Mehr Parodien auf das Hollaback Video

Diese Jungs haben inzwischen 46 Kopien und Parodien gezählt:

Unter dem Film findet sich die Linkliste.

Besonders gefallen hat mir diese Version:

…die gleich die entsprechende Freedom-of-Speech Reaktion aus dem feministischem Lager erntet.

Ich finde an all den Variationen beruhigend (mit Rückendeckung des Wahlergebnisses der Demokraten), dass anscheinend viele Leute feministischen Bullshit erkennen, wenn sie ihn sehen und sich auch angemessen respektlos dazu äußern mögen.


Edit: Ich schau mir selbst grad ein paar mehr von den Filmen an.

Sehr interessant ist dieser:

Die selbe Frau, einmal 5 Stunden in “normaler” Kleidung und 5 Stunden in einer Burka unterwegs.
Daran spannend finde ich, wie laut offensichtlich die aktuelle Mode “ICH WILL SEX” vor sich hin schreit. Ich hab schon lange das Gefühl, dass die Männer in dem Video nicht agieren, sondern re-agieren. Auf die visuellen Signale der weiblichen Aufmachung.

Auch sehr aufschlussreich:

Ein winziger Mann rollt durch die Stadt. Haufenweise Grenzüberschreitungen, vor allem von Frauen.

Diese Parodie hat mich zum lauten Kichern gebracht:

Das liegt vielleicht daran, dass ich den Akzent so mag und dass Dublin auch im Regen recht hübsch ist, aber im Wesentlichen an der Idee…

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11 thoughts on “Mehr Parodien auf das Hollaback Video

  1. Pingback: Neverending Hollaback – ein paar nette Fundstücke | NICHT-Feminist

  2. “Daran spannend finde ich, wie laut offensichtlich die aktuelle Mode “ICH WILL SEX” vor sich hin schreit. Ich hab schon lange das Gefühl, dass die Männer in dem Video nicht agieren, sondern re-agieren. Auf die visuellen Signale der weiblichen Aufmachung.”

    Schwierige Aussage. Also im Grunde teile ich Dein Gefühl. Diese Mode betont die Schlüsselreize schon sehr stark. Aber man erwartet von uns ja dennoch Zusammenriss. Ich weiß noch nicht so recht, wie ich mich dazu verhalten soll.

    • Das alte Problem zwischen Natur und Kultur.

      Natürlich sind es zwei verschiedene Betrachtungen, dass da einerseits auf Ebene der Biologie Provokationen stattfinden und andererseits auf Ebene der kulturellen Ordnung Spielregeln diskutiert werden.

      Ebenso natürlich wird die erste Hälfte von Hollaback und Konsorten verschwiegen und verdrängt.

      Die Forderung ist ja immer wieder: Die Frau darf den Mann so viel provozieren wie sie will, der Mann darf nicht reagieren wie er will.
      Nur in anderen Worten: Das mit dem Provozieren fällt weg, es bleibt: “Der Mann darf dies und jenes nicht tun”.

      Hast du das von Genderama verlinkte Video gesehen?
      http://genderama.blogspot.de/2014/11/whoopi-goldberg-diese-frau-hat-eine.html

      Wie kann man ernsthaft darüber diskutieren, ob die Frau die Ohrfeige verdient hat? Was soll man von Leute halten, die von dem Vorfall nur den Aspekt “Da hat ein Mann eine Frau geschlagen” sehen?

      Ich habe keine Zweifel, was ich von solchen Leuten halten soll und ich habe auch keine Zweifel, wie ich mich dazu verhalten soll.

      Konkret im Harassment Zusammenhang: Ich gaffe selbst relativ dezent, spreche niemals eine Frau an und gehe so Auseinandersetzungen aus dem Weg. Dazu gehört, dass meine Hilfsbereitschaft fremden Frauen gegenüber auf 5% gegenüber meiner Bluepill-Lebensphase gesunken ist.
      Wenn ich davon höre, dass eine Frau angemacht wird, gehe ich davon aus, dass da zwei zusammenpassen und sich verdient haben, bis ich konkreten Anlass habe, etwas anderes zu denken.

      • Nun, ich empfinde eine solche Mode schon auch als eine gewisse Provokation. Es ist dabei sogar egal, ob die Frau das beabsichtigt oder nicht. Die Betonung gewisser Körperpartien weckt den Trieb. Der Mann muss mit diesem erwachenden Begehren umgehen. Er soll ihn kontrollieren. Problematisch daran ist ja, dass dadurch auch unerfüllte Wünsche entstehen. Man darf ja nicht einmal schauen, sondern muss auch noch den Blick abwenden. Es entsteht also eine innere Spannung zwischen Begehren und Kontrolle. Die ist eher unlustvoll.

        Frauen mögen das nicht absichtlich herbeiführen, was sie aber nicht aus der Verantwortung entlässt. Zumindest erwachsene Frauen können wissen, dass die Betonung körperlicher Reize etwas bei Männern auslöst. Sie können also wissen, dass ihr Handeln Folgen hat, dass es nicht neutral ist. Insofern müssen sie auch ein Stück weit mit den Folgen leben und sich selber auch überlegen, welche Folgen sie in Kauf nehmen wollen oder nicht. Es ist jedenfalls vollkommen unmöglich, den Trieb abzuschalten. Er existiert und deshalb muss man mit ihm rechnen. Auch ist es eigentlich respektlos, diesen Trieb zu provozieren in der Öffentlichkeit und somit diesen Spannungszustand zu erzeugen.

        Die Existenz dieses Triebes wird ja gern geleugnet. Außerdem muss man sich bei einer solchen Argumentation sofort den Vorwurf gefallen lassen, man würde Vergewaltigungen der Frau als Schuld in die Schuhe schieben, weil die einen kurzen Rock anhatte.

        Auf der Strecke bleibt dabei das Verständnis für das Wesen menschlicher Sexualität, wo es nun einmal nicht so eindeutig zugeht.

        Ich finde es auch problematisch, wenn die Verantwortung von Frauen in diesem Zusammenhang immer unter dem Tisch fällt. Das ist ein Bereich, wo ich dieses Kunstwort “female hypoagency” sehr überzeugend finde.

  3. Pingback: Warum ich Hollaback bedenklich finde | Geschlechterallerlei

  4. Über das Prinzessin-Leia-Video habe ich mich schlappgelacht. Das war ja noch besser als das mit Batman.

    Ein Werbevideo: Eine Lettin geht durch Riga, bekommt alle möglichen Reaktionen, Fazit: eine schöne Stadt mit netten Leuten.

    Das Video mit dem Kleinwüchsigen: Da waren schon heftige Sprüche dabei. Schwer zu beantworten ist, wann ein Blicken in ein Starren übergeht. Von einigen Leuten wurde er auch nett begrüßt (natürlich Belästigung nach der Hollaback-Definition).

  5. Interessant ist ja, wenn man sich das Meta-Video mal ansieht, wie unterschiedlich das Ergebnis ausfällt. Mal wird eine Frau “ständig belästigt”, mal passiert nichts Besonderes. Hier wurde als Parameter bereits der Kleidungsstil aufgeführt, in der bisherigen Diskussion auch Hautfarbe der Ansprechenden sowie die Gegend (reich/arm), durch die sich die gefilmte Person bewegt.

    Ich würde als wichtige Information aber noch einwerfen, dass es darauf ankommt, was in dem jeweiligen Land als “normale, angemessene” Reaktion gilt. Wir schauen immer mit unserer kulturellen Brille auf solche Videos. Ich hatte es als Punkt noch für meinen eigenen Artikel notiert, aber das war dann doch zu schwammig und noch nicht ausgegoren, um es zu schreiben.

    In [Südland] gilt es als normal, wenn jede Frau zwischen 16 und 40 ohne männliche Begleitung angequatscht wird. Ein Nichtbeachten ist schon fast eine Beleidigung. Blond = Fotomodell. Ergänzend dazu: Der körperliche Abstand (auch zwischen Männern oder in einer Warteschlange) ist wesentlich geringer, zufällige Berührungen sind normal.

    Zwei Damen aus [Ostland], die in Deutschland studieren, fragten mich, warum die Männer in Deutschland denn den Mund nicht aufbekämen. Die schienen ja viel zu scheu für Frauen zu sein.

    Wenn man diese verschiedenen Einschätzungen miteinander kombiniert, stellt sich heraus, dass es eben kein durchgehendes, in sich koheräntes Modell dafür gibt, wie der Kontakt gestalten werden soll. Wenn man die kulturelle Komponente nicht berücksichtigt, gelten die Leute in anderen Ländern als automatisch “aufdringlich” oder “verschlossen”.

  6. Hi, zu den Hijab-Video: in normaler Kleidung gilt sie als Ungläubige für die muslimoschen Männer halt als Freiwild. In hijab gehört sie schon einem Mann, und daher in Ruhe zu lassen.

    • Das wäre ein Argument in einer rein muslimischen Umgebung.

      Für alle nicht-Muslime ist der Unterschied eher der zwischen Sex! und sex, der mit der Kleidung ausgedrückt wird.

      • Kürzlich gab es bei Schoppe eine Diskussion mit einer Feministin zu shirtgate. Unter anderem hatte die Dame diese Äußerung parat:

        “Dass eine Leggins etwas auslöst bei Männern? Mir haben muslimische Arbeitskolleginnen erzählt, dass selbst der Tschador “etwas” bei Männern auslöst. Was sollen Frauen jetzt machen? Sich in Luft auflösen?”

        Das fällt mir hier jetzt ein. Schade, dass es mir das betreffende Video nicht eingefallen ist, als die Diskussion lief. Das Video hätte deutlich besser gewirkt als alle Argumente.

        Interessant an der Aussage der “Feministin” ist ja folgendes: Sie bestreitet, dass es einen Unterschied gibt zwischen Ver- und Enthüllen. Damit tut sie so, als wäre das Betonen weiblicher Reize eigentlich ziemlich egal. Männer würden eh immer ihre sexuelle Getriebenheit zeigen. Wer das glaubt, sieht dann natürlich auch nicht ein, dass ein tiefer Ausschnitt oder eine knallenge Leggins auffällig sind und eine gewisse Signalwirkung haben. Und dann kann man natürlich dafür auch keine Verantwortung übernehmen.

        Ich denke aber, das Video zeigt schon deutlich, in welcher Aufmachung Frau Männer neugierig machen kann.

        Und hier kann ich mich der Meinung des “Hausherrn” doch anschließen. Die aktuelle Mode ist oft sehr figurbetont. Sie löst etwas aus. Zumindest ist es schwer, das dann zu übersehen. Insofern reagieren Männer auch.

  7. Pingback: Warum ich Hollaback bedenklich finde – Geschlechterallerlei

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