Wo sind nur all die guten Männer geblieben?

Ich las heute auf einem MGTOW Tumblr die Worte…

Am I evil for smiling whenever I see the words “Where Have All The Good Men Gone?”?
Every damn time, I smile.

…und wurde neugierig: Wo und wie oft und in welchem Zusammenhang liest man eigentlich diese Worte? Google, hilf.


Da gibt es diesen Artikel, der einen Pew Report studiert (und zerlegt).
Da steht dann:

Are women at a disadvantage in the marriage market? A recent Pew report finds a dearth of “marriageable men” – measured by the ratio of employed, never married men to all never married women.

Den Brookings Autorinnen fiel das selbe auf wie mir: Wieso gilt für Männer ein Filter (“stabiler Job”), während anscheinend alle Frauen als heiratsfähig gelten, ohne Einschränkungen?
Sobald auch für Frauen vernünftige Kriterien eingeführt werden, z.B. “Hat einen Job” oder “Hat noch keine Kinder”, stellt sich raus, dass es viel mehr heiratsfähige Männer als Frauen gibt.

Nanu?


Der nächste Googletreffer ist ein ganz alter Independent-Artikel.

Schon in den 90ern war es anscheinend Vorschrift, nur die weibliche Seite anzuschauen. Außer einer Nebenbetrachtung (“Anscheinend gilt ‘beruflich erfolgreich’ bei Frauen als abschreckend”) geht es nicht darum, warum Männer keine Partner mehr finden, sondern nur um fehlende Partner für Frauen.

Also lediglich historisches Interesse.


Der nächste Treffer ist aktueller. studentsforliberty versuchen, einen ökonomischen Blick auf das Sex-Beziehung-Ehe Dreieck zu werfen.

Punkt 1: Verhütungsmittel verringern die Opportunitätskosten von Sex so weit, dass “Ehe” sehr sehr viel seltener der von der Frau gesetzte Preis für “Sex” ist.

Punkt 2: Männer haben in viel geringerem Maße biologische Torschlusspanik, was Fortpflanzung angeht. Daher auch deutlich weniger Motivation, sich früh zu binden.

Das war’s. Kein Wort über die drohenden Folgekosten von Ehe für Männer oder darüber, dass “Männer” keine homogene Gruppe sind.


Es folgt der bekannte Text von Kay Hymowitz, den man eigentlich nicht weiter lesen muss als bis zu diesem Satz im ersten Absatz:

But it’s time to state what has become obvious to legions of frustrated young women: It [die in die Länge gezogene Jugend] doesn’t bring out the best in men.

Merke: Das Beste im Mann sind die Eigenschaften, die eine Frau nützlich oder gut findet. Was der Mann findet, ist irrelevant.


Dann kommt ein Artikel, der letztlich behauptet, ein Mann wird nur zum Mann, wenn er um die Liebe einer Frau kämpfen muss. Da Frauen aber heute Sex verschenken, sind Männer nicht mehr gefordert.

Gähn, ehrlich gesagt.


Es folgt der Text vom Bonnie Tyler Lied.

Where have all the good men gone
And where are all the gods?
Where’s the streetwise Hercules
To fight the rising odds?
Isn’t there a white knight upon a fiery steed?

Merke: Bevor ein Mann “gut” genannt werden kann, muss er mindestens ein Halbgott sein. Mit weniger ist Frau von heute nicht zufrieden.


Feminist Reflections greift das Thema auf im Zusammenhang mit Apples und Facebooks Angebot, Eizellen ihrer Mitarbeiterinnen einzufrieren zwecks späterer Familienplanung.

What Dr. Karkowsky suggests is that women’s decisions to freeze their eggs might have more to do with not feeling like they’ve found a “Mr. Right” […] than with a desire to focus on their careers. In one study of the reasons women pursue egg freezing as an option, women were asked to select any and all reasons to account for why they had not pursued childbearing earlier in their lives.

Auch diese Feministinnen gehen wie vollkommen selbstverständlich davon aus, das “Job” das allerwichtigste Kriterium ist, ob ein Mann heiratsfähig ist. (Immerhin mit Verweis auf Umfragen, die die Annahme stützen).

We suggest that middle- and upper-class women are delaying and foregoing marriage for many reasons, among them that the employed men they encounter are “unmarriageable” for other reasons. (…) Men who might be capable of financially providing are not necessarily all women want out of a relationship today.

Feminismus pur: Männer sind irgendwie schadhafte Ware.

Es gibt nicht ein einziges Wort in dem Artikel, das die Möglichkeit andeutet, dass Männer das Recht auf eigene Vorstellungen und Wünsche haben, denen die Frau von heute nicht gerecht wird.


Ich schließe diese Sammlung mit einem erstaunlich sinnvollen Artikel auf dem GoodMenProject

at what point did women’s rights start leading to half of the children being born to single mothers and 1/3 of America’s homes being Fatherless?

No wonder Bonnie Tyler was singing “where have all the good men gone?’ As a man myself, It’s hard for me to navigate all the contradictory roles I’m supposed to play. I’m supposed to be a hero, a knight in shining armor and a Prince Charming for my wife but I’m also not supposed to be chauvinist or ‘hyper-masculine’. What a contradiction! How can men be a knight in shining armor but not be hyper-masculine? Sorry, Bonnie. I don’t know where all the good men have gone but I can’t blame them for leaving. And the ones who didn’t leave are no longer what you’d call “good men” because they’re not being that “white knight upon the fiery steed” that you’re looking for. They can’t be. That’d be chauvinist.


Die meist-verlinkten Artikel schwanken also zwischen “Es gibt wirklich kaum noch gute Männer (nach dem Maßstab von 1950)” und “Die weibliche Vorstellung von ‘gut’ ist unklar oder gar übertrieben.”

Für mich bleibt der Eindruck, dass die Frauen, die diese Klage anstimmen, absolut kein Gespür dafür haben, in welcher Liga sie spielen.
Wer davon überzeugt ist, dass es schon mindestens ein Brad Pitt sein muss, auch wenn sie selbst abstoßender als Lena Dunham ist, deren Pool an heiratsfähigen Männern ist wirklich sehr, sehr klein.

Nanu?

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6 thoughts on “Wo sind nur all die guten Männer geblieben?

  1. “I don’t know where all the good men have gone but I can’t blame them for leaving.”

    Das war die treffende Punchline. Tja, die MGTOW’s sind warscheinlich der Teil von dem die etablierten Medien sprechen. Eine lachhafte 6/10 (vllt. sogar 4-5/10) meinte zu mir als Vollblut-MGTOW sie würde jemanden verdienen mit mindestens 7/10 oder besser. Diese Inkoheränz die man überall sieht ist aber auch ein Punkt den Frauen von heute nicht verstehen. Männer sehen sowas – und legen dies als “Schwäche” aus, weil Frauen dadurch labil werden. Es ist also der perfekte Beutezug für jeden Mann der sich ähnlich wie ich in eine höhere Kategorie einordnet. Du hast einen Haufen heiratswilliger Frauen und einen labil-von Medien abhängigen Geisteszustand, da wird man als Mann nunmal förmlich dazu aufgerufen ein Arschloch zu sein. Warum auch nicht? Ich finde ist eine vernünftige Antwort für den Feminismus.

    Entweder MGTOW mit Sex oder ohne Sex. Solange keine längerfristige Beziehung dabei entsteht kann man sich immernoch als MGTOW bezeichnen. Jeder One-Night-Stand ist für eine Frau eine quasi in die Brüche gegangene Beziehung, deshalb bereuen sie das auch aus meiner Erfahrung so häufig. Jede Frau die ich unter diesen Umständen kenne (Raum München) reagiert so. In meinem Kanada Urlaub war das ähnlich.

    Seit dem ich hier im Internet meine Fühler ausgebreitet habe und mich ein wenig mit der Pop-Kultur oder den Zockern (vornehmlich #GamerGate) auseinander gesetzt habe, kann ich viele Leute nur zu gut nachvollziehen. Und ich pflichte sogar vielen Leuten bei. Vorallem den Leuten die sich nur auf besagten misogynen Seiten darüber echauffieren.

    “Wo sind all die guten Männer hin?” (zu dem Fragensteller:)
    “Wahrscheinlich vor dir flüchten ( ͡° ͜ʖ ͡°) du dumme Schnepfe”

    Und ja es gibt nur ein paar Gruppen von Männern:
    1) MGTOW’s, Redpiller, MRA’s oder politisch Aktive (kleiner Anteil sind PUA’s)
    2) Zocker, Image-Boardler und Internetsurfer
    3) Femastasen, rosa-Pudel und/oder Ritter mit dem Feminazismus-Kreuz auf dem Banner (aka. Mangina)
    4) Arbeitsesel
    5) Arschlöcher (Großteil) und richtige Misogynisten (1-2% maximal)

    Da aber von 3) und 5) am meisten gibt, kann es also keine richtigen Männer mehr geben. Die 2) und 4) sind die jenigen die am ehesten an richtige Männer kommen, aber dennoch irgendwie beeinflusst von Politik, Genderismus oder dem allgemeinen Feminismus sind. MRA’s und Redpiller sind halt fast unabhängig und auch interlektuell eine der obrigen Ligen, welche nicht nur aus Nerds und den Geeks besteht. Ich kenne viele Redpiller um die sich die Durchschnitts-Feministin streiten würde.

    MGTOW’s erhöhen halt den Marktwert durch entweder autarke Ausstrahlung, möglich erfolgreicher Job (da keine Frau im Haus und an der Geldbörse) und/oder gutes Aussehen da viel Freizeit vorhanden ist. Da aber 1) und 2) aus verschiedenen Gründen wie Misstrauen oder Erleuchtung über die Frau selber keine Beziehung mehr eingehen, gehen den Frauen diese guten Fänge durch die Lappen. Sie sind im meisten dann daran gehalten eine 4) zu bekommen, welche dann im besten Fall sich bis zum “Burnout” arbeiten und dann in der Scheidung verenden.

    Also entweder 3) oder 5). Der Eine ist kein halber Mann der andere eine Prise zu viel. Beide sind im besten Fall keine 8/10 und das zeigt uns dann was: Frauen haben im besten Falle kein Geschmack.
    Aber was es noch eher verdeutlicht ist der Umstand wie die Frauen Amok laufen für so ein bisschen Sex. Und dann ergibt die Hetze seitens der Feministinnen in Porno-Industrie erst richtig Sinn. Die wollen Männer durch Sex kontrolieren.
    Mein Vater hat immer gesagt: “Auf jeden Topf passt ein Deckel” – was aber wenn der Deckel wegrennen kann?

    Jeder MGTOW ist ein Femastase/Rosa-Pudel weniger. Und so kann es meinetwegen auch gerne weitergehen. Wir brauchen keine steigenden Geburtsraten. Idioten sollen sich nicht fortpflanzen, vorallem wenn es größtenteil Frauen sind. Verblendung der Frau – war nie so effektiv wie heute.

  2. Ich habe auf die Frage (naja,eine ähnliche “Warum gibts keine guten Männer mehr” ) einer Bekannten mal geantwortet: Die sind mit den prima, guten und mittelmäßigen Frauen weg und haben uns normale Männer mit Euch zurückgelassen. Bekanntschaft beendet, aber auch nicht schade drum.

  3. “Ich hatte zwar einen Freund, aber ich hatte ihn in mehrerer Hinsicht hinter mir gelassen – ich hatte eine Arbeit, die mir sehr viel Spaß machte, verdiente mehr als er, hatte eine schönere Wohnung usw. Auf die Dauer ging das so nicht, und die Trennung war vorprogrammiert.”

    http://www.zeit.de/community/2014-12/kinderlos-frau-mutter-rolle

    Ja, warum nur war da die Trennung vorprogrammiert? Wahrscheinlich kam er damit nicht klar, das sie mehr verdient, was auch sonst. Seine Schuld. War ja wohl keine Dreiecksbeziehung und da bleibt ja nur er über ^^

    Das Video passt auch:

    Where have all the good men gone?

  4. Pingback: Wo sind nur all die echten Männer geblieben? | Lollipops for equality

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