn ein besoffener Junge mit auffälligem Verhalten von den Türstehern von der Party entfernt wird. Das Gleiche gilt nicht für Mädchen. Die werden sowohl quasi unkontrolliert reingelassen als auch auf der Party geduldet, egal, welches Verhalten sie zeigen.
  • Anekdotisch: Einmal geschah es, dass ein heftig vorgeglühtes Mädchen nicht auf eine Party der Fraternity gelassen wurde. Sie brach auf dem Gehweg vor dem Haus zusammen und musste per Krankenwagen abtransportiert werden. Die Fraternity bekam dafür einen offiziellen Tadel. Man stelle sich die Konsequenzen vor, wenn sie kurz hinter der Tür im Inneren des Hauses zusammengebrochen wäre.
  • De facto: Fraternities haben bereits heute strenge Regeln, die bei der Organisation einer Party eingehalten werden müssen, wenn man nicht rausfliegen will. Das Handbuch zum Risk Management ist 22 Seiten dick und würde jeden sprachlos machen, der vor 20 Jahren an der Uni war. Das einzige Risiko, das weder eingeschätzt noch von der Bruderschaft selbst kontrolliert werden kann, ist die verantwortungsbefreite betrunkene Frau.
  • De facto: Im heutigen Rechtssystem ist es so, dass eine Frau, vor allem, wenn sie betrunken ist, für nichts die Verantwortung tragen muss, was im Zusammenhang mit ihr passiert. Die Verantwortung wird auf den Mann, das Haus, das Institut, die Uni verschoben, je nachdem.
  • Beispiele für die vermeidbaren Vorkommnisse, die – sobald sie denn passiert sind – Leben und auch die Fraternity selbst ruinieren können.:
    • Alkoholvergiftung vor, während oder nach der Veranstaltung
    • Sterbefälle oder schwere Verletzungen, wenn jemand die Treppe runter oder vom Balkon fällt. (Siehe oben)
    • Sterbefälle oder schwere Verletzungen aufgrund von Verkehrsunfällen auf dem Weg nach Hause
    • Ungerechtfertigte Beschuldigungen wegen Vergewaltigung, auch Monate nach der Veranstaltung, wenn das Mädchen ihr Verhalten auf der Party bedauert
    • Ungerechtfertigte Anzeigen bei der Polizei z.B. dass gerade ein Gang-Rape im Gang sei. (Das sei tatsächlich passiert. Die Party-Gäste bekamen von dem “Gang-Rape” erst was mit, als 30 Polizisten (vermutlich mit gezogener Waffe) das Haus stürmten.)

    Das scheinen mir alles plausible Beispiele zu sein, wie die Verantwortung für das Fehlverhalten Einzelner rechtlich dem Haus zugeschoben werden kann, mit desaströsen Folgen.

  • Zusammenfassend: Wenn einer Frau – gerade wenn sie betrunken ist – etwas passiert, oder wenn sie im Nachhinein das Gefühl hat, ihr sei etwas passiert, bekommt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit der Mann – oder in Abwesenheit eines konkreten Mannes: sein Haus – die Schuld und muss die Konsequenzen tragen. Dies kann als empirisch belegter Fakt gelten.
  • Daraus folgen diese Empfehlungen:
    • Lass keine betrunkenen Menschen auf deine Party. Das gilt nicht nur für Jungs, das gilt vor allem auch für Mädchen.
    • Neben den Türstehern sollten einige Mitglieder der Bruderschaft den Auftrag haben, den Zustand der Partygäste, vor allem der weiblichen, im Auge zu behalten. Wer außer Kontrolle ist, wird in ein Taxi gesetzt. Zur Not übernimmt die Fraternity-Verwaltung die Kosten, falls das Taxi nicht anders zu bezahlen ist.
    • Falls eine sich weigert, die Party zu verlassen, wird sofort die Campus-Polizei gerufen.
    • Auf gar gar gar keinen Fall nimmt jemand eine betrunkene Frau mit auf sein Zimmer. Nicht mal, wenn er einen unterschriebenen Vertrag hat, dass sie auch Lust auf Sex hat.
    • Achte auf deine betrunkenen Brüder. Auch ein betrunkener Mann, der mit einer betrunkenen Frau auf sein Zimmer geht, hat immer die Alleinschuld in den Augen der Obrigkeit.
    • Bis zu dem Tag, an dem Jugendliche ab 18 Alkohol trinken dürfen (und damit Vorglühen unnötig wird) und an dem jede Einzelne wieder selbst die Verantwortung für ihre Taten zu tragen hat, muss eine betrunkene Frau als tickende Zeitbombe angesehen werden.

Vor dem Hintergrund des Status Quo der Universtiären Rechtssprechung ist das meines Erachtens eine sehr vernünftige Argumentation. MGTOW für Fraternities.


Interessant sind die Argumente, die Jezebel gegen die Darstellung von Frezza anführt:

Die Polemiken, die Jezebel auffährt hingegen geben eine etwas längere Liste:

  • Bill Frezza sieht auf dem Photo neben dem Artikel diabolisch aus: dzpg4dqfgxhl4fkq48ck
  • Es ist irgendwie gruselig (“creepy”), dass Frezza sich immer noch um Belange seiner Fraternity kümmert.
  • “How do the drunk female guests get into the fraternity houses? How do they get drunk? Why do they get drunk? God, drunk females are so mysterious.” – Die ersten beiden Fragen werden von Frezza beantwortet: Weil sie hübsch und weiblich sind, lassen die Türsteher sie wider besseres Wissen rein. Sie trinken im eigenen Dorm ne halbe Flasche Hochprozentiges. Warum sie das tun spielt für den Artikel keine Rolle.
  • “(…) women showing up drunk in a move that absolutely has no social context that is reflective of troubling norms in Greek life.” – Das Problem ist nicht betrunkene Frauen, sondern dass Jungs in Fraternities Sex mit jungen Frauen haben wollen.
  • “What a bad lot they’ve drawn in life.” – Außerdem geht’s denen sowieso viel zu gut, es kann nicht sein, dass die ernst zu nehmende Probleme haben könnten.
  • “Ticking time bombs is what I call my boobs, but only when I’m drunk.” – Nein, wirklich. Der Satz widerlegt, dass eine Frau Monate später entscheiden kann, dass auf der Party ein Verbrechen stattgefunden hat. Irgendwie.
  • “False accusations of rape more concerning than actual rape perpetuated by frat members on incapacitated women?” – Solange irgendwo auch nur eine Frau auch nur den Hauch eines Problems hat, ist es moralisch nicht vertretbar, über Probleme von Männern zu reden. Und false accusations gibt es ja sowieso eigentlich gar nicht.
  • “Men capable of sensibly and knowledgeably discussing sexual assault must be wincing so hard right now. You’re setting men back, Frezza.” – Wer nicht dem feministischen Diskurs folgt, ist weder vernünftig, noch weiß er, wovon er redet. Das ist quasi per definitionem nicht möglich.
  • Das Resümee: “Blaming the problem on other people and taking zero time for self-reflection is exactly how fraternities arrived at their punchline status in the first place.

    But I understand the need for constant vigilance. If Forbes didn’t want a column like this in its house, it should have stopped Bill Frezza at the door rather than letting him in to shit up the joint. It only takes one drunk female or idiot blowhard to ruin things for everybody.”

Also eigentlich das Übliche:
Die Probleme, um die es geht, betreffen keine Frauen, also sind es keine echten Probleme.
Die Probleme, um die es geht, werden angeblich von Frauen verursacht, das kann nicht sein, also muss der Autor ein Monster sein.


Wunderbar der Kommenar auf der Jezebel Seite von hellbetty666:

I’ve had many sexual encounters I’ve regretted – sometimes just minutes after they happened, some when I was off my taters on drugs/alcohol.

Not one of these encounters was rape because I enthusiastically consented beforehand. Strangely, I never felt the need to pursue rape claims as a result of my regrets.

I’m sure I’m not the only one, so can we please stop with the “she regretted it and then cried ‘RAPE’ because that’s the easy thing to do”

MaW: Ich habe noch nie jemanden wegen Regret Rape angezeigt. Und es gibt bestimmt noch andere, die das auch noch nie getan haben. Ergo: Das Phänomen Regret Rape gibt es nicht.
QED.

Ergänzend schreibt Hello_My_Lover:

Furthermore, maybe if they stopped assuming women should feel ashamed and regretful after having sex, we’d be able to knock out that COMPLETELY TINY number of “false rape accusations.”

Leider schreibt sie nicht dazu, wer “they” sind.

dalilalala hingegen belegt, ohne es zu merken, inwiefern es gefährlich ist, eine betrunkene Frau mit aufs Zimmer zu nehmen.

Don’t take a drunk woman into your bedroom because she might falsely accuse you of rape? Don’t even let drunk women into your party because they have tempting boobs of satan designed to torture your pure soul?

Can we please step away from the “MEN CAN’T CONTROL THEIR WILD ERECTIONS SO IF THEY ASSAULT YOU IT’S NOT THEIR FAULT” theory? Guys. You aren’t 3 month old puppy dogs. You can control your actions. I promise! Women aren’t that powerful.

Merke: Es gibt keinen Unterschied zwischen betrunkenem Sex (den sie nachträglich bereut) und Sexual Assault.