Fortpflanzungsverhältnis 1:17

Ich hatte schon mehrfach davon gehört, dass in der Geschichte der Menschheit nur 40% der Männer und 80% der Frauen sich fortgepflanzt haben.

Das scheint zu stark vereinfacht zu sein, denn vor rund 8000 Jahren gab es eine Phase, in der auf jeden Mann, der erfolgreich Nachkommen in die Welt setzte, unglaubliche 17 Frauen kamen, die Kinder hatten.

Man beachte die verschiedenen senkrechten Achsen. Links Männer, rechts Frauen.

Während sonst in der Frühzeit rund 4 oder 5 Frauen auf einen Mann kamen, muss zwei- bis dreitausend Jahre nach der letzten Eiszeit irgend etwas los gewesen sein, was die Balz für Männer sehr, sehr, sehr viel härter machte als sonst.

Was das war, weiß man nicht.

Auch spannend: Das Phänomen galt anscheinend weltweit.

Weitere Details und Quellen hier.

Oops, ist der Tagesschau hier grad ein heroisches “Mann” rausgerutscht?

Die Tagesschau hat hier eine Fotostrecke zur Bergung der A320.

Wie immer bleibt das Geschlecht der Akteure in sorgfältig gewählten Begriffen des unbestimmten (eben nicht maskulinen) Genus verborgen. Es ist die Rede von “Helfern”, “Experten”, “Rettungskräften”, “Medizinern”, “Ermittlern”, “Leuten” und “Bergsteigern”.

Wenn da nicht die Figuren auf den Bildern wären, deren Statur ziemlich deutlich männlich sind, könnte man glauben, dass die Hälfte der Menschen, die hier heldenhaft sich durch “unwegsames Geländer” kämpfen, unter “physisch und psychisch immensen Belastungsproben” leiden, sich “unter schwersten Bedingungen” “extremen Herausforderungen stellen” durchaus weiblich wären.

Der Wahnsinn der Feministinnen: Unsere Sprache macht nicht Frauen unsichtbar, sondern Männer. Man muss sich einfach denken, dass quasi alle, die da ihren Arsch riskieren, nicht weiblich sind.

Bis auf dem letzten Bild ein Ausrutscher passiert:

bergung

Whoa… Sollte es Situationen geben, in denen männliche Seilschaften gesellschaftlich akzeptiert sind?

Dass ich das noch erleben darf.


Was soll der Beitrag?

Meine rote Pille war seinerzeit spätestens nach diesem Film geschluckt:

Es hat sich nicht viel geändert. Also ist es auch noch immer gut, drauf hinzuweisen.

„Ist Genie männlich?”

„Natürlich nicht.“

Die Zeit-Titelseite vom 19.3.

Der Anreißer auf Seite 71 präzisiert die Antwort:

Oder haben Frauen einfach keine Lust auf die einsame Arbeit am wissenschaftlichen Werk?

Was man m.E. verlustfrei umformulieren kann in „Fehlen Frauen wesentliche Voraussetzungen fürs geniale Schaffen?“

Der Artikel ist nicht so schlecht, wie die Einleitung vermuten ließe.
Er beklagt den goldenen Käfig, in den das Bürgertum die Frau gesteckt hat und stößt damit letztlich in das gleiche Horn wie Kucklick, nur von der anderen Seite.
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Was denkt die Frau von heute so über Männer?

Genderama verlinkt auf einen Artikel, der die alte Klage anhebt, es gäbe keine echten Männer mehr. Das ist ganz interessant. Ein paar Zitate…

Kein Türaufhalten, kein Händehalten und definitiv keine Drinks umsonst. Kein Hutabnehmen und kein Werben durch Einladungen. Keine Eleganz, keine Jacketts beim Essen. Keine Blumen, keine Kerzen auf dem Tisch. Und, vor allem: keine Dates mehr. Wenn du eine Singlefrau bist, hast du vermutlich angenommen, deine Zwanziger wären eine wilde Zeit voller teurer Abendessen und verschwenderisch finanzierter Nächte.

(…)

Aber es gibt keine Dates und du wirst nicht umworben, nicht im geringsten, weil Männer heutzutage unglücklicherweise nur Feiglinge sind.

(…)

Das unglückliche Paradox für Frauen ist, das sie Jäger und Beute sein müssen, Ziel und Schütze, gleichzeitig schüchtern wirken und die Verfolgung einleiten. Sieht jemand das Problem? Schon wieder bleibt die gesamte Arbeit auf den Schultern der Frauen liegen.

(…)

Das hat natürlich eine Reihe von Gründen, aber vor allem liegt es an der Tatsache, dass Männer nicht wissen, was sie eigentlich von uns wollen und erwarten.

(…)

In der heutigen Gesellschaft, mit Gigi Hadids und Miranda Kerrs Instagram nur einen Klick entfernt, haben wir eine enorme Konkurrenz. Glücklicherweise konkurrieren wir da mit Frauen, bei denen diese Männer eh keine Chance haben. Unglücklicherweise wissen diese Männer das anscheinend nicht.

(…)

Sie werden nicht erwachsen. Ein trauriger, aber so gar nicht überaschender Bericht von Nickelodeon, stellt fest, dass Männer den Frauen um 11 Jahre in Sachen Reife hinterherhinken.

(…)

Und dann heiraten sie nicht mal mehr.

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Kleider machen gar keine Leute

Wir wissen ja, dass Sexismus nur in eine Richtung geht: Gegen Frauen.

Trotzdem habe ich mich nach dem Post vorhin gefragt, ob es vielleicht wenigstens in der Theorie denkbar wäre, dass auch Männer aufgrund von Äußerlichkeiten falsch beurteilt werden.

cars

Nein, undenkbar, dass irgendjemand – gar eine Frau – solche Urteile fällen würde.

Ist “neckisch” eine Wertung?

Eine Terres des Femmes Aktion macht die Runde durch begeisterte Tumblr und Ufunk Seiten.

Es ist die alte Leier: Auch wenn ein Mädchen sich wie eine Schlampe benimmt und kleidet, ist es nicht erlaubt, in ihr etwas anderes als einen wunderbaren, wertvollen Menschen zu sehen.

So unsinnig wie alt.

Nur der Slogan macht mich diesmal extra ratlos.

prüde
altmodisch
langweilig
neckisch
frech
herausfordernd
Schlampe
Hure

Messe den Wert einer Frau nicht an ihrer Kleidung

Bei „Schlampe“ und „Hure“ würde ich zustimmen, dass eine wertfreie Verwendung der Begriffe selten ist.

Obwohl sich auch hier Gegenbeispiele finden. Tucker Max schreibt z.B. in “I hope they serve beer in Hell”:

4:00 Mir reicht küssen nicht, fange an mit der Hand zu forschen. Sie trägt keinen Schlüpfer. Golddigger-Schlampen sind großartig.

Ein Lob, das angesichts des Rests des Buches vollkommen ernst gemeint ist. Tucker liebt Schlampen.

Wo also findet die Wertung wirklich statt?

Wo bloß?

Vielleicht in Köpfen wie diesem?
Screen Shot 2013-08-19 at 7.50.16 PM

Feministische Sexberatung durch J. Valenti

Durch die Anmerkungen zu einen bösen Film (für Deutsche meines Alters schwer zu ertragen), wurde ich auf die Seiten des Guardian gelinkt und habe dort die Überschrift “Wenn eine Frau keine Lust auf Sex hat, ist sie selbst ziemlich sicher nicht die Ursache.” gesehen.

Es ist immer wieder faszinierend, wie verschieden Weltbilder sein können.

Auslöser ist die Nachricht, dass eine Firma eine Art Viagra für Frauen rausbringen will, die aber wohl nicht so zuverlässig funktioniert. (Die Zitate im Folgenden habe ich so originalgetreu ins Deutsche übertragen, wie es mir möglich ist)

Denn, leider, gibt es keine Pille, die dafür sorgt, dass Männer Lust auf Vorspiel haben, die schlechten Angewohnheiten – welche auch immer das sein mögen – die sie sich durch Internetpornos zugezogen haben, ablegen oder endlich das zulassen, was Frauen mögen: nämlich sich von der Frau mit einem Strapon vögeln zu lassen.

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