Aktionsplan für Feminismus 2015

Ich frage mich schon seit einiger Zeit, ob es ein feministisches Analogon zu der Forderungsliste von Manndat gibt.
Kann ja eigentlich nicht, da es Den Feminismus ja nicht gibt (außer, Feminismus wird kritisiert, dann ist klar, dass Der Feminismus von diesem “Strohmann” nicht tangiert wird). Stattdessen bin ich mit etwas Verspätung auf diesen Beitrag in der Washington Post aufmerksam geworden, in dem 16 der einflussreichsten Feministinnen ihre Vorhaben und Wünsche für 2015 formulieren.

Das ist ganz interessant.


In meinen Worten:

1. Es sollte eine Koalition geben, in der sich u.a. Schwule und Transmänner für jene Frauen einsetzen, die gleichzeitig Feministin, WOC, von Schwangerschaft bedroht oder unklaren Genders sind.

2. Frauen sollten noch mehr Raum in den Medien einnehmen.

3. Unter Online Harassment leiden nur Frauen, die aber dafür wirklich, also muss hier was passieren.

4. Es sollen 2 Millionen neue Pflegejobs geschaffen werden und alle (weiblichen?) Pflegekräfte sollen deutlich mehr verdienen.

5. Männer sollten sich ganz toll mit Frauen solidarisch erklären, diese sich aber nicht mit Männern. #heforshe

6. Die Polizei soll Schwarze nicht mehr anders behandeln als Weiße.

7. Ditto

8. Frauen brauchen auf Twitter, Facebook und Youtube mehr und bessere Zensur-Werkzeuge.

9. Polizei-Brutalität unterdrückt in erster Linie Frauen.

10. Frauen sollen mehr bei soziopolitischen Aktionen mitmachen.

11. Leute, die radikal und farbig und queer/trans sind, sollten die unabhängigen Medien dominieren

12. Die Rape Hysterie soll nicht nur an Unis alle rechtsstaatlichen Prinzipien aushebeln, sobald es um Vergewaltigung geht.

13. Feminismus soll sich für alle schwarzen Menschen einsetzen, so dass alle schwarzen Frauen im Zentrum der feministischen Aufmerksamkeit stehen.

14. Die Zukunft hängt von Den Schwarzen Frauen ab. Also sollten diese tonangebend sein (ich glaub, im Feminismus, vielleicht auch in der Gesellschaft an sich)

15. Schwarze sollten leichter einwandern dürfen. (Glaube ich; bei diesem Punkt bin ich mir sehr viel unsicherer, worum es geht, als bei den anderen.)

16. Es soll weniger über Frauen in Spielen geredet und stattdessen mehr gehandelt werden, damit allen Frauen ermöglicht wird, Spiele zu entwickeln. Das können sie nämlich bisher nicht, weil, äh…


Es ist schwer, diese Forderungsliste angemessen zu würdigen.

1, 2, 3, 4, 8, 11, 12, 16 sind sehr deutlich gynozentrisch. Eine Welt, die nicht allen Frauen den sprichwörtlichen Mantel auf die Pfütze legt, damit diese trockenen Fußes hinüber kommt, ist eine ungerechte, brutale Welt.

1, 6, 7, 9?, 11, 13, 14, 15 drehen sich mehr um Schwarze als um Frauen. Das scheint auch in 2015 die angesagte Strategie zu sein, nicht in offensichtliche Bedeutungslosigkeit abzurutschen.

So was wie Respekt habe ich eigentlich nur für die Punkte 4 und 6. Hier werden echte Probleme angesprochen, wenn auch ohne den geringsten Anschein eines machbaren Lösungsansatzes.

Was komplett fehlt, sind realistische Betrachtungen, die irgendwie nachvollziehbar einen Vergleich anstellen: “In diesem Bereich haben es Frauen in dieser Hinsicht schlechter als Männer.”
Stattdessen nur die Geisteshaltung: “Bei diesem Thema geht es Frauen nicht so gut wie ich es mir wünschen würde. Und weil ich ja auch für Schwarze und Trans und so bin, kann ich in aller Ruhe außer Acht lassen, dass ich die Hälfte der Menscheit in meinen Forderungen komplett ignoriere.”

Ich sollte aufhören, den Feminismus mit meinen patriarchalen Denkansätzen verstehen zu wollen, nach denen “Fairness” so etwas wie eine “objektive Perspektive” voraussetzt.
Feminismus ist viel besser erklärbar mit der Erkenntnis der feministischen Mutter aus diesem Beitrag:

I did it [the educational experiments] before the girls had the capacity to understand the meaning of fair. Fair became “what I want right now because I want it”.

Dolo, ergo sum.

“Don’ts” for Husbands and Wives

Sargon of Akkad verweist auf zwei Ratgeber von 1913, um die feministische Behauptung zu untersuchen, dass “vor etwa 100 Jahren Frauen regelrecht der Besitz (Eigentum, Sklavinnen, ‘Chattel’) von Männern” gewesen seien.

“Don’ts for Husbands” und “Don’ts for Wives”. (beide für 1,50 bei Amazon)

Das ist ganz interessant. Ein paar Beispiele, mehr oder weniger wahllos herausgegriffen.

Don’ts for Wives, Chapter 1: Personalities

  • Dont expect your husband to have all the feminine virtues as well as all the masculine ones. There would be nothing left for you if your other half were such a paragon
  • Dont be surprised, if you have married for money, or position, or fame, that you get only money, or position, or fame; love cannot be bought
  • Dont worry about little faults in your husband which merely amused you in your lover. If they were not important then, they are not important now
  • Dont expect your husband to be an angel. You would get very tired of him if he were
  • Dont interpret too literally the Obey of the Marriage Service. Your husband has no right to control your individuality
  • Dont expect a man to see everything from a womans point of view. Try to put yourself in his place for a change

Don’ts for Husbands, Chapter 1: General Habits

  • Dont sit down to breakfast in your shirt-sleeves in hot weather on the ground that only your wife is present. She is a woman like any other woman. The courtesies you give to womankind are her due, and she will appreciate them
  • Dont stoop, even if your work is desk-work. Your wife wants to see you straight and broad-chested
  • Dont look at things solely from a mans point of view. Put yourself in your wifes place and see how you would like some of the things she has to put up with
  • Dont make a fuss when your wife has unattached women friends to be seen home at night. I have seen men on these occasions look at their slippers, and fuss about changing into walking-shoes, and look out to see whether it rains, etc., until I should certainly have gone off alone had I been the guest to be escorted
  • Dont refuse to get up and investigate in the night if your wife hears an unusual noise, or fancies she smells fire or escaping gas. She will be afraid of shaming you by getting up herself, and will lie awake working herself into a fever. This may be illogical, but its true
  • Dont hang about the house all day if your occupation does not take you abroad. Spend regular hours in your study or den, or go out and play golf; but dont inflict your company on your wife during every minute of every day . She is fond of you, but she wants to be free sometimes. And she has business to do, if you havent

Das klingt wirklich nicht nach Ratschlägen für Herr und Knecht. Eher nach Ratschlägen für Partner mit verschiedenen Vorlieben und Aufgabengebieten.

Herstory, statt History. tssss

Danisch, Verschwörungstheorien und Mansplaining

Vor Jahren las ich auf danisch.de die These, Google hätte nur deshalb so rasant wachsen können, weil eine gewisse staatliche Agentur die Finanzen zur Verfügung stellte. Das Interesse der Agentur an Google sei gewesen, so an Metadaten aller Menschen, freiwillig aufgegeben, zu kommen, die per schnöder Belauschung nicht zu bekommen gewesen wären.

Ich erinnere mich an meine erste Reaktion, dass das zwar nicht völlig unplausibel, aber doch eine ordentlich verschwörungstheoretische Räuberpistole sei. Oder? … Oder??

Das war vor Snowden.
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Sich angesprochen fühlen, Folge 431

1: Ich hoffe, ich bekomme nie einen Erstickungsanfall in Gegenwart von einem jener Typen, die in Foren sinnlose Kommentare schreiben.
2: Der würde mir nur erzählen, dass er selbst gut atmen kann: “Das ist schräg, meine Luftröhre hat überhaupt kein Problem”
3: …oder er kommt mit doofen Vermutungen: “Ich glaub, was du brauchst, ist ein … Heinrich Manöver, oder … Ja, Nee, Weiß nich”
4: …oder er lenkt einfach nur ab: “Das gehört grad nicht her, aber wie fandst du den letzten Wes-Anderson-Film?”

Der großartige Bug-Martini.

offtopic: vulgäres lorem ipsum, wie die Frauen es lieben (anscheinend)

Wer irgendwas mit der gestaltenden Branche zu tun hat, kennt Lorem Ipsum, den scheinlateinischen Blindtext, der seit vielen Jahren von Layoutern verwendet wird, um Skizzen mit Text zu füllen.

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Wem das zu langweilig ist und seinen Kundinnen mehr Aufregung zutraut, dem steht jetzt der 50 Shades Generator zur Verfügung. Ein Knopfdruck und man bekommt ein paar Absätze Prosa, die sich hinter dem Original mit den halbhundert Helligkeitsabstufungen nicht zu verstecken braucht.

Warnung: Hier gehts um eine Webseite, die mit solcher Freude Vulgaritäten um sich sprüht, dass der Leser ein gewisses Maß an Hartgesottenheit mitbringen sollte.

There was love mayonnaise dribbling from his muffbuster and I was wetter than a well diggers arse.

Was hat das auf diesem Blog zu suchen? Ich hab 50 Shades nicht gelesen, aber wenn die Prosa dort so phantasievoll ist wie diese, ist mein Respekt für den Geschmack der Durchschnittsfrau grad wieder ein klein wenig gestiegen.

With my flappy meal now much like a bulldog in a windtunnel, he thought it was time to start plunging my turd-herder

This is gold 🙂

Bilderinterpretation: Lieblose Frauen

Kürzlich in Heidelberg hing ein Plakat an vielen Ecken, dessen Interpretation mich ein wenig ratlos macht:

lustig

Was ist die intendierte Aussage des Bildes?

Eine Frau an sich ist leer; sie ist höchstens liebevoll durch die Liebe, die ein Mann in sie hineinpumpt. Der alte Mann funktioniert hier nicht mehr.


Liebliche Frauen gibt es nicht, nur geliebte Frauen. Ohne Mann ist Frau krank.


Frauen sehen Männer wie Ersatzteillager: Ist einer kaputt, wird er ausgetauscht.


Oder dann doch nur: Wenn es einer Frau schlecht geht, ist sicherlich ein Mann schuld.

Was meint der geneigte Leser?