Pay Gap, Quoten und die Zukunft

Genderama verlinkt auf einen Artikel in der Welt unter der Überschrift “Deutsche Männer ziehen Karriere der Familie vor“.

Im Artikel wird der Gender Pay Gap, wie immer noch üblich, als “Problem” bezeichnet, die Situation in Deutschland ist deswegen “mies” und natürlich wird das übergeleitet in eine Lobeshymne, dass die Frauenquote daran etwas ändern würde.

Alles genau so falsch wie irreführend wie schlecht informiert wie Standard für die Welt.

Der letzte Absatz macht mir aber ein wenig Angst:

Nur elf Prozent der deutschen Männer ist eine Familie wichtiger als die eigene Karriere, wenn sie sich entscheiden müssten. Auch das ein interessanter Denkanstoß, was sich ändern muss, damit die deutschen Aufsichtsräte und das Führungspersonal weiblicher werden.

Wohl gemerkt: Hier reden Leute, die eine Quote für nicht nur ein wirkungsvolles, sondern auch legitimes Mittel halten, über ein Problem, das man lösen muss.

Ich sehe schon den Gesetzesentwurf: Die Hälfte aller männlichen Schulabgänger dürfen ihre Ausbildung erst dann beginnen, wenn sie eine Familie gegründet haben.

Und damit das sozial Sinn macht (i.e. für die Frauen lukrativ ist) gilt das für die Hälfte mit den guten Schulnoten, die später dann hoffentlich auch in der Lage sind, den Unterhalt nach der Scheidung zu bezahlen.

Wer also einen NC von besser als 2.0 hat, fängt sein Studium erst an, nachdem er drei Jahre Windeln gewechselt hat.

Den Präzedenzfall, dass junge Männer mit ihrer Ausbildung für das “Gemeinwohl” einige Jahre warten müssen, gibt es ja bereits mit der Wehrpflicht; es komme mir also keiner mit Grundgesetzt oder so einem moralischen Rotz.


Übrigens sagten auch 71% der befragten deutschen Frauen, also eine deutliche Mehrheit, sie würden zugunsten der Familie nicht auf Karriere verzichten.

Die Überschrift des Artikels in korrekt wäre also gewesen: “Deutsche Männer ziehen Karriere der Familie vor”.
Aber dem hätte ja die manipulative Note gefehlt…

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3 thoughts on “Pay Gap, Quoten und die Zukunft

  1. “ich sehe schon den Gesetzesentwurf: Die Hälfte aller männlichen Schulabgänger dürfen ihre Ausbildung erst dann beginnen, wenn sie eine Familie gegründet haben.”

    ich vermute mal eher, dass sie darauf abziehlen, dass überhaupt eine Bevorzugung der Karriere vor der Familie erforderlich ist. Es soll also eher an der anderen Schraube gedreht werden: Unternehmen sollen so familienfreundlich werden, dass man auch als Familienmensch Karriere machen kann.
    Durch die stärkere EInbeziehung von Frauen wird sich insoweit nach deren Vorstellung die Unternehmenskultur in diese Richtung ändern, weil Frauen das eher einfordern.

    • Du meinst, mein Vorschlag wäre dann doch zu offen misandrisch? Dann muss ich wohl an meinem Framing arbeiten… 😉

      Das Problem mit deiner Idee ist allerdings, dass jemand – egal wie familienfreundlich das Unternehmen ist – mit einer 60 Stundenwoche (i.e. “Mann”) mehr Kompetenzen und Netzwerke aufbaut, als jemand mit einer 30 Stundenwoche (i.e. “Familienhaber”) und wohl niemand ernsthaft daran glaubt, man könne doppelte Arbeit bekommen, aber nicht mehr Lohn auszahlen.

      Dein Vorschlag würde also theoretisch Frauen Karriere ermöglichen aber nicht verhindern, dass Männer mehr Karriere machen. Man muss aktiv Leute daran hindern, viel zu arbeiten, damit Leute, die weniger Arbeiten, karrieremäßig gleichauf sind.

      Thinks: Das mit der Entlohnung würde tatsächlich funktionieren, wenn mans durch kriegt: Wenn jede Stunde über 30 pro Woche schlichtweg nicht mehr bezahlt wird, weder monetär, noch durch Freizeitausgleich, noch durch Karriereaussichten, dann würde keiner mehr mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten.

      Du hast recht.
      Es will ja auch keine Frau einen Mann vor dem Studium heiraten, egal was fürn Abi er hat. Da hab ich falsch gedacht 😉

  2. Wenn die Studie so stimmt, dann ist die Lösung ganz einfach: Deutsche Männer, sucht Euch eine Ausländerin, denn die deutschen Frauen wollen lieber Karriere machen! Deutsche Frauen, sucht Euch ausländische Männer, denn die deutschen Männer wollen lieber Karriere machen! Da es uns laut Artikel so gut geht, müsste es viele Ausländer geben, die gerne hierherkommen, um hier eine Familie zu gründen und dem Partner den Rücken freizuhalten.

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