Feministische Reaktionen auf “privilegierten” Nerd

Ich hatte gestern den Kommentar von Scott Aaronson verlinkt, in dem er die strukturelle Diskriminierung von Nerds durch feministische Strukturen und Lehre beschreibt.

Heute sehe ich, dass der in der englischen Szene durchaus Beachtung – und natürlich auch die üblichen Reaktionen von Feministinnen – gefunden hat.

Scott Alexander kommentiert einige davon, vor allem Laurie Pennie’s Reaktion, die als “einfühlsam” aufgefasst wird, weil sie nicht die allerunterste Schublade bedient.

Scott schlägt einen Preis für Feministinnen vor:

Der Artikel ist sehr gut und sehr, sehr lang.

GirlWritesWhat greift einige wesentliche Punkte auf und bietet eine Erklärung für die kuriose Dynamik zwischen Feministen und Nerds an. In Kürze:
Jeder Mann wurde von einer Frau geboren und hatte seine erste und wichtigste Bindung überhaupt zu dieser Frau.
Die Grundthese des Feminismus ist, dass alle Männer in der gesamten Geschichte sich mit anderen Männern zusammengetan haben, um alle Frauen zu unterdrücken und quasi als Sklaven zu halten. Auch jede Frauen, zu denen sie ihre erste liebevolle Bindung hatten und haben.
Das kann nur sein, wenn man allen Männern auch die rudimentärste Menschlichkeit abspricht.

Men, all through history, were nursed by women as infants, had their boo-boos kissed by women, were cuddled to sleep by women, had their illnesses tended by women, formed their very first and most important (most important because an infant is entirely dependent on the woman who feeds and nurtures it) emotional attachments with women. And yet the men so overwhelmingly influenced by the care and nurturing of women for their formative years, indeed, the men who were molded in the cradle of female love, affection, care and forbearance, created a society that subjugates and oppresses all women for men’s privilege and benefit.

That is the real assertion Marcotte and other feminists have consistently been making since the Declaration of Sentiments of 1848: that men are so sociopathic and subhuman that they would, collectively, oppress and subjugate the very people they formed their most intimate and important emotional bonds with. That men are so universally beyond the pale that they consider the person who brought them into the world and was their sole tether to life for their formative years, and all others like her, as less than human, as a slave class, as undeserving of the smallest human decency or respect.

Nerds auf der anderen Seite verallgemeinern ihre erste Bindung so weit, dass sie alle Frauen für menschlicher halten als sich selbst, was vom Feminismus ja nach Kräften verstärkt wird.

Kein Wunder, dass es so viele feministische Nerds gibt. Alle Beteiligten sind sich einig, dass Frauen irgendwie besser sind als Männer.

Gegen alle Erfahrung.

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5 thoughts on “Feministische Reaktionen auf “privilegierten” Nerd

  1. Also, wenn Du es echt geschafft hast, das selbstmitleidige (kein Sorry dafür) Geblubbler von Scott Alexander zuendezulesen – Respekt; ich konnte ab römisch III nicht mehr, und nachdem römisch XI, XII und XIII auch nicht mehr sagen als Du gestern (“The Blue Pill is strong in this one”), weiß ich auch nicht, warum ich das sollte.

    Ich habe für sowas kein Mitleid. Ich habe für sowas kein Verständnis. Ich habe für sowas keinen Kopf. Aber ich lese es. Und ich fühle mich irgendwie angesprochen, weil es mir vor zig Jahren nicht anders ging. Ich war ein Nerd. Mehr oder weniger, ich war eher ein Hacker. Mehr oder weniger, ich konnte nicht programmieren. Aber ich konnte Probleme lösen. Ich konnte was, und das machte ich. Das hat mich definiert. Das hat mich nicht sonderlich beliebt gemacht, aber gefragt. Und – im Gegensatz zum Rest des Großteils der Menschheit – hatte ich Internet. Und das Internet war damals voll von Leuten, die Probleme lösen (nicht, wie heute, schaffen). Mein Problem war, dass die Frauen, die sich für mich interessierten, mich nicht sonderlich interessierten – oder ich es nicht merkte. Und dann fand ich in irgendeiner Ecke des Internets irgendwas, was damals auch schon Pickup hieß. Das meiste war in meinen Augen Quatsch oder für mich nicht umsetzbar. Aber ein Punkt funktionierte – für mich. Ich bin daher rein kategorisch PU-Anhänger – aber nicht so, wie das heute ist. Heute ist das anders. Heute trage ich einen Ehering und einen Anzug und irgendwas sonstnoch, was ich als Teenager vor fast 20 Jahren nicht hatte. Ich war ja begeistert, als Ende 20 die Stewardessen mit dem Flirten begannen. Und ich genieße es auch immer noch. Aber ich kann es niemandem erklären; ich kann es nur einfach machen. Das ist das, was einen Nerd ausmacht: Er löst Probleme.

    Wenn also nun ein männlicher “Nerd” ankommt und rumjammert, er hätte lalala, dann kann ich ihm nur sagen: Ja und? Wenn du ein Problem hast, löse es. Bist du ein Nerd oder was?

    Wenn jetzt ein weiblicher “Nerd” ankommt, die rumheult und Tee trinkt, weil “boys don’t seem to want to kiss short-haired lady nerds”, dann kann ich ihr nur sagen: (a) Rumheulen hilft nix (b) Tee trinken auch nicht (c) Da hast du recht (d) kurze Haare machen Frauen unattraktiver und (e) du bist kein Nerd, du bist dumm. Nerds sind nicht dumm. Kurz also: Du bist dumm. Selbst schuld. Heul weiter. Nicht mein Problem.

    Ich seh schon, ich bin sexistisch: ich bin viel netter zu Frauen als zu Männern.

    Interessanterweise hat ja der erstgepostete Scott es offenbar hinbekommen. Schön. Hab ich ja auch. _Das_ macht auch den Nerd aus.

    Komischerweise bin ich sicher Sexist oder sowas, wenn ich (a) bis (e) der Nerdine vortrage. Aber hey: Dein Leben ist immer deine Schuld. Immer. Ohne Ausnahme. Ja, du kannst Pech haben, aber: Mach’s besser. Wie? Find’s selbst raus. Ich kann es dir nicht sagen, wenn ich es wollte. Wenn ich es könnte, würde ich. Aber ihr könnt euch nur selbst helfen.

    So, spätabendliches Auskotzen zuende. Noch ein Wort zur feministischen Theorie: Es gibt kein Patriarchat, es hat nie ein Patriarchat gegeben und bei den aktuellen Weicheiern, die sowas wie die beiden Scotts von sich geben glaube ich auch nicht, dass es in naher Zukunft ein Patriarchat geben wird. Ich ich bin 35 Jahre alt. Mein Opa würde sich berechtigt im Grab umdrehen, wäre ich so. Beide. Und die waren sich Null ähnlich.

    Ok, spätabendliches Auskotzen doch nicht zuende: Es war doch immer, immer Aufgabe der Jugend, sich gegen die Eltern aufzulehnen. Es besser machen zu wollen. Nicht den gleichen dümmlichen, aktuellen Idealen hinterherzulaufen. Warum machen das alle? Wozu soll das führen? Wurde “Brave New World” oder eine sinnvolle Interpretation davon aus dem Lehrplan genommen? Oder kennen die aktuellen Jugendlichen/Teens/Twens wenigstens irgendeinen dystopischer Roman?

    Naja, kann mir auch egal sein. In sieben Jahren ist 2022, und die können gerne Soylent Green* essen, während sie empauerte ignorante Feministinnen als “starke Frauen” feiern*, so tun, als wären alle pari inter pares* und auf Soma Solidary Service* feiern.

    Ich hoffe nur, dass ich darauf gut genug vorbereitet bin… momentan sehe ich da zwei Möglichkeiten:

    (a)

    oder

    (b)

    Schönen Sonntag Dir, yacv.

    *: Allen, die die mit * markierten Referenzen nicht verstehen… ach mei, werden eh Soylent Green, warum sollte ich da jetzt böse sein?

    • Was für ein schöner Rant. Ich habe keine Lust, dir in irgendwas zu widersprechen 🙂

      Nur ein paar Anmerkungen.
      „ich konnte ab römisch III“
      Ich habe bis V gelesen und dann quer überflogen. Mir stellen sich auch die Zehennägel quer, wenn jemand schreibt, dass er die Probleme von Feministinnen ganz, ganz doll ernst nimmt. Da das bei mir eindeutig an den Feministinnen und weniger an den Problemen selbst liegt, versuche ich aber idR, den Ablehnungsimpuls gering zu halten.

      „Interessanterweise hat ja der erstgepostete Scott es offenbar hinbekommen.“
      Der zweite Scott redet auch von seiner Freundin, einer Feministin. Kann man auch als „hinbekommen“ bezeichnen, zumal er sich im selben Atemzug als asexuell einordnet.

      „Wenn du ein Problem hast, löse es. Bist du ein Nerd oder was?“
      Ich war jahrelang in der „Ja, aber“ Phase. Wenn man erst mal ein Ideologiegebäude tief eingehämmert bekommen hat, ist so ein Paradigmenwechsel nicht leicht. Aber ich stimme dir zu, dass man den Nerd an der Größe der gelösten Aufgaben messen kann.

      „Wenn jetzt ein weiblicher “Nerd” ankommt, die rumheult“
      Wir reden hier von Laurie Pennie. Die hat kein Problem mit Männern, weil sie kurze Haare hat, sondern weil sie ein gruseliger Mensch ist.
      https://allesevolution.wordpress.com/2014/08/03/naturlich-hassen-nicht-alle-manner-die-frauen/

      „Schönen Sonntag Dir, yacv.“
      Interessant. ‚yacv‘ ist die englische Seite meines Blogs. Taucht das auf der deutschen Seite noch irgendwo auf? Ich dachte, ich hätte umgestellt.
      Dir aber auch einen guten Sonntag.

      • Ja, ab und zu muss das sein.

        Ich zitier Dich mal quer:

        > Da das bei mir eindeutig an den Feministinnen und weniger an den Problemen selbst liegt

        Ich kenne kein feministisches Problem, was nicht an den Feministinnen selbst läge. Ich hab da auch länger gebraucht, aber mir fällt schlicht keines ein, was die Feministinnen sich nicht nur einreden.

        > Der zweite Scott redet auch von seiner Freundin, einer Feministin

        Ja, das ist dann nicht ganz so doll hinbekommen. Ich hab’s mit meiner (tollen, bewundernswerten und sicherlich nicht eintauschbaren, geschweige denn fremdgehendrisikobehafteten) Frau auch nicht leicht. Frau halt. Gibt da Unterschiede. Und meine Frau kann nicht nicht kochen, weil sie eine Feministin ist, sondern weil sie es nie gelernt hat. Ich bringe ihr das gerne bei. Davon werde ich immer besser bleiben als sie. Mei. Dafür kann ich genauso gut wie sie meine Hemden zu meiner Oma bringen wie sie zu ihrer Mutter. Das ist doch gelebte Gleichberechtigung, oder? (Ja, ich kann ein Hemd bügeln. Aber es gibt Leute, die das gerne/billiger machen. Ich jedenfalls mach das nicht). Ich weiß ja nicht, wie alt Du bist, und wie Dein Beziehungsstatus ist, aber ich musste meiner Frau erklären, wie man eine Waschmaschine benutzt. Und trotz der Erklärung, dass meine Seide-Kaschmir-Pullis _nicht_ in die Maschine gehören, hat das Null geholfen. Ich denke aber, es ist ein vertretbares Opfer für eine gute Beziehung, keine Seide-Kaschmir-Pullis mehr zu haben (für einmal tragen sind mir die zu teuer).

        > Ich war jahrelang in der „Ja, aber“ Phase. Wenn man erst mal ein Ideologiegebäude tief eingehämmert bekommen hat, ist so ein Paradigmenwechsel nicht leicht. Aber ich stimme dir zu, dass man den Nerd an der Größe der gelösten Aufgaben messen kann.

        Das ist nur deswegen ein Vollzitat, weil ich nur dann nichts mehr dazu sagen will. Ich auch. Ja. Is so.

        > Laurie Pennie

        Hömmm…. ja. Ich bin scheiße mit Namen. Ich beurteile Leute nach dem, was sie sagen (oder schreiben). Aber ich hab’s bis zu folgendem geschafft:

        >> You, individual man, with your individual dreams and desires, did not ask to be born into a world where being a boy gave you social and sexual advantages over girls.

        Ach, welche denn? Ah, KEINE? Ooooooooh. Blödsinn.

        > You don’t want to live in a world where little girls get raped and then are told they provoked it in a court of law

        Ganz grundsätzlich könnte mir das egal sein, aber nachdem das rein faktisch nicht passiert, kann es mir auch so egal sein. Bullshit.

        > where women’s work is poorly paid or unpaid;

        Ich hab nicht fast 10 Jahre an einer Wirtschaftsfakultät an drei verschiedenen Unis verbracht um nicht gelernt zu haben dass “if you don’t have customers, you dont have a business, you have a hobby”. Insofern, wenn “Arbeit” von Frauen “unbezahlt” ist, ist es keine. Vielen Dank. Blödsinn.

        > where we are called sluts and whores for demanding simple sexual equality.

        Habe ich nie. Nicht dir gegenüber, Lauren, und niemandem sonst. Und ich bin jederzeit dafür offen, dass du mir einen Drink ausgibst, in der Hoffnung, mir danach einen blasen zu dürfen. Was ich wahrschenlich ablehnen würde – beides. Sollte das nicht das sein, was du meinst – Blödsinn.

        > You did not choose any of this.

        Hey, ein Hauch von Einsicht.

        > What you do get to choose, right now, is what happens next.

        Eben!

        na gut, Laurie Dings ist dumm. Laurie Dings lügt aber auch, sie ist kein Nerd, sie ist eine dumme Feministin, die aus ihrem dummen Feminismus gar nicht so dumm Kapital schlägt. Machen wir es doch einfach wie Demi Moore: Für $1.000.000 würde ich schon mit ihr unanständig werden. Sollte sie sich ja leisten können. Wäre auch total emanzipiert und so. Nun habe ich annähernd soviel Ähnlichkeit mit Robert Redford wie Laurie Dings mit Demi Moore, und ich könnte sogar die Yacht stellen (ok, die ist nicht so schick), aber für $1.000.000 würd’ ich das schon machen.

        > yacv

        Wie erwähnt bin ich echt schlecht mit Namen. Ich hab Dein Blog abonniert, weil Du irgendwann man was so gutes geschrieben hast, dass ich auf den Nick geklickt habe und es abonniert habe. Und der war da yacv. Änder ihn doch, wie ich, von was merkbarem wie “jck5000” auf “lollipops4equality”. Aber nicht “me”. Da komm ich mir ja vor, als rede ich mit mir selbst.

        So, nun ist auch für mich Schlafenszeit.

  2. Pingback: Eingedeutscht | The Only Winning Move

  3. Pingback: Schließt die Liebe zu Müttern etc eine Abwertung von Frauen aus? | Alles Evolution

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