Gibt es ein Recht auf „Nicht Wissen Wollen“?

Oder gibt es eine Verpflichtung zum „Wissen Müssen“?

J.Adler kommentiert zum „Bin ich jetzt Nazi?“ Beitrag von gestern:

Dass aber so viele Andere, ich möchte fast sagen, fast Alle, die irgend etwas kritisches äußern, diesen Disclaimer voranstellen, finde ich sehr schade. Ich weiß auch nicht, was das soll. Vielleicht ein schlechtes Gewissen, weil etwas politisch inkorrektes oder grenzwertiges folgt. Oder eventuell das nicht-wissen darüber, ob man das so überhaupt sagen darf

Da musste ich an eine Anekdote von Clients from Hell denken:

CLIENT: “I don’t mean to sound racist, but…”

ME: “But what?”

CLIENT: “But the site is too black.”

ME: “Like, literally too black?”

CLIENT: “Yes. The background is too black.”

ME: “That’s not racist. That has nothing to do with race.”

CLIENT: “Phew. I can never tell with you black people, what’s offensive and what’s not.”

ME: “I’m actually Lebanese. And, yeah, that one might be a bit racist.”

Welches Vergehen hat sich der Client hier zuschulden kommen lassen?

Doch letztlich nur, dass er sich mit den Problemen anderer – die nicht die seinen sind – nicht auskennt und diese ihm ein völliges Rätsel sind.

Wer diesen Vorwurf für sich guten Gewissens von sich weisen kann, wer alle idiosynkratischen Probleme aller Bevölkerungsgruppen kennt und versteht als seien es seine eigenen, der möge den ersten Stein werfen.

Immerhin hat er erkannt, dass das Thema irgendwie eine moralische Größe hat und versucht, diese zu respektieren, auch wenn er sie nicht versteht. Und – was für meinen Punkt noch wichtiger ist – aufgrund seiner bisherigen Lebenserfahrung nicht verstehen kann.

Was folgt nun aus dem Versuch, ungeschickt rücksichtsvolle Menschen wie diesen Client mit dem Vorwurf von „Du bist nicht gut genug“ zu zwingen, sich mit der Lebenswelt anderer auseinanderzusetzen?

Antwort: Unter anderem Clients wie dieser hier.

Client: “Well, you just made a terrible mistake. We never want black or hispanic people in our advertisings. I’m sorry if this may sound a bit racist… but we are.”

Bezogen auf das Kernthema unserer Filter-Bubble: Ich merke, wie ich immer … nicht frauen-feindlicher, aber frauen-ignoranter werde, je mehr ich mit den Ausgeburten von Feministinnen zu tun habe. Es ist nicht so, dass ich Frauen regelrecht gönne, auf der Straße belästigt zu werden. Es ist aber so, dass mir das als Problem am A..llerwertesten vorbeigeht und ich damit auch kein moralisches Problem habe.
Feministinnen sorgen dafür, dass Frauenprobleme für mich ein PAL werden: Ein Problem anderer Leute, aber nicht meins. Ich hab meine eigenen Probleme und ich kann – auch nach Prüfung – nicht finden, dass die von Shoshona Roberts schwerwiegender sind als meine.

Ob es das ist, was Feminismus unter Gleichstellung zu erreichen versucht? Dass Die Frau den Männern genauso egal wird wie Der Mann?

Es gibt allerdings bei den meisten Männern noch eine Unterscheidung:
Ich erinnere mich an eine Anekdote mit unklarem Authentizitätsgehalt, die vor Jahren irgendwo im Netz stand, von einer Frau, die mittem aufm Land eine Reifenpanne hat, selbst nicht weiß, wie man einen Reifen wechselt und sich hilfesuchend vor ihr Auto stellt.
Keiner hält an.
Nach einer Viertelstunde oder so malt sie sich ein Schild und hält das hoch: “I am NOT a feminist!”.
Das nächste Auto hält an.

Auf der Suche nach dieser Geschichte bin ich auf einen Beitrag von Dalrock gestoßen, der sich über die Klage einer Feministin amüsiert:

How could you make yourself more useful to Katarina Kroslakova while she is traveling on business? Katarina spells it out: “Quit hitting on me and help me out”

Has anyone ever helped pop my bag up into the overhead compartment? Nope. Have I seen any other woman helped? Nope.

This week, an engineer in his 50s just stood there in the aisle, his hands clasped, as I played Olympic weight-lifting with my suitcase right in front of him. Just stood there, looking intently at the sticky carpet. Probably afraid to chip a nail or something.

Articles like the above (and this one) are interesting not because the author is so stuck in her own head she can’t see how absurd her childish demands are, but that her editor didn’t see the problem either. It is also worth noting that Ms. Kroslakova’s problem isn’t that men are afraid of being useful to her, or even that this is a movement designed to teach women a lesson. Her problem is that this is the entirely foreseeable cultural change feminists like her have been championing.

Einer seiner Kommentatoren berichtet noch etwas krasser von der gleichen Einstellung:

A couple of summers ago I was out for a ride on my motorcycle and was taking a break at a Tim Hortons off of the highway,having a Timmies coffee and enjoying a Backwoods Cigar on a beautiful sunny Sunday afternoon.Lo & behold,what pulls up to ruin my day?….a womyn with a flat tire. Eeee gads! She got out of her vehicle.I sized her up.38,nice rack,etc….and sat and watched as she proceeded to look through the trunk for the the spare tire,jack,tire iron etc(of which she has no f*****g clue how to use these tools).I sat there and watched her.She walked over to the picnic table where I was sitting and said..”are you just going to sit there?…or are you going to help me?”….My reply…”I am going to sit here.You don’t need me.I am a man…and modern femi-nazis like you don’t need men…I know I see your ilk everyday at work…now get your head out of stupid ass and change that tire…it isn’t going to change itself”….Her Reply…..”Your an asshole”……Me…”lauuuugggssss…………YOU GO GRRRRLLLLL”……So I proceeded to watch her.What a useless clusterf***.I finished my coffee….put on my helmet….got on my bike…and slowly rode past her shaking my head.

W.F.Price von The Spearhead mutmaßt, dass hier der eigentliche Grund für die “I don’t need feminism…” Welle im Sommer liegt: Frauen, die allmählich merken, dass Männer ihrerseits auf Gleichstellung bestehen und weibliche Privilegien kündigen.

Das Motto der nächsten 20 Jahre (oder wann auch immer die nächste größere Katastrophe ansteht) wird dann wohl “Fuck you, I don’t care.” sein.


Gerade gefunden:

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One thought on “Gibt es ein Recht auf „Nicht Wissen Wollen“?

  1. Aus einem der in den Kommentaren verlinkten Texte:

    “Man Up or Shut Up – The Male Catch 22

    What ever aspect of maleness that serves the feminine purpose is a man’s masculine responsibility, yet any aspect that disagrees with feminine primacy is labeled Patriarchy and Misogyny.”

    Das trifft es so ziemlich, wenn es um Feministinnen geht.

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