The Telegraph und der patriarchale Nobelpreis

Dieser Artikel macht gar nicht erst explizit, was er eigentlich will.

Er sammelt in erster Linie Zahlen, wie hoch der Prozentsatz von Nobelpreisen ist, die an weiße Männer gegangen sind.

Dass die beabsichtigte Interpretation vermutlich “Raaah!!! Frauen werden UNTERDRÜCKT!!!!” ist und nicht “Wow, wir sind am Arsch, wenn wir weiße Männer daran hindern, Großes zu leisten, denn von den anderen kommt nicht viel.” kann man nur an Formulierungen erkennen.

Zum Beispiel die Überschrift: “How the Nobel Prize has favoured white western men for more than 100 years” (Meine Betonung)

Man hätte ja bei gleicher Datenlage auch formulieren können: “Nobel prize distribution show: white western men pillars of civilisation”

Ach dieses Patriarchat immer. Wie soll sich da das zarte Stimmchen des Feminismus’ in diesen unterdrückenden Medien Gehör verschaffen?
Ich weiß es auch nicht.

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8 thoughts on “The Telegraph und der patriarchale Nobelpreis

  1. “How the Nobel Prize has favoured white western men for more than 100 years”
    Dabei sagen die Statistiken gar nichts über die Hautfarbe der Gewinner. Lediglich die Nationalität wird aufgefächert, aber das ist selbstverständlich nicht das selbe. Vielleicht sollte jemand die feministische Feuerwehr alarmieren?

  2. Alles was Männer (von sich aus) machen und gemacht haben, wird von Feministinnen schlecht gemacht, alles! Und natürlich noch alles was in Verbindung zur Männlichkeit steht…

  3. “Favoured” klingt so, als sei eine völlig gleichverteilte Menge an Leuten mit Spitzenergebnissen in allen Zeiten da gewesen. Aber das war ja gerade nicht so: Ein Studium und die Ruhe (den Rückhalt, um ganztags zu forschen) bekamen vornehmlich weiße Männer. Insofern kann der Nobelpreis einfach ausdrücken, was früher der Fall war.

    Anzunehmen, dass der Nobelpreis in seiner bisherigen Geschichte diskriminierend war, würde sogar das eigentliche Problem verdecken: Dass es natürlich ein langer Weg war, bis Frauen und/oder Schwarze studieren und dann ganztags arbeiten konnten.

    Globale Statistiken haben natürlich ein Problem: Sie schmeißen alles über alle Zeiten hinweg zusammen. Interessanter wäre doch ein Jahrzehnt- oder Äravergleich: Wie hat sich die Verteilung gewandelt (ich würde z.B. davon ausgehen: weg von den Deutschen hin zu den Amerikanern, Drittes Reich sei Dank)?

    Lesetipp: Ein Interview mit Prof. Christiane Nüsslein-Volhard, deutsche Nobelpreisträgerin für Medizin. Sie kennt sich mit dem Thema “Frau in der Spitzenforschung” offensichtlich aus. Was sie über junge Talente sagt, ist wenig schmeichelhaft. Ich finde ihre Perspektive “alles geht eben nicht” sehr realistisch und nachvollziehbar.

    Das Interview erschien übrigens in der Emma, einer bislang des Antifeminismus eher unverdächtigen Zeitung. Ein Artikel derselben Ausgabe lautete “Maskulisten: Die Verschwörung der Frauenhasser”…

    • Interessantes Interview.

      “Und wir fragen sie auch, ob ihre Männer sie unterstützen. Und dann ist es leider oft so, dass umgekehrt die Frauen ihre Männer unterstützen, weil die noch kein Geld verdienen. Das wollen wir natürlich nicht fördern.”
      Männer, die kein Geld verdienen, sondern von ihren Frauen unterstützt werden, ja wo kämen wir denn da hin?

      • Nun, an dieser Stelle passt das ja. Es geht um die Spitzenstellen, um ganz oben forschen zu können. Da muss alles andere im Zweifelsfall hintenanstehen. Analog zum Manager, der nicht “mal eben ein wenig kürzer treten kann”, um mehr Zeit für seine Familie zu haben.

        Es ist sogar erfrischend offen und ehrlich, sinngemäß: “Wenn Sie als Bewerberin ganz oben mitspielen wollen, dann müssen Sie natürlich Ihr Leben darauf einstellen.”

        Die Förderung soll den Frauen den Rücken freihalten und nicht dazu verwendet werden, dass die Frauen damit ihren Männern unter die Arme greifen. Es geht um die Spitze, aber ich kann es auf meine Situation übertragen: Wenn man mir 400 Euro für eine Putzkraft gibt, damit ich im Ausgleich noch ein paar Stunden extra kloppen kann, wird man auch nicht wollen, dass ich die 400 Euro meiner Freundin gebe, weil die noch studiert und kein Geld verdient. (So ist es zum Glück nicht, aber ich finde die Idee von “Putzkraft-Incentives für Überstunden” gar nicht verkehrt, denn das höre tatsächlich im Alltag mal, dass das ein Problem wird, wenn man sehr spät nach Hause kommt.)

      • “Men cannot go backward sexually; women cannot go backward in lifestyle. Can’t fucking do it . . . . Fellas, you ever been going through some hard times with your woman, you lose your job or something, and your women tries to console you, say, “ Hey, baby, don’t worry; we gonna get through this. We gonna get through this. I know we got some bills. But if we got to get rid of some of this shit, we will get rid of some of this shit.” She’s talking about you! Fellas, if you lose your job you gonna lose your woman. That’s right, she may not leave the day you lose it, but the countdown has begun” (Chirs Rock, 2008)

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