Nun ich auch noch zum Streetharassment…

… muss das sein?

Eigentlich nicht, aber mein Kommentaransatz zu diesem Blog-Beitrag wurde so lang und möglicherweise kontrovers, dass ich ihn lieber hier platziere.

J. Adler tanzt dort um die Frage “Haben wir im Zusammenhang mit Street Harassment ein Ausländerproblem?” herum, eine Frage, die in Deutschland auf keinen Fall mit “Ja” beantwortet werden darf, weswegen der Blog sich auf die Frage “Vielleicht sollten wir darüber reden, ob das Problem eine kulturelle Komponente hat?” zurückzieht.

Mit all dem, der Vorsicht und der abschließenden Frage, bin ich einverstanden und stimme zu.

Es ist aber ein kleiner Satz in der Mitte, der mir übel aufstößt.

“Selbst kurze Röcke oder transparente Oberteile sind keine Einladung für Irgendwas. “

Ist das ein Strohmann oder eine ungeschickte Formulierung?

Natürlich ist ein Outfit keine Einladung, aber ebenso selbstverständlich ist es eine Aussage.

Wenn ich in einer Napoleons-Uniform durch die Stadt laufe, ist die Aussage entweder “Ich bin nicht ganz dicht” oder “Ich möchte Aufmerksamkeit”.
Wenn ich in Springerstiefeln und Bomberjacke durch die Stadt laufe, ist die Aussage entweder “Ich bin nicht ganz dicht” oder “Ich erkläre mich öffentlich dem Rechtsaußen Bereich zugehörig”.
Wenn ich mit lila Haaren, Tattoos und Piercings durch die Stadt laufe, ist die Aussage “Ich will nicht als Spießer gesehen werden, also lebe ich meine Spießernatur aus, indem ich die Anti-Spießer Uniform trage”.

The Medium is the Message. Jede Kleidung sagt was aus.

Jeans, karierte Hemden und Schnauzbart sagen etwas aus.
Kurzer Rock und transparentes Top sagen auch etwas aus und zwar etwas ganz, ganz anderes als Schlabberjeans und kariertes Hemd.
Nämlich vermutlich etwas wie “Ich fühl mich sexy und möchte auch so wahrgenommen werden.”

Das ist so elementar und offensichtlich, dass jede Diskussion, in der die Betrachtung dieses Sachverhalts verboten wird, sinnlos ist.

Kleidung und Auftreten sind wichtiger Bestandteil der Kommunikation, die Passanten miteinander führen. Die Themen, die in dieser Kommunikation zwischen Passanten behandelt werden, reichen von “Ich gehe jetzt da lang, kannst du ausweichen und dort lang gehen?” über “Du hast beim Blick auf dein Handy die rote Ampel übersehen” (z.B. durch kurze Berührung am Arm ausgedrückt) oder “Ich bin König Wichtig und auch mein Zweitwagen ist ein Ferrari; sprich mich also nicht an, wenn du ein Prolet bist” oder “Haste mal ne Mark?” bis zu “Haben Sie mal 5 Minuten für eine Marketing-Befragung”.
Alles non-verbal.

Diese Beispiele sind relativ eindeutig zu interpretieren.
Andere brauchen einen ähnlichen kulturellen Hintergrund zwischen Sender und Empfänger.

Oliver Flesch berichtet hier zum Beispiel, wie er in Kalifornien an seinem ersten Tag von einer Kalifornierin auf der Straße mit “Hey, how you doing?” angesprochen wurde.
In Deutschland wäre die Bedeutung jedenfalls irgendwas in Richtung “Ich möchte mit dir zu tun haben”. In Kaliforniern bedeutet es nicht mehr als “Ich bin grad gut drauf”.

In Südamerika ist angeblich eine Frau, die sich rausgeputzt hat, zutiefst beleidigt, wenn man ihr kein Kompliment macht. Das sprichwörtliche Girl from Ipanema.
Ein Freundin, die in Indien unterwegs war, berichtet, dass westliche Frauen dort nicht zuletzt wegen ihrer Kleidung generell den Ruf von ‘leichte Mädchen’ haben.

Und ehrlich gesagt, kann ich das nachvollziehen. Wenn ich in Florenz die jungen Amerikanerinnen (und nicht nur die) sehe, die im Nachthemd im katholischen Dom rumtrapsen und alles anblitzen, kann ich den Gedanken “respektlose Schlampe” auch nicht aus meinem Kopf fernhalten.

tourists

Was für eine Arroganz braucht es für die Annahme: “Nur meine kulturellen Grundannahmen sind gültig. Wer aus anderen Kulturen kommt, hat sich nach mir zu richten.” Wobei ich absichtlich nicht “wir” geschrieben habe, denn wir sind ja keine Kultur, die einstimmig der Meinung ist, es sei unbedenklich, dass junge Frauen in Unterwäsche die Städte bevölkern oder fastnackte Gröltussis weihnachts auf Altäre springen.

Apropos: Ich bin Agnostiker, nicht Christ. Aber ich habe Respekt vor anderen, gewachsenen Traditionen und Kulturen.

Von den Menschen aus anderen Kulturen, die in Deutschland leben, wird nicht mal erwartet, dass sie unsere Sprache sprechen. Wo kommt die Erwartung her, dass sie sich aber bitte wenigstens soweit kulturell einnorden, ein Mädchen in der Kleidung einer Bordsteinschwalbe nicht als sexbetont wahrzunehmen, sondern sich selbständig den Hijab dazu zu denken?

Das ergibt alles keinen Sinn.

Wenn diese “kulturelle” Forderung, dass jeder tragen kann, was er oder sie will, ohne behelligt zu werden, wenigstens konsequent von ihren Proponenten umgesetzt würde…
Dann wäre es genauso OK, dass ein Mann in Unterhose durch die Nacht läuft, wie dass eine Frau im Alltag mit ihrer Kleidung alle sexuellen Reflexe jeden Mannes reizt.

Da davon aber nicht ansatzweise die Rede sein kann, im Gegenteil genau diejenigen, die maximale Freiheit für Frauen fordern, andererseits den Schlafwandler vernichtet sehen wollen, geht es wohl doch um was anderes als “freie Ausdrucks- und Kleidungswahl”.

Die Aussage hinter dem durchsichtigen Top und der hinternbetonenden Hotpants ist nicht nur “Ich fühl mich sexy” sondern – viel wichtiger – ein selektives “Du bist nicht in meiner Liga, bleib mir fern, nur tolle Männer dürfen mich ansprechen”

Womit ich bei der subjektiv wichtigsten Schlussfolgerung für mich bin: Ich stelle fest, dass der Feminismus und seine – lauten wie stillen – Anhänger und Nutznießer mir jede Neigung zum weißen Rittertum ausgetrieben haben. Street Harassment als Problem tangiert mich nicht, es ist ein PAL.
Kleine Mädchen, die auch Probleme durch ihr “sexy” Spielen haben, lösen in etwa die gleiche Empathie in mir aus wie König Wichtig mit dem Ferrari, der darüber klagt, wieviel Pöbel sich in letzter Zeit in seinem Golfclub rumtreibt.

“Selbst kurze Röcke oder transparente Oberteile sind keine Einladung für Irgendwas. ”

Strohmann. Ziemlich deutlich ein Strohmann.

Advertisements

13 thoughts on “Nun ich auch noch zum Streetharassment…

  1. Das ist jetzt das erste Mal, dass mir ein Strohmann vorgeworfen wird. Ich weiß auch gar nicht, was ich sagen soll, außer, dass das absolut nicht meine Intention war.
    An einigen Stellen habe ich gelesen, dass die junge Dame sich nicht wundern muss, bei ihrer eng anliegenden Kleidung und Doppel-D-Körbchen. Das geht schon sehr stark in Richtung “echtes Victim blaming” wie “wenn sie so rumläuft, brauch sie sich nicht wundern, wenn sie vergewaltigt wird”. Ich bin mir sicher, das hat so keiner gemeint, und es war auch keine annähernd schlimme Aktion dabei, aber es wird eben eine ähnliche Botschaft vermittelt. So habe ich das ganze einfach nur weiter gesponnen. Ich sage ja auch sehr deutlich, dass blicke und “gepflegtes” ansprechen nicht verwerflich sind, nur weiteres geht einfach gar nicht. Auch nicht, wenn sie wie eine Bordsteinschwalbe herum läuft, aus welchen Gründen auch immer.
    Natürlich ist die Art, wie man sich kleidet auch immer eine Aussage. Ich behaupte nie etwas anderes. Aber “leichte Kleidung” sagt trotzdem nicht aus “mach mit mir was du willst”.
    Ich selbst schenke diesen Damen in der Regel absolut keine Beachtung, da das einfach nicht der Typ Frau ist, der mich interessiert. Und es begeistert mich sogar, dass die ein oder andere verärgert darüber ist, nicht beachtet zu werden.
    Als weißer Ritter renne ich auch nicht durch die Welt, außer ich werde zeige von richtigen Übergriffen egal welcher Art, da greif dann natürlich die Zivilcourage.

    • Hmmm, ich habe in stärkerer Lautstärke geschrieben als beabsichtigt. Scusi.

      Ich glaube, ich meinte nicht eigentlich _deinen_ Beitrag mit dem Strohmann, sondern all die vorher gelesenen Beiträge von Frauen, die grundsätzlich jegliche Beteiligung der Frau am Geschehen mit dem Vorwurf “Victim Blaming” wegwischen, und die du mit dem kritisierten Satz quasi direkt zitierst. Das kam in meinem Kopf durcheinander.

      Vermutlich unterscheidet unser Empfinden nur an zwei Punkten. Eine Frau, die sex-betont gekleidet durch ein Araberviertel geht und ein Mann, der in der Bronx über “Nigger” redet, während Einwohner zuhören, machen bezüglich ihrer Eigenverantwortung in meinen Augen das Gleiche.
      Dabei ist für mich der Ort entscheidend. Wer in einer Kopenhagener Zeitung eine Karikatur über einen hier nicht weiter genannten Propheten veröffentlicht, dem ist m.E. nichts vorzuwerfen. Wer das gleiche im Mecca Bugle tut, ist nicht ganz dicht.

      Daraus folgt der zweite Punkt, wo ich dir nicht zustimme: “…nur weiteres geht einfach gar nicht.” Das ist DEIN kulturell fundierter Standpunkt. Andere Kulturen sehen den Umgang mit “leichten Mädchen” anders, und du nimmst m.E. die Geisteshaltung von Kaiser Wilhelm II ein, wenn du das ohne Wenn und Aber als “falsch” bezeichnest.

      Wohlgemerkt: “falsch”, nicht “Wir wollen das hier anders haben”.

      Die Geisteshaltung hinter “falsch” ist “Diese Wilden müssen dringend zivilisiert werden!”.
      Im Gegensatz zu “Wir waren zuerst hier, deutlich zuerst, und wir legen Wert auf unsere eigenen Spielregeln. Wenn du unsere Spielregeln nicht akzeptieren willst, haben wir ein Problem miteinander.”

      Das erste halte ich für moralisch nicht haltbar. Das zweite finde ich vollkommen angemessen.
      “geht gar nicht” ist in meinen Augen ersteres. Daher mein Widerspruch.

      Und ich bleibe dabei, dass die “Einladung” in dem Spruch irreführend ist. Es geht um die Art der Kommunikation. Der Tonfall und das Vokabular kann nicht einfach kontextunabhängig eingesetzt werden.
      Während es in Männerteams häufig vollkommen OK sein kann zu sagen: “Du spinnst, das funktioniert so nicht.” ist in Frauenteams klassischerweise die gleiche Aussage besser als “Das ist eine gute Idee, eine sehr gute, lass uns über diesen Aspekt noch einmal gemeinsam nachdenken.” formuliert.

      Ebenso wird in Neukölln der Gedanke “Ich bin eine Frau mit hohem ‘Marktwert'” am besten nicht durch möglichst viel Haut ausgedrückt. Viel Haut bedeutet hier etwas anderes.
      Das ist ein Fakt, der nur zu ändern ist, indem der kulturelle Boden dort verändert wird.

      Nur: wie soll das passieren? Welche Motivation hat einer, der in Umständen lebt, in denen er es nicht für problematisch hält, eine Frau so zu behandeln, dass diese sich belästigt fühlt, welche Motivation hat der, sein Verhalten zu ändern?
      Nur weil wir – Leute, die er nicht sonderlich respektiert – das irgendwie besser finden?

      • “Das erste halte ich für moralisch nicht haltbar.”
        Damit würdest du aber die Existenz von universellen Menschenrechten bestreiten. Universell bedeutet, dass sie an jedem Ort und zu jeder Zeit gelten, unabhängig von der dortigen Kultur. Das einfach mit dem Kaiser gleich zu setzen, greift hier zu kurz.

      • “Damit würdest du aber die Existenz von universellen Menschenrechten bestreiten”

        Ja, ich denke, das tu ich. Ich glaube nicht, dass es Rechte gibt, die objektiv von Gott gegeben sind.
        Ich denke, dass Rechte und generell Moral etwas sind, was Menschen untereinander aushandeln. Und verschiedene Kulturen kommen zu verschiedenen Ergebnissen.
        Der Begriff “Universelle Menschenrechte” verschleiert nur den Kern von “Mein Glaube ist der einzig wahre”.

        Sicherheitshalber: Ich ergreife hier nicht Position gegen die “Menschenrechte”.
        Ich sage nur, dass die nicht objektiv wahr sind, sondern etwas, was manche Kulturen sich in der Aufklärung oder danach auf die Flagge geschrieben haben.

        Der Unterschied von “Wir wollen das so haben” und “Das ist objektiv wahr und nur Teufel verstoßen dagegen.”

      • “Ich glaube nicht, dass es Rechte gibt, die objektiv von Gott gegeben sind.”
        Der Bezug auf Gott ist unnötig. Sie können aus einer rein weltlichen und menschlichen Moral abgeleitet werden.

        “Ich sage nur, dass die nicht objektiv wahr sind, sondern etwas, was manche Kulturen sich in der Aufklärung oder danach auf die Flagge geschrieben haben.”
        Inwiefern ist das ein Widerspruch? Wieso können Erkenntnisse aus der Aufklärung nicht objektiv sein?
        Das Problem ist, wenn du die Objektivität grundsätzlich in Frage stellst, dann gibt es keine moralische Grundlage für eine gesellschaftsübergreifende Wertung wie das Völkerrecht. Wie könntest du beispielsweise eine Intervention in Ruanda rechtfertigen? Man könnte ja entgegnen, dass ethnische Säuberungen in dieser Kultur eben akzeptiert sind. Und wenn du das nicht gut findest, so ist das lediglich deine subjektive (westliche) Meinung.

      • “Der Bezug auf Gott ist unnötig.”

        Der Bezug auf eine objektive Instanz, die das Gesetz gegeben hat, ist nötig. Da kommen entweder Gott oder die Natur in Frage. Wenn die Menschenrechte also nicht von Gott kommen, müsstest du nachweisen, dass sie sozusagen den Status eines Naturgesetzes haben, damit man ihnen eine nicht-diskutierbare allgemeine Gültigkeit zusprechen kann.
        Das wird nicht gelingen. Wenn die Universellen Menschenrechte eben das wären: universell, dann wäre m.E. nicht erklärbar, weshalb so gut wie jede Kultur in ihrer Geschichte Sklaven hatte.
        Die Natur gibt offenbar genau das Gegenteil von den Universellen Menschenrechten vor.

        “Wieso können Erkenntnisse aus der Aufklärung nicht objektiv sein?”
        Die Erkenntnis der Aufklärung ist gerade, dass der Mensch nicht recht wissen kann, ob etwas objektiv wahr ist.
        Erschwerend kommt hinzu, dass Universelle Menschenrechte keine Erkenntnis sind, sondern eine Idee, eine Hypothese, wie die Welt ein besserer Ort werden kann, wobei “besser” auch wieder keine objektive Größe ist. So eine Hypothese kann sich bewähren, eine Kultur kann sich zu der Idee bekennen und sagen: “so wollen wir unser Zusammenleben regeln” und das kann funktionieren oder auch nicht. Aber es kann nicht Wahr sein. Es kann nicht den Anspruch erheben: “Dies ist die einzig richtige Art zu leben.”

        “Wie könntest du beispielsweise eine Intervention in Ruanda rechtfertigen?”
        Jedenfalls nicht mit dem Satz: “Die objektive Moral hat mich zum Schwert des Schicksals ernannt, so dass ich das Böse aus diesem Land vertreibe”. Der etwas übertriebene Pathos ist Absicht. Denn die Annahme einer objektiven Moral ist der Mutterboden von genau dieser Art von Pathos, der Ausgangspunkt jeden Kreuzzugs.

        Das heißt nicht, dass eine Intervention unmöglich wird. Es heißt nur, dass der Intervenierende nicht automatisch voller Selbstgerechtigkeit auf hohem moralischen Ross sitzt, sondern ein Eindringling ist, der eine bessere und konkretere Begründung für sein Eindringen braucht als den Verweis auf eine höhere Moral.
        Das könnte sein: Ein signifikanter Teil der Bevölkerung hat uns konkret um Hilfe gebeten. Wenn gerade die USA nicht ständig auf so hohem Ross sitzen würde, wäre möglicherweise so mancher Eingriff in anderen Ländern weniger verheerend ausgefallen.

        Das Beispiel hinkt auch aus diesem Grund: Massaker sind grundsätzlich niemals Bestandteil einer Kultur.

  2. Das ehemalige Nachrichtenmagazin SternTV hat das mal im Frankfurter Rotlichtviertel (behaupten die Kommentatoren) ausprobiert und ernsthaft die Männer durchnummeriert, die der Reporterin hinterher_schauen_. Angesprochen haben sie nämlich in zehn Stunden nur vier, und davon wollte ihr einer Drogen verkaufen. Zeigen auch zur besten Sendezeit das NY-Video in voller Länge und sind unüblich unkritisch damit.

    Ich kenne J.Adlers Blog nicht, und der Post, den ich gelesen habe, wird wohl mein letzter sein. Insofern zu dem Strohmann oder was auch immer es sein sollte:

    Natürlich ist eine halboffene Bluse als Einladung zu betrachten, die Möpse anzustarren. Natürlich muss die Frau sich nicht wudnern, angesprochen zu werden, wenn sie so angezogen durch diese Gegend läuft. Oder sonstwo, btw. Wenn das “Victim Blaming” sein soll, dann haben die Leute, die “victim blaming” definiert haben, nicht alle Latten am Zaun. Wie man das irgendwie als “Parallele” zu “wenn sie so rumläuft, brauch sie sich nicht wundern, wenn sie vergewaltigt wird” sehen kann, verstehe ich nicht. Wenn Menschen keinen Unterschied zwischen “Ansprechen” und “Vergewaltigen” sehen, haben sie nicht mehr alle Latten am Zaun.

    Ich nehme an, die Feministen, aus deren Ecke ja viel Blödsinn kommt, hätten auch Grund für einen Aufschrei, wenn eine Frau sich darüber beschwert, vergewaltigt worden zu sein, wenn sie mit Porno-Minirock ohne Höschen und einem umgehängten Schild “Rape me. I love being raped” nachts um drei durch die übelste Gegend der Stadt läuft. Der würde ich, ganz ehrlich, auch sagen, dass sie selbst schuld wäre. Oder, sie sich aufgrund der Beschwerde wohl nicht mehr alle Latten am Zaun hat. Wobei ich ihr das ach schon für die Röckchen-Schild-Aktion sagen würde. Das wäre wie mit Geldscheinen wedelnd durch eine südamerikanische Favela zu laufen und sich dann wundern, ausgeraubt zu werden. Davon ist ausrauben nicht gut. Aber ein bisschen Selbstverantwortung haben Menschen schon zu tragen. Auch Frauen. Auch für Blicke. Oder für Menschen, die das Schild nicht als ironisches selfempowerment sehen.

  3. Pingback: Warum ich Hollaback bedenklich finde | Geschlechterallerlei

  4. Pingback: Warum ich Hollaback bedenklich finde – Geschlechterallerlei

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s