Informelles Ausloten der Interaktionsebene, oder auch “Sexismus” in Feministinnen-Parlance

Ich musste kürzlich an diesen Sketch aus der Show “The Mitchell and Webb Look” denken:

Für die mit nicht ganz so fließendem Englisch: Linksi wird vorgestell als “arbeitet jetzt auch von zu Hause”. Kaum sind die Frauen weg, fragt Rechtsi: “Und, hast du die Wichsphase schon unter Kontrolle?” – “Absolut nicht. Ich komm zu gar nichts!” – “Du musst ein Belohnungssystem einführen: Erfolgreiches Telefongespräch, dann erst 5 gegen Willie” etc…

Ich finde sehr gut getroffen, wie sich die Stimmung entwickelt von der üblichen Betretenheit, wenn man Fremden auf einer Party vorgestellt wird über die kurze Empörung zu einem regelrecht brüderlichen Austauschen über ein Problem, das beide verbindet.

Zu dieser vertrauensfördernden Stimmung gehört, dass das Thema nicht unverbindlich wie das Wetter oder der Tatort von gestern ist. Es muss etwas sein, das für beide wichtig ist und was man nicht mit jedem besprechen kann.
Das kann auch weit weit weg von Sex sein, wie der Comic von Erzählmirnix kürzlich beweist.

Ich habe eine Handvoll Kunden/Kollegen, bei denen ein wenig anzügliche Frotzelei wie ein Ritual zum Telefonat gehört. Das ist Ausdruck von “Wir sind unter uns. Wir kennen uns. Wir vertrauen uns.”

Das ist nicht ansatzweise Ausdruck von Frauenfeindlichkeit. Das hat genaugenommen nicht das geringste mit Frauen zu tun. Ist dem geneigten Leser aufgefallen, dass in dem Sketch oben mit nicht einem einzigen Wort darauf eingegangen wird, WAS da im Internet als Wichsvorlage angeschaut wird? Der Sketch würde exakt so funktionieren, wenn beide schwul wären.
Es geht um das Verhältnis vom Mann zum Geil-sein, es geht darum, dass mann ständig von scheinbaren Nichtigkeiten angespitzt wird. Es geht nicht um sein Verhältnis zu Frauen.

Es sagt eine Menge über Feministinnen aus, dass sie diesen Umstand gleichzeitig nicht wahrhaben können sowie davon beleidigt sind.

Dass anrüchige Themen zumindest unter Männern als Bindungsmittel dienen können, hat natürlich in der gegenwärtigen Stimmung auch Auswirkungungn auf Dynamiken, wie sie hier (vor allem auch in den Kommentaren) besprochen werden.

Früher konnte mann es in geselliger Runde noch riskieren, schlechte Witze zu machen, um zu schauen, ob die Runde drauf einsteigt und damit ein Ausweg aus der Beliebigkeit unverbindlichen Smalltalks möglich ist oder ob – schlimmstenfalls – einige ihn daraufhin doof finden.
Heute kann ihn das seinen Job oder mehr kosten.

Dazu kommt, dass es keine klaren Kriterien gibt, wo die Grenze zwischen erlaubt und verboten liegt, da diese schließlich ausschließlich vom Empfinden der größten Mimose festgelegt wird.

Und – auch das verstehen Feministinnen offensichtlich nicht im Ansatz – hier liegt einer der Gründe, warum Männer manchmal abwehrend darauf reagieren, wenn Frauen in ihre Bereiche vordringen: funktionierende Rituale, die bisher das Zusammensein erfolgreich gesteuert haben, werden von den Frauen, die diese Rituale nicht verstehen (wollen oder können), empfindlich gestört.
(Für die Blödies unter den Lesern: Jaaa, natürlich gibt es Frauen, die nicht so destruktiv sind. Jaaa, natürlich gilt das nicht für alle Bereiche. Jaaa, natürlich gibt es auch andere Gründe, warum Männer manchmal unter sich sein wollen.)

So ist dann ja auch die unerwartete Punchline in dem Sketch oben, dass die Frau völlig nahtlos auf der scheinbar verbotenen Ebene mitredet.

Damit hatte keiner gerechnet.

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