Feministische Sexberatung durch J. Valenti

Durch die Anmerkungen zu einen bösen Film (für Deutsche meines Alters schwer zu ertragen), wurde ich auf die Seiten des Guardian gelinkt und habe dort die Überschrift “Wenn eine Frau keine Lust auf Sex hat, ist sie selbst ziemlich sicher nicht die Ursache.” gesehen.

Es ist immer wieder faszinierend, wie verschieden Weltbilder sein können.

Auslöser ist die Nachricht, dass eine Firma eine Art Viagra für Frauen rausbringen will, die aber wohl nicht so zuverlässig funktioniert. (Die Zitate im Folgenden habe ich so originalgetreu ins Deutsche übertragen, wie es mir möglich ist)

Denn, leider, gibt es keine Pille, die dafür sorgt, dass Männer Lust auf Vorspiel haben, die schlechten Angewohnheiten – welche auch immer das sein mögen – die sie sich durch Internetpornos zugezogen haben, ablegen oder endlich das zulassen, was Frauen mögen: nämlich sich von der Frau mit einem Strapon vögeln zu lassen.


Es ist nun mal ein Fakt, dass Frauen mit zunehmender Zeit deutlich weniger Lust auf ihre Männer haben als andersherum.


Keine kleine rosa Pille kann, gleichsam magisch, einzelne Männer besser im Bett machen – oder wenigstens weniger faul.


Das Problem für Frauen, die mit Männern schlafen, scheint darin zu liegen, dass Sexualität eindeutig auf den Mann fokussiert ist, in der Art, wie uns beigebracht wurde, darüber zu denken und wie uns beigebracht wurde, Lust zu empfinden. (…) Selbst die Art, wie wir uns kleiden macht das deutlich, wenn Frauen stärker Kleidung wählen, die ihr Aussehen und ihre Sexualität betonen als Männer das tun. Porno für Männer ist allgegenwärtig, für Frauen quasi nicht zu finden.

Der letzte Satz ist dadurch besonders interessant, weil gleich der nächste Satz ist:

Sogar die Bezeichnung “weibliches Viagra” drückt die Vorstellung aus, dass weibliche Sexualität etwas ist, was genau wie männliche Sexualität funktioniert.

Also, der Umstand, dass Männer anders um das Begehren von Frauen werben als Frauen um das Begehren von Männern ist ein Beweis dafür, dass sich alles um Männer dreht. Dass sich angeblich alles um Männer dreht, sorgt wiederum dafür, dass Männer weibliche Sexualität so behandeln wie ihre eigene, was aber nicht dazu führt, dass sie sich sexier anziehen, sondern irgendwie … oder so.

Es bleibt also, dass Männer fast alle (also, jedenfalls 80%, aber bestimmt) echt schlecht im Bett sind und die Frauen können da überhaupt nichts für. Was bleibt den armen Frauen denn anderes übrig, als den Looser zu verlassen in der Hoffnung auf einen richtigen Mann?

Und es bleibt, dass in den Medien quasi nichts zu finden ist, was auf weibliche Sexualität ausgerichtet ist, woran Frauen sich orientieren können, wo Frauen sich wiederfinden.

     
brigitte        

Einfach nichts.

Leere.

Wie können Frauen bei so viel Unterdrückung, Missachtung, Ausgrenzung nur existieren?

Bewundernswert.

Sie sind vielleicht doch die besseren Menschen?

Oder anders ausgedrückt: Diese Flachgurke hat über 88 Tausend Follower auf Twitter.
Was sind das für Leute?

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4 thoughts on “Feministische Sexberatung durch J. Valenti

  1. “Und es bleibt, dass in den Medien quasi nichts zu finden ist, was auf weibliche Sexualität ausgerichtet ist, woran Frauen sich orientieren können, wo Frauen sich wiederfinden.”

    Nee klar. Frauen sind allesamt so dämlich, dass sie sich in den aufgeführten Medien wiederfinden.

    Was bist du für ein Erbsenhirn.

    • Ich bin mir nicht ganz sicher, was du mir sagen willst.
      Dein Satz ergibt nur Sinn, wenn du davon ausgehst, dass die angeführten Beispiele nicht an Frauen adressiert sind und nicht in erster Linie von Frauen konsumiert werden.
      Aber so doof kann keiner sein.

      Also willst du vielleicht darauf hinaus, dass es Frauen gibt, die diese Medien nicht konsumieren und hast damit bewiesen, dass es keine Medien gibt, die an Frauen adressiert sind?
      Das ist nur ein Quentchen weniger doof als das erste.

      Also gehe ich provisorisch davon aus, dass du ein Drittes meinst.

      Aber was bloß?

      • ich denke er oder sie will damit sagen dass wohl kaum (alle) Frauen sich in diesen abgebildeten medien wiederfinden (sollten?) es ist impliziert das nur dämliche frauen sich in den abgebildeten medien wiederfinden/ daran interresiert sind wie auch immer

      • @Susalik,
        natürlich meint sie das.

        Valenti behauptet sinngemäß: “Die Medien drehen sich nur um männliche Sexualität. Es gibt quasi nichts, was die weibliche Sexualität bedient.”
        Ich zeige ein winziges Fragment des riesigen Medienmarktes, in dem weibliche Sexualität von Frauen für Frauen bedient wird. Dieser Markt ist sehr erfolgreich und wird von Millionen von Frauen konsumiert.

        Schraubenzieher entgegnet: “Ja, nee, die Beispiele sind ja nur für dämliche Frauen.”

        Millionen und Abermillionen von dämlichen Frauen.

        So sieht Schraubenzieher die Welt.

        Aber was ist damit argumentiert? Dass Frauen nicht das konsumieren sollten, was sie anspricht, sondern lieber das, was Schraubenzieher ihnen verschreibt? Sind Umerziehungslager das Utopia von Feministinnen?

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