Maren Mag Maximilian auch nicht…

Ich hatte gestern auf Pützens Facebook Seite gesehen, dass auch Maren, die komische Olle, Bezug auf den Pütz Artikel nimmt. Ich komme erst heute dazu, ihn zu lesen, er scheint aber ähnlich wie der von Margret zu sein.

Edit: Jetzt, wo ich durch bin, bin ich nicht mehr davon überzeugt, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Aber vielleicht gibt es ja doch den einen oder anderen Leser, der noch nicht selbst erfahren hat, mit welcher intellektuellen Aufrichtigkeit und Akkuratesse Feministinnen sich mit Texten auseinandersetzen, die ihnen aufstoßen, und dann können die das hier mal nachvollziehen.
Bitte an meine Leser: Wenn es Stellen gibt, an denen man mir Unfairness Maren gegenüber vorwerfen kann, also wo ich sie unangemessen wiedergebe, würde mich das interessieren.

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Es fängt damit an, dass Maren so einen wie Pütz nicht als Freund haben will. Das ist dann wohl der Beleg, dass auch Pütz ihr gegenüber freundlich nicht gesinnt sein kann, was er in seiner Einleitung allerdings beteuert.

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Pütz sagt, die Welt sollte differenzierter betrachtet werden als im feministischen Credo: “Alle Männer unterdrücken alle Frauen durch das Patriarchat.”
Marens Gegenargument: “Witzig!” und als Verstärkung meint sie, Pützens Anekdote, dass im Allgemeinen Männer im Ernstfall bereit sind, für ihre Frau oder Freundin zu sterben, sei eine selbstredende Widerlegung. Irgendwie, weil die, die den Ernstfall verursachen auch Männer sind, gilt nicht mehr, wie die Freunde der Frauen handeln. Oder so.
Ich hab das Gefühl, dass die Anekdote schon wieder differenzierter ist als Marens Reaktion. Vielleicht verstehe ich auch nur was nicht, wer weiß.
Maren ignoriert geflissentlich, dass Pütz inhaltlich recht hat: Bei dem Batman Shooting z.B. starben drei Jungs für ihre Freundin und nicht eine Frau für ihren Freund. Frauen waren damals einhellig der Meinung, das gehört sich auch so, vorbildliche Leichen, während MRAs auf den Sexismus dahinter hin wiesen. Das Beispiel kann also gut als charakteristisch genommen werden und stärkt Pützens Position.

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Pütz beklagt, dass die frühere Rollenverteilung, in der beide in etwa gleichem Maße für das Zusammenleben arbeiteten, im Feminismus sehr zu Lasten des Mannes gekippt ist. Er illustriert das mit einer Anekdote aus seinem Bekanntenkreis, in der der Mann 12 Stunden am Tag arbeitet, und seine Frau weder kocht noch putzt und das selbstverständlich findet.
Marens Reaktion: Selber Schuld, wenn ein Typ sich eine trophy wife hält. Den Bezug auf das Verallgemeinerungspotential der Anekdote kriegt sie leider nicht hin.

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Den Verweis auf die Tatsache, dass 93% alle Frauen in Deutschland einen Mann geheiratet haben, der mehr Geld verdient als sie selbst, bügelt Maren irgendwie ab mit “Ist ja nur Focus” und “Ist ja nur Korrelation”.
Maren leugnet, dass es Hypergamie gibt.

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Das Bedauern von Pütz, dass das Verhalten der Frauen zu MGTOW führt, quittiert Maren mit einem Link auf David Futrelle. Ich kann an guten Tagen Mein-Feminismus Feministinnen durchlesen, aber Manboobz ist jenseits meiner Fähigkeiten.
Ich kann also nicht sagen, ob sie hier ein gutes Argument hat.
Ich kann nicht mal sagen, wogegen sie argumentiert. Dass ein Mann mit Ansage seinen eigenen Weg geht und Frauen entsagt, ist doch absolut unbestreitbar seinen schlechten Erfahrungen mit Frauen geschuldet. Oder gibt es da Zweifel?

Vermutung, was Maren sagen will: Es gibt einen MGTOW, den kann manboobz so framen, dass er nicht nett rüberkommt. Also ist das ganze Thema keiner Beachtung mehr wert.
Oder so.

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Dass Feminismus die Gesellschaft umkrempeln will, indem es allen Frauen ein Berufsleben aufschwatzt, obwohl viele vorziehen würden, nicht arbeiten zu müssen, glaubt Maren damit widerlegen zu können, dass Pütz selbst ein selbständiger Unternehmer ist, der einen Markt gefunden hat. Ich weiß nicht genau, wie sie glaubt, das funktioniere; klingt aber nach ad hominem: “Der ist Unternehmer, der kann nicht recht haben, wenn er über gesellschaftliche Kräfte redet.”

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Es kommt die Stelle mit der Mutter, der es schwer fällt, ihr Kind in der Kita abzugeben.
Pütz benutzt hier ein emotionales Bild für einen diskussionswürdigen Sachverhalt. Wie diskutiert Maren?

Was. für. eine. widerliche. manipulative. SCHEISSE! Mutterherz! Sein eigenes kleines Kind, was man auch noch selber geboren hat! WEINEND! GEFÜÜÜÜHLE! HUNDE HABEN ES BESSER ALS KRIPPENKINDER!!!

Keine Überraschung. Der Inhalt ist irgendwie verloren gegangen. Und emotional argumentieren dürfen nur Feministinnen, vermute ich.

Sie hat immerhin recht, dass die Tränendrüse in einer sachlichen Diskussion keinen Platz haben sollte. Nur, Pütz macht einen weitgehend emotionalen Appel, keine sachliche Diskussion. Naja.

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Als nächstes sagt Pütz, dass Frauen nicht glauben sollten, dass Politik und Wirtschaft (und auch der Feminismus) ernsthaft am Wohl der Frauen interessiert wären.

Maren kontert (belegfrei):

Wenn ihr wirklich glaubt, dass Max Pütz euer Wohl in im Sinne hat, dann würde ich aber auch nochmal scharf nachdenken. Es geht nicht um euer/unser Wohl, es geht um das Verbreiten seiner Wertvorstellungen, den Erhalt/Wiederaufbau eines Status Quo, um Sehnsucht nach einer Zeit, in der alles viel einfacher war, wo jeder seinen angestammten Platz hatte, der bei Frauen, wie auch bei anderen “Anderen” immer ein mehr oder weniger großes Stückchen unter dem des Mannes war, weil dieser der unangefochtene Meister des Universums war.

DER Mann war früher Meister des Universums. Es geht jedem Mann immer nur um Macht. Der übliche feministische Unsinn.

Das Zitat von Rockefeller, welches Pütz anführt, um seine Position zu belegen. lässt Maren lieber weg.

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Die Vorstellung, dass heute das Gefühl “Frauen gegen Männer” von Politikern und Medien gefördert wird, drückt Pütz u.a. so aus: “Anstatt das wir gemeinsam gegen diese Ungerechtigkeiten aufbegehren, hetzen sie uns systematisch gegeinander auf, so das wir uns gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben.”

Marens Reaktion: “Da haben wir wieder “the ominous they” (Tyrion Lannister), die irgendwie davon profitieren Männer und Frauen gegeneinander aufzuhetzen. Wenn Herr Pütz das so vertreten darf, darf ich auch weiterhin von einer paternalistischen Gesellschaft aka PATRIARCHAT sprechen.”

Ich bring noch mal das Rockefeller Zitat, das Maren geflissentlich ignoriert:

Der Feminismus ist unsere Erfindung aus zwei Gründen. Vorher zahlte nur die Hälfte der Bevölkerung Steuern, jetzt fast alle, weil die Frauen arbeiten gehen. Außerdem wurde damit die Familie zerstört und wir haben dadurch die Macht über die Kinder erhalten. Sie sind unter unserer Kontrolle mit unseren Medien und bekommen unserer Botschaft eingetrichtert, stehen nicht mehr unter dem Einfluss der intakten Familie. Indem wir die Frauen gegen die Männer aufhetzen und die Partnerschaft und die Gemeinschaft der Familie zerstören, haben wir eine kaputte Gesellschaft aus Egoisten geschaffen, die arbeiten (für die angebliche Karriere), konsumieren (Mode, Schönheit, Marken), dadurch unsere Sklaven sind und es dann auch noch gut finden.

Weder Persona noch Motive sind wirklich “ominous” (i.e. “giving the worrying impression that something bad is going to happen; threateningly inauspicious”) oder gar “mysterious”.

Aber nicht wichtig genug, dass Maren darauf Bezug nehmen müsste.

((Wer ist eigentlich Tyrion Lannister? Games of Thones, oder? Gilt er da als besonders weise? Der Gandalf von Eisland oder so? Ich glaub, ich muss die Serie doch noch mal sehen, sonst verstehe ich die jungen Leute irgendwann gar nicht mehr. Jedenfalls hat ein Zitat von ihm anscheinend besondere Schwerkraft.))

Pütz: “Die Natur oder von mir aus Gott hat zwei Geschlechter geschaffen, und das hat auch einen ganz bestimmten Grund. Sonst hätten wir auch Zwitter sein können”

Maren: “Wir sind keine Zwitter, weil Frauen besser kochen und Männer besser Verträge abschließen können. Das verdient doch mal nen slowclap.”

Ich bin mir nicht sicher, werter Leser: Kann man die Beobachtung, dass in der Natur bei allen Arten, die zweigeschlechtlich daher kommen, die Geschlechter unterschiedliche Schwerpunkte in Fähigkeiten und Aufgaben entwickelt haben, einfach mit einem slowclap widerlegen?
Wenn ja, muss ich mir das merken. Scheint eine ungeahnt hocheffiziente rhetorische Figur zu sein.

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uff, noch zwei Absätze…

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Pütz: “Aber bitte seid dann konsequent und macht Karriere und zeugt keine Kinder, für die ihr eh keine Zeit habt oder haben wollt.”

Maren: “Das gilt natürlich nur für Frauen, wenn Männer “Karriere machen” und nen Haufen Kinder in die Welt setzen, für die sie keine Zeit haben wird nicht mal mit der Wimper gezuckt.”

Der Unterschied: In Pütz’ Vorstellung von Rollenaufteilung ist jemand da, der sich ums Kind kümmert. In der feministischen Vorstellung von Rollenaufteilung ist niemand da, der sich um das Kind kümmert. Außer den Fremden von der Kita.
Das macht einen Unterschied.
Warum ist der Maren egal?

Sie hat, wie gestern schon besprochen, vollkommen recht damit, dass es in Pützens Welt nicht vorkommt, dass der Mann zu Hause bleibt und die Frau Alleinverdienerin ist.

Aber Pütz wendet sich ja offensichtlich nur gegen den Trend, dass beide arbeiten (müssen).

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Zum Abschluss…

Pütz: “Emanzipation, meine lieben Damen, heißt nicht das tun, was euch der Staat oder der Feminismus vorschreiben, sondern das, was eurem Herzen und eurer Seele am meisten entspricht. Und wenn das „Mutter und Hausfrau sein“ heißt, dann seid ihr nicht konservativ oder doof. Sondern in unserer Gesellschaft klarer, moderner und progressiver als viele eurer Geschlechtsgenossinnen.” (Betonung meine)

Maren: “Boah, das trieft aber mal jetzt so richtig. Und ist es nicht schön, dass Max Pütz, wie so viele andere konservative Männer auch, mal so GANZ genau weiß, was Frauen wollen? Und wenn ihr jetzt hinaus geht, arbeitet und Kinder bekommt und die auch noch ab und zu mal fremdbetreuen lasst, dann ist der Max ganz arg enttäuscht von euch und hat euch nicht mehr lieb. Wahrscheinlich wird euch auch das Taschengeld gestrichen und die Wendy könnt ihr euch auch vonne Backe putzen. Wenn ihr wissen wollt, was wahre Emanzipation ist, hört einfach auf das was Männer euch sagen und macht einfach das weiter, was Jahrhunderte “gut funktioniert” hat. Das ist nämlich total progressiv.”

Maren hat das “wenn” ebensowenig kapiert wie gestern Margret.

Und auch sonst nimmt sie null Bezug auf die Anliegen von Pütz:
– Es ist für Kinder besser, in der Familie als in der Kita aufgezogen zu werden
– Es ist für jeden besser, nicht gegen seine Natur handeln zu müssen
— Korrelar: Viele Frauen wollen gar nicht Karriere machen, sondern wären in der Familie eigentlich glücklicher
– Aus Politik und Medien kommen eigentlich nur Versuche, die Familie zu zerstören, keine Ansätze, die Familie zu stärken.

Nichts von all dem wird von Maren adressiert.

Es bleibt die Schlussfolgerung, dass der Artikel von Pütz nicht besonders gut – also: leicht verständlich – geschrieben ist.
Das, kombiniert mit der Annahme, dass es Feministinnen eh nicht darum geht, einen Mann wie Pütz zu verstehen. Hauptsache, es gibt etwas, worüber man sich echauffieren kann.

Und sein Hemd war ja nicht zu sehen…

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5 thoughts on “Maren Mag Maximilian auch nicht…

  1. Ich finde es immer interessant, zu lesen, was Feministinnen schreiben: Seinen politischen Gegner sollte man kennen. Aber ich würde niemals mit ihnen reden oder gar diskutieren, das ist reine Zeitverschwendung, denn man kann überhaupt gar nichts bei ihnen erreichen. Viel wichtiger scheint es mir zu sein, mit anderen zu reden, die angesichts feministischer Artikel erst mal komplett ratlos sind.

    • Der Hauptgrund, weshalb ich überhaupt manchmal was schreibe: Die Erinnerung, wie ich vor einigen Jahren von den AHA-Erlebnissen anderer profitiert habe, die ihre Pille schno hinter sich hatten.

      • Ich finde das lobenswert. Denn ich habe nach vielen Jahren Beschäftigung mit dem Thema halt immer noch meine Schwierigkeiten und bin froh über jede gute Argumentation.

  2. “Bei dem Batman Shooting z.B. starben drei Jungs für ihre Freundin und nicht eine Frau für ihren Freund. Frauen waren damals einhellig der Meinung, das gehört sich auch so, vorbildliche Leichen”

    Echt, wie kann man heute noch so überzeugt sein, dass Männer ihr Leben für Frauen riskieren sollen? Für Kinder… ja! Möglicherweise auch für gerade gewordene Mütter, Milch und so … okay. Aber für Frauen … weil isso oder was? Weil die Herde sonst ausstirbt? Weil Pussy cost money, dick is free? War ja diese Woche beim Heute-Journal auch Thema: der feige Mann, der nicht sein Leben für andere riskiert… ist doch das mindeste! Da haben die herausgefunden, dass bei Schiffsunglücken doch meist mehr Männer überleben. Und das liegt natürlich nicht daran das Männer mehr Muskeln haben und im Schnitt länger durchhalt, sondern daran das Männer feige sind und sich nicht genug angestrengt haben die Frauen unter Riskierung ihres eigenen Lebens zu retten. Aber egal… erstmal genug von diesem Ausritt in die Verständnislosigkeit ^^

    “Als nächstes sagt Pütz, dass Frauen nicht glauben sollten, dass Politik und Wirtschaft (und auch der Feminismus) ernsthaft am Wohl der Frauen interessiert wären.

    Maren kontert (belegfrei):

    Wenn ihr wirklich glaubt, dass Max Pütz euer Wohl in im Sinne hat, dann würde ich aber auch nochmal scharf nachdenken. ”

    Das ist doch genial! Pütz Aussage stimmt nicht weil Pütz auch nicht das Wohl aller im Sinn hat. Ich musste echt lachen. An anderen Stellen auch. Danke dafür!

    Was soll man dazu noch sagen:

    https://achdomina.wordpress.com/2014/11/19/gamergate-how-it-works/comment-page-1/#comment-319

  3. Interessant finde ich, wie aus diesen Aussagen immer ein Zwang hergeleitet wird. Obwohl er doch explizit schreibt, dass er niemanden Zwingen will, sondern es lediglich persönlich für den besseren Weg hält. Die selbe Diskussion hatte ich bei onyx mit Tipps zur Vermeidung von Vergewaltigungen. Irgendwie lief es immer darauf hinaus, dass ich damit Frauen ihre Freiheit nehmen würde.
    Noch besser ist aber der Titel. Damit haben wir das Patriarchat ja endlich identifiziert: Es ist Max Pütz! Ähm… ja.

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