Der Feind der Mein-Feminismus-Feministin ist weniger “Mann” als “man”, das kann man schon mal durcheinander bringen…

Ich bin ja immer noch auf der Suche nach konkreten Belegen für konkrete Anliegen konkreter Feministinnen, welche Missstände in der Welt eigentlich als problematisch empfunden werden. Margret gibt in der Reflektion des #aufstoß-Buches zwei schöne, möglicherweise represäntative Beispiel.

Habe gerade das erste Kapitel durch und sa stehen schon einige Dinge, bei denen ich tatsächlich spontan “verdammt, ja!” rufen möchte.

“Und Frauen ohne Kinderwunsch sind ja eh irgendwie komisch – die haben angeblich “nur” noch nicht den Richtigen gefunden.” (S. 12)

Ergänzend dazu möchte ich noch sagen: Wenn’s nur das wäre. Meine Schwester möchte keine Kinder, obwohl sie Kinder liebt, aus diversen Gründen. Was die sich teilweise anhören muss – unglaublich. Das geht soweit, dass ihrem Partner geraten wird, sie zu verlassen.

“Es ist perfide, uns einerseits zuzurufen “Sei, wie Du bist!”, und andererseits vorzuschreiben “Aber bitte nur auf diese Weise!” – Verdammt, ja! Was haben Männerrechtler eigentlich dagegen, wenn Frauen sich gegen diese widersprüchlichen Ansprüche wehren?

Es ist der üblichen, messerscharfen Realitätsanalyse der heutigen Feministin geschuldet, die mit klaren, tragfähigen empirischen Erhebungsmethoden einem Problem zuleibe rückt, dass wir jetzt ganz genau wissen wer da die Probleme verursacht. Nämlich “man”.

Damit ist auch offensichtlich, dass wir nur das Patriarchat abschaffen müssen, damit man der jungen Frau nicht mehr in sich Widersprüchliches oder gar Unbehagliches sagt.

Das ist genau so plausibel, wie es klingt


Falls nun jemand denkt, Anne und Margret seien die Ausnahme… Der Tumblr whoneedsfeminism ist voller Grauer Gestalten dieser Art.



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5 thoughts on “Der Feind der Mein-Feminismus-Feministin ist weniger “Mann” als “man”, das kann man schon mal durcheinander bringen…

  1. Dem Allerweltsfeminismus fehlt es definitiv an Analyse.

    Ich frage mich aber, ob man dem Phänomen dadurch gerecht wird, dass man dieses Defizit betont. Der hier gezeigte Allerweltsfeminismus greift Probleme der alltäglichen Lebensführung auf. Es sind Probleme, die etwas mit dem Geschlecht zu tun haben. Diese Probleme sind teilweise eher Fehlinterpretationen, aber teilweise existieren sie auch. Das Thema “Kinder” ist zumindest in Deutschland hochemotional besetzt und führt häufig dazu, dass Andere sich berufen fühlen, einen zu belehren. Soviel kann ich auch als Vater dazu sagen. Für dieses Frauenproblem suchen nun Menschen nach einer Lösung, im Grunde nach einer Orientierung. Schließlich sind solche Diskussionen aufreibend und das sind sie deshalb, weil es hier keinen sicheren Boden gibt. Man ist den verschiedenen ideologischen Positionen zum Thema Kinder ausgesetzt und hat selber keinen sicheren Standpunkt, auf den man sich als “richtigen” zurückziehen kann. So etwas kann natürlich nerven. Der Feminismus ist das Versprechen eines sicheren Standpunktes, er suggeriert, einen Fixpunkt im Universum gefunden zu haben, von dem man aus zu allen Fragen klare unstrittige Antworten formulieren kann. Das ist natürlich verlockend, weil es Hilfe für den Alltag verspricht. Und ich finde, man kann das sogar in Grenzen nachvollziehen.

    Teilweise rutscht der Maskulismus genau in die selbe Ecke. Auch der Maskulismus thematisiert sehr gerne Alltagsthemen und deutet sie als Konflikt mit dem Feminismus. Dabei suggeriert auch der Maskulismus nicht selten die Kompetenz, eindeutige Antworten zu haben: in der Gestalt von PickUp, der Evolutionstheorie oder der faktengestützten intensiven Ideologiekritik. Auch hier arbeiten sich Blogger (ich mittendrin) nicht an Gesetzen ab, sondern an Alltagserlebnissen oder an Vorkommnissen in den Medien.

    Insofern könnte man manchmal alles auf folgenden Punkt bringen:
    #whoneeds -ism
    I need -ism, because I need orientation.

  2. Manche Leute suchen ihre Erkenntnis in der Religion. Manche Leute suchen ihre Erkenntnis in der Wissenschaft. Und manche Leute suchen ihre Erkenntnis eben in einer austauschbaren Ideologie.
    In Maßen ist das ja auch alles in Ordnung. Aber sobald es soweit geht, andere zu seiner Heilslehre bekehren zu wollen, oder sogar mit Gewalt dazu bekehren zu wollen, hört der Spaß halt auf.

  3. “Was haben Männerrechtler eigentlich dagegen, wenn Frauen sich gegen diese widersprüchlichen Ansprüche wehren?”

    – Da finde ich irgendwie komisch. Sind es nicht gerade Feministinnen, die Frauen vorschreiben wollen, was das Leben für Frauen (Karriere, finanzielle Unabhängigkeit von bösen Mann, Vorstandposten, etc.) wert macht und die dann eben auch gleichzeitig empfehlen das jeder so sein sollen wie er/sie es mag. Ich bin mir sicher das es irgendwo Männerrechtler gibt, die die Meinung vertreten das Frauen an den Herd gehören. Aber diese Gruppe scheint mir in meiner Wahrnehmung nicht dominat

  4. Hier muss man ja zwischen der Beschreibung des Zustandes “Alle wundern sich, wenn ich als Frau eine wichtige Position innehabe, weil sie immer von einem Mann ausgehen” und der daraus abgeleiteten Wertung “sie wundern sich, weil Patriarchat” unterscheiden.

    Die Beschreibung des Zustandes ist ja ein Fall, der durchaus vorkommt. Ich habe auch schon mal die Geschäftsführerin mit der Sekretärin verwechselt, weil ihre Kleidung relativ unauffällig (in Hinblick auf “status”) war und sie uns Sitzpätze anbot und sich dann gleich um Cafe etc kümmerte, ohne zu sagen, wer sie eigentlich ist.

    Die Analyse der Gründe ist ja das, was dann das angreifbare ist. Die Erwartung, dass es eher ein mann ist, entsteht ja eher, weil es meist ein mann ist.
    Dennoch kann ich verstehen, wenn einige Frauen zu offensichtliches Hinweisen darauf, dass man einen Mann erwartet hat, stört. Daraus lässt sich aber eben nicht einfach das Patriarchat herleiten

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