Was denkt die Frau von heute so über Männer?

Genderama verlinkt auf einen Artikel, der die alte Klage anhebt, es gäbe keine echten Männer mehr. Das ist ganz interessant. Ein paar Zitate…

Kein Türaufhalten, kein Händehalten und definitiv keine Drinks umsonst. Kein Hutabnehmen und kein Werben durch Einladungen. Keine Eleganz, keine Jacketts beim Essen. Keine Blumen, keine Kerzen auf dem Tisch. Und, vor allem: keine Dates mehr. Wenn du eine Singlefrau bist, hast du vermutlich angenommen, deine Zwanziger wären eine wilde Zeit voller teurer Abendessen und verschwenderisch finanzierter Nächte.

(…)

Aber es gibt keine Dates und du wirst nicht umworben, nicht im geringsten, weil Männer heutzutage unglücklicherweise nur Feiglinge sind.

(…)

Das unglückliche Paradox für Frauen ist, das sie Jäger und Beute sein müssen, Ziel und Schütze, gleichzeitig schüchtern wirken und die Verfolgung einleiten. Sieht jemand das Problem? Schon wieder bleibt die gesamte Arbeit auf den Schultern der Frauen liegen.

(…)

Das hat natürlich eine Reihe von Gründen, aber vor allem liegt es an der Tatsache, dass Männer nicht wissen, was sie eigentlich von uns wollen und erwarten.

(…)

In der heutigen Gesellschaft, mit Gigi Hadids und Miranda Kerrs Instagram nur einen Klick entfernt, haben wir eine enorme Konkurrenz. Glücklicherweise konkurrieren wir da mit Frauen, bei denen diese Männer eh keine Chance haben. Unglücklicherweise wissen diese Männer das anscheinend nicht.

(…)

Sie werden nicht erwachsen. Ein trauriger, aber so gar nicht überaschender Bericht von Nickelodeon, stellt fest, dass Männer den Frauen um 11 Jahre in Sachen Reife hinterherhinken.

(…)

Und dann heiraten sie nicht mal mehr.


Der Nickelodeon Bericht – Eine „Forschung“, die im Rahmen einer Marketing-Aktion in Auftrag gegeben wurde, anlässlich einer neuen Serie, in der ein sehr unreifer 30-jähriger Mann die Hauptrolle spielt – ist so unseriös, wie man es erwarten würde. Die eklatantesten Beweise männlicher Infantilität? 1. Sie können über Rülpser lachen. 3. Sie spielen Computer Spiele 5. Sie können über unanständige Wörter kichern. 6. Sie hören im Auto laute Musik. 7. Sie spielen Streiche. 9. Sie sagen nichts, wenn frau mit ihnen schimpft. 10. Können nicht mal einfache Gerichte kochen. und so weiter


Die Autorin mit der “Männer sind (fast) alle doof, wirf mit Steinen nach ihnen.” Einstellung, Lauren Martin, ist so reflektionsfrei zeitgeistig ohne erkennbaren feministisch-theoretischen Unterbau, dass ich neugierig war, was sie sonst noch so schreibt.

  • „Sexting vs Sex: Unterschiede, wie Männer und Frauen ‘Fremdgehen’ verschieden sehen.“ Gar nicht schlecht. Liste von Unterschieden, wie sie sie empfindet. Wenigstens eine Absage an Gender-Mainstreaming. Aber natürlich sind Frauen irgendwie besser und reifer und können mit allem besser umgehen.
  • „Warum sich Männer in der Regel schneller und heftiger verlieben als Frauen.” Allein die ersten vier Absätze sind phantastisch:

    „Es gibt eine weit verbreitete, falsche Vorstellung, dass Frauen wie irre durch die Gegend laufen, auf der Suche nach einem Mann, den sie mit Liebe überschütten und in eine Beziehung zerren können. Männer hingegen sind leer. Jede Frau, die schon einmal in einer Beziehung war, weiß, dass dieses Bild der Frau schlichtweg falsch ist. Es ist das alte Spiel, dass Männer die Rollen vertauschen, um uns reinzulegen, damit wir die Wahrheit vergessen. Und was ist die Wahrheit? Frauen sind die coolen, ruhigen, zurückhaltenden während Männer mit ihrer Liebe ins Haus fallen und um Zuneigung betteln.“

    Ist es nicht schön?

  • „16 Punkte, die nur geborene Lügner so recht verstehen.“ Ohne Wertung durch die Autorin. Es ist anscheinend einfach so, dass sie sehr, sehr regelmäßig nicht die Wahrheit sagt.
  • „30 Fragen über dich selbst, die du mit 30 beantworten können solltest.“ Die 20er sind zum Austoben da. Erst mit 30 ist die Zeit, den Mann/Job/Glück/Freund/Ziel fürs Leben zu finden. Da sollte frau dann aber auch wissen, was sie will.
  • „Erste Eindrücke: Warum wir unser eigentliches Ich verstecken, wenn wir neue Leute kennenlernen.“ Ich bin nur bis zu diesem Satz gekommen: „Es ist nicht leicht zuzugeben, aber wir sind nicht wir selbst beim ersten Treffen. Aber es ist nicht unsere Schuld.“
  • „5 Aspekte an hochhackigen Schuhen, die Frauen Macht verleihen und sie gleichzeitig einengen.“
    1. Sie verleihen Macht über Männer, machen frau aber so hilflos, dass sie auf die Hilfe auch angewiesen ist.
    2. Sie machen größer, aber weniger bedrohlich.
    3. Sie geben Aufmerksamkeit, aber keinen Respekt.
    4. Sie machen sexier, sind aber ungesuns für den Körper.

    Nein. Kein Punkt Nr. 5

  • „8 Gründe, warum Kerle eine Frau mit Rückgrat haben wollen.“ Ich wäre beinahe nicht über den ersten Satz hinausgekommen: „Das Wesen des Menschen ist mitunter rätselhaft, aber der Geist/Verstand des Mannes ist es nicht.“ Danach kommt aber nur die übliche Auflistung, warum Frauen finden, dass starke Frauen doch bitte begehrenswert sein sollten.
  • „Es ist nicht so, dass ich keinen Mann finden kann, der mich liebt. Ich kann keinen finden, den ich liebe.“ Wer findet das Problem:
    • Der alte Trugschluss ist, dass eine Frau attraktiv für Männer sein sollte, um einen Partner zu finden.
    • Glücklicherweise stimmt das gar nicht, jedenfalls nicht für Starke Frauen.
    • Starke Frauen wissen, was sie wollen, und sie wollen einen Mann, der für sie attraktiv ist.
    • Starke Frauen sind nicht alleine, weil mit ihnen selbst irgendwas nicht stimmt, sondern weil alle anderen nicht gut genug sind.

    Ich hab mal, vor vielen Jahren, in einer Buchhandlung mitbekommen, wie eine Frau, die wie eine Mischung aus Claudia Roth und dem Räuber Hotzenplotz aussah, zur Buchhändlerin sagte: „Ich suche das Buch: ‚Ich finde mich toll, wieso bin ich noch Single?‘” Es gibt zu dem Thema einen sehr guten Post vom Private Man, vor allem die Reaktionen sind lesenswert. Frau Martin kommt da vielleicht mit 45 auch hin.

  • „19 einfache, alltägliche Dinge, vor denen Frauen keine Angst mehr haben wollen.“ Es reichen wieder die ersten Absätze:

    „Es ist unbestritten, dass das Leben für eine Frau wesentlich härter ist als für einen Mann. Was Leute nicht begreifen, ist, dass es nicht nur schwerer, sondern auch Scheiße nochmal furchterregender ist. Ja, wir bekommen weniger Gehalt. Ja, unsere Rechte sind bedroht. Ja, wir werden mit unrealistischen Standards konfrontiert. Aber was ist mit dem Rest? Was ist mit der Tatsache, dass wir nicht allein verreisen oder nachts durch dunkle Gassen gehen können, ohne um unser Leben fürchten zu müssen?“

    Das ist nämlich unfair, weil Männer nachts in der Dunklen Gasse keine Angst vor Frauen haben müssen. Es sind (vermutlich) andere Männer die sie umbringen werden. Das zählt also nicht. Das ist irgendwie anders tot. Das ist nicht-so-schlimm-tot. Männer habens halt gut und ganz allgemein leichter. Es folgt die Liste mit den Dingen, vor denen Frau Angst hat. Der absurdeste und leider komplett ohne Selbstironie:

    „Bill Cosby. Just saying…“

    Es gibt einfach nichts, weswegen ein Mann vor einer Frau Angst haben könnte. Frauen tun nichts. Die wolln nur spielen. Oder so.

Graublau plädierte neulich bei Christian aufs nachdringlichste dafür, dass Frauen nicht Schuld seien an MGTOW. Dass Männer sich an die eigene Nase fassen sollen, wenn sie überzogene Erwartungen haben. Wenn Lauren Martin in irgendeiner Form normal und repräsentativ für die junge Frau von heute ist… … dann treffen junge Männer, die Respekt vor Frauen haben und von einer partnerschaftlichen Beziehung träumen, auf Frauen wie Ms. Martin, denen nichts gut genug ist und die für Männer an sich nicht den geringsten Respekt haben, höchsten vor den einigen wenigen, die ihren Ansprüchen gerecht werden. Und diese Männer haben dann selber Schuld, dass sie über die Verachtung, mit der man ihnen begegnet, enttäuscht sind. Was hegen sie auch die Erwartung, nicht verachtet zu werden? Wie anmaßend.

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15 thoughts on “Was denkt die Frau von heute so über Männer?

  1. “Dass Männer sich an die eigene Nase fassen sollen, wenn sie überzogene Erwartungen haben. “

    Nein, das gilt nicht für Männer, sondern für jeden Menschen. So war es gemeint und wenn ich da unklar war, geht das auf meine Kappe. Wie ich weiter unten im erwähnten Kommentarstrang schrieb:

    “Eine Frau hat (in meinen Augen) zu hohe Ansprüche? Lass sie links liegen! Eine Frau hat vernünftige Vorstellungen? Pflege guten Kontakt zu ihr, selbst ohne Interesse an einer Partnerschaft. Sozial kompatible Leute machen einen glücklich und man kann sie auch selbst glücklich machen. Gleichzeitig zeigt das anderen, wer mit welchem Verhalten offenbar zufrieden wird. Und wer das nicht merkt, dem ist auch nicht zu helfen.”

    “Für mich ist “die Frauen” ungreifbar. Ich möchte die Schuld an jedem einzelnen festmachen, weil jeder selbst durch sein Verhalten und seine geäußerten Vorstellungen eine Entscheidung trifft und damit ein Puzzlestück der Gesellschaft ist.”

    Hier gilt, was ich oben schrieb: “es liegt auch in der Verantwortung jedes einzelnen, sein Weltbild anhand von Erfahrungen zu korrigieren.” Eine Frau mit zu hohen Erwartungen ist selbst dafür verantwortlich, zu merken, dass ihre Wünsche nicht erfüllt werden. Wenn sie das nicht macht und deswegen nicht glücklich wird, ist das ihr Problem. (Hervorhebung von mir; ich denke, das passt hier besonders gut hin, ebenso:)

    “Das Herumheulen à la “Wo sind all die guten Männer hin?”, “Warum finden moderne Frauen keinen Partner?”, für das Frauen einen Platz in Zeitungen bekommen, mag nervig sein, wird aber nicht zu dem Umschwung führen, dass sie plötzlich von zahlreichen Männern als attraktiv empfunden werden. Sicher, eine Ungleichheit, denn welcher Mann könnte es sich erlauben, so über Frauen zu reden, aber ich kann damit leben.”

    • @Graublau,
      fast alle deine Zitate finden bei mir keinen Widerspruch.
      Außer “Für mich ist “die Frauen” ungreifbar. Ich möchte die Schuld an jedem einzelnen festmachen.”
      Ein Mann, der von Frauen enttäuscht ist, lebt nicht im Vakuum. Er lebt in einer Umgebung, in der vielleicht 80% der Frauen die gleiche Männerverachtung hegen wie Ms Martin.
      Unter dem Vorzeichen sagt Maren dann sinngemäß, dass das ja nur was über die Enttäuschten Männer was aussagt, dass sie zu hohe Erwartungen an Frauen haben, nämlich die Erwartung, als Mensch wahrgenommen zu werden.
      Dem hast du ohne Einschränkung zugestimmt.
      Aus der Perspektive wird aus “‘die frauen’ sind nicht greifbar” ein “jeder soll selber sehen, wo er bleibt”
      Dem wiederum kann ich nicht ohne Einschränkungen zustimmen.

      Maren scheint zu sagen “Es gibt genug gute Frauen”. Wenn Ms Martin repräsentativ für die junge Frau von heute ist, ist die Antwort “Nein, gibt es nicht.”

      • Ich finde es gut, wenn wir Gemeinsamkeiten finden, ohne uns an verschiedenen Punkten zu anderen Themen zu stoßen. 🙂 Daher versuche ich es noch einmal anders aufzudröseln…

        Ich kann natürlich in erster Linie nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen: Es gab Zeiten, da habe ich wenige Frauen getroffen oder kennengelernt. Dass jemand von 80% männerverachtenden Frauen umgeben ist, halte ich zwar für unwahrscheinlich – aber mit genügend vielen Fällen wird man ja irgendwann auch sehr ungewöhnliche Situationen finden.

        Je nach Lebenssituation kann ich aber etwas daran machen. Zuvorderst: Neue Leute kennenlernen, etwas anderes im Leben machen.

        Dass “die Frauen” ohne Einschränkung der Allgemeinheit zu 80% männerhassend sind, kann ich mir tatsächlich nicht vorstellen. Mit genügend Variation des Bekanntenkreises sollte es daher möglich sein, irgendwann mal wieder “normale” Frauen in hinreichender Anzahl zu treffen. Das wäre meine eigene Verantwortung, wenn ich Interesse daran habe.

        Was die “Erwartungen” angeht: Das scheine ich sehr schlecht formuliert zu haben.

        Wenn ich für gleiches Recht, gleiche Verantwortung plädiere, dann ist es für mich so selbstverständlich, dass Männer das Recht haben, als Menschen wahrgenommen zu werden, dass es mir schwerfällt, mir vorzustellen, dass es anders sein könnte. (Mir ist das gerade beim fünften Durchlesen Deines Kommentars erst aufgefallen… manchmal fallen die Groschen langsamer.) Die “überzogenen Erwartungen” bezog ich darauf, dass das Bild von Frauen als Engeln oder besseren Menschen aufgebaut wird (also das Gegenteil von “mit Fehlern und Makeln”), welches zwangsweise irgendwann enttäuscht werden muss.

        Im weiteren Verlauf der Kommentare zeigte sich, dass ich mit Sandman offenbar keinen besonders repräsentativen MGTOW-Vertreter erwischt habe. Ich hatte einige Videos von ihm mal in den Kommentaren bei Alles Evolution gesehen und war davon ausgegangen, dass er wohl wichtig sein muss. So kann man sich irren.

        Zwei vielleicht kontroverse Punkte möchte ich dennoch anschneiden. Auf die Gefahr hin, ahnunglos(er) herüberzukommen:

        1. Streng genommen stimmt es aus meiner Sicht, “dass Frauen nicht Schuld sind an MGTOW”. Denn “Schuld sein an etwas” bezieht sich auf etwas Negatives. MGTOW sehe ich aber nicht als negativ an. Es ist doch begrüßenswert, wenn Menschen ihr eigenes Leben souverän gestalten.

        2. Aus ähnlichen Gründen stoße ich mich an dem Begriff “Streik der Männer”, den ich in diesem Zusammenhang öfters höre. Streik ist eine kurzfristig widersinnige Handlung, die langfristig zum Besseren führen soll. MGTOW klingt aber für mich kurzfristig absolut vernünftig und langfristig höchstens für die Gesellschaft schädlich (wenn man Ziele wie “möglichst viele Familien und Partnerschaft” vorgibt). Mit einem “Streik” hätte man also die Lesart der Frauen übernommen, die sich fragen, wo all die guten Männer hin sind, und der Gesellschaft (falls sie Zielvorstellungen wie eben beschrieben hat) – also gerade die Gruppen, von denen man sich doch distanzieren wollte.

      • @Graublau, Fragen an onlyme:

        (1) Es ist nichts per se schlechtes am MGTOW, aber es sind (ausschließlich) Feministen, die es als Vorwurf verwenden, und es sind halt nicht ausschließlich Feministen, die darunter leiden. Damit sind MGTOW für mehr als Feministen negativ – tendenziell für alle Frauen. Da nur Frauen solche Feministen sein können, sind automatisch auch “nur Frauen” daran Schuld. Kollektivschuld ist moralisch falsch, ja. Aber subjektiv ein gutes Framing.

        (2) > Streik ist eine kurzfristig widersinnige Handlung

        Ne, Streik ist heutzutage vielleicht eine “kurzfristig widersinnige Handlung”, aber per se ist Streik ein Statement “ne, so nicht”. Wenn keiner mehr arbeitet, geht halt alles den Bach runter. _DAS_ Ist das Risiko bei einem echten Streik. Und der “Männerstreik” respektive Teile der MGTOW hätten es halt lieber, dass alles den Bach runtergeht, als die aktuellen Bedingungen zu akzeptieren. Die Frauen hingegen riskieren das “alles weg” never, ever. Die stellen nur schon in den Ansätzen fest, dass “all die guten Männer” weg seien, und jammern. Hey, ich bin hier, only_me ist hier. Und Du bist hier. Ist Deine Entscheidung, ob Du hier bist, um zu “whiteknhighten” – mach ruhig, hab ich mit 16-18 auch. War doof. Hey, ich beneide Dich, wenn’s Dir hilft, aber ich glaube nicht dran.

      • “Es ist nichts per se schlechtes am MGTOW, aber es sind (ausschließlich) Feministen, die es als Vorwurf verwenden, und es sind halt nicht ausschließlich Feministen, die darunter leiden. Damit sind MGTOW für mehr als Feministen negativ – tendenziell für alle Frauen. Da nur Frauen solche Feministen sein können, sind automatisch auch “nur Frauen” daran Schuld.”

        Das wäre für mich immer noch ein Unterschied zwischen “Frauen” (nur Frauen) und “den Frauen” (allen Frauen). Aber gut, vielleicht wird das auch langsam Wortklauberei, und das ist ermüdend.

        Ich möchte aber noch eine marktradikale Sicht in den Raum werfen: MGTOW als “das beste, was zu den gegebenen Marktbedingungen viele Männer machen können”. Dann könnte darunter niemand “leiden” im Sinne von “darf sich beklagen” – es ist einfach nichts anderes zu erhalten in einem freien Markt mit den Rahmenbedingungen “gestiegene Kosten/Risiken bei Bindung für den Mann”. Entsprechend geht das Angebot zurück – also ein einfaches Einpendeln von Angebot und Nachfrage auf niedrigerem Niveau. Was soll’s?

        “Und der “Männerstreik” respektive Teile der MGTOW hätten es halt lieber, dass alles den Bach runtergeht, als die aktuellen Bedingungen zu akzeptieren.”

        Ist das tatsächlich so, dass bewusst “ich möchte, dass alles kaputtgeht” da mit reinspielt? Oder ist es mehr ein “mir ist es egal, was passiert”? (Ich weiß es nicht und frage deshalb.)

        “Ist Deine Entscheidung, ob Du hier bist, um zu “whiteknhighten””

        Ich bin nicht der Meinung, dass Frauen in den westlichen Industrieländern besonders geschützt werden müssen – oder überhaupt geschützt werden müssten, “weil sie Frauen sind”. Ich denke, Frauen haben heute gleiche Rechte, und sie müssen die entsprechende Verantwortung wahrnehmen. Ein Beispiel:

        “Eine Frau mit zu hohen Erwartungen ist selbst dafür verantwortlich, zu merken, dass ihre Wünsche nicht erfüllt werden. Wenn sie das nicht macht und deswegen nicht glücklich wird, ist das ihr Problem.” (aus dem Originalkommentarstrang, von mir)

        Kann sein, dass ich mit der Einstellung ein weißer Ritter bin. Ich habe die genauen Definitionen und wann die Begriffe angebracht sind nie verstanden.

  2. Ich fand diesen Teil eines Kommentars ganz gut:

    “But you know what else is hilarious? You are criticizing men for doing what WOMEN have been doing ever since this point in time, and then you have the nerve to sit there and shame us for not doing what YOU don’t want to do because men are doing what WOMEN have done for so long?”

    Ist schon eine verrückte Welt. Dank David weiß ich jetzt auch das es in einigen Restaurantes (wieder) Damenspeisekarten gibt. Da kann man nicht nur Löwenzahn bestellen, die sind wie normale Speisekarten, nur das dort keine Preise drin stehen. Damit soll wohl die Unklarheit genommen werden, wer das Date bezahlt.

    Ich muss gerade wieder an die Diskussion über die Frauen denken, die ihre Ehemänner spöttisch herablassend als GöGa bezeichnen.

    Naja… das hier fand ich auch noch gut:

    DON’T WORRY GIRL, WE MEN HAVE BALL’S BUT WE CERTAINLY ARE NOT GOING TO SHARE THEM WITH BITCHES LIKE YOU !!!! 🙂

    😉

    • Eine Fundgrube:

      “I find it amusing when a woman is so used to having the advantage that equality feels like oppression to them.”

      oder

      “like omg, men have no balls anymore, there are no good men anymore! Men are pigs, they’re scum, they’re stupid and lazy. They don’t buy me stuff anymore or hold open door for me, like they should, but i’m totally strong and independant.”

      gn8

  3. Es ist deutlich nach 3 Uhr morgens, und ich muss pinkeln und will ins Bett und, dann lese ich das. Also, nicht, dass es eine mit bislang unbekannte Feministin gibt, die volle Kanne einen an der Waffel hat, und der leider jemand zuhört, das ist meine (leider) normale Bettlektüre. Gut, auch dafür könnte man das Notebook nochmal anmachen, aber warum ich es eigentlich angemacht habe war die Behauptung, “Graublau plädierte neulich bei Christian aufs nachdringlichste dafür, dass Frauen nicht Schuld seien an MGTOW.”.

    Ich kenne Graublau seit plusminus 3 Jahren, aber dass er so tief fällt, hätte ich nicht gedacht, und dann muss man da ja nun nachlesen, und dann ist man eh am PC…. und @Graublau: Deine obige Argumentation liest sich für mich wie das, was Du im verlinkten Kommentar als “Genau das ist es, was mich bei MGTOW-Videos abschreckt” auflistest. Sorry, Graublau, es gibt Leute, die kein Doppeldenk beherrschen. Und das auch nicht wollen. Wenn Du “Frauen” gegenüber MGTOW rausredest, dass sie “Menschen” sind, musst Du das den MGTOW auch zugestehen. Und Frauen, die auf Demagogen reinfallen, sind daran selbst Schuld, Die MGTOW hingegen benennen nur Tatsachen – und ich kenne keine jammernden MGTOW.

    Für mich bedeutet MGTOW, sich nicht mehr um den Scheiß zu kümmern, was andere Vollidioten von Dir erwarten, sondern um Deinen eigenen Erwartungen. Die Leute bei Christian sind da übrigens meiner Meinung: Dich schreckt die “Enttäuschung” und “Verbitterung” ab. Schön, wenn Du nicht enttäuscht bist. Ich bin enorm enttäuscht von der “jungen” Gesellschaft, wenn die zitierte Solipsistin Lauren keine Ausnahme ist, sondern die Regel, und ich kam bisher noch damit klar, dass ich ja älter wäre, aber ich bin 35, und die ist keien 20. Davon bin ich nicht verbittert – warum auch? Ich glaube nicht, dass ich MGTOW bin; ich bin fast 8 Jahre verheiratet, und das nach 7 Jahren Beziehung, aber wenn auch nur ein Zehntel dessen stimmt, was _alle_, Feministen wie Antifeministen behaupten, stimmt, können es nur die Frauen 30+ sein, die verbittert sind, die keinen mehr abbekommen und denen keiner mehr die Türe aufhält. Ich würde Lauren die Türe aufhalten, wenn sie ordentlich angezogen wäre, aber das ist sie laut Foto nicht – warum sollte ich also?

    Ich habe kein unrealistisches Frauenbild; ich habe sogar eine Frau (meine Frau mag das anders sehen, aber das ist egal, sie bliebt nicht nur, sie kommt auch immer wieder.) Dieses ganze Geschwafel führt nur dazu, dass Frauen ein unrealistisches Männerbild haben. Natürlich bin ich Gentleman und öffne ich meiner Frau die Autotür, Restauranttür, nehme ihr den Mantel ab etc. – setzt natürlich voraus, dass sie auch Ladylike ist – also mal ungehbare Schuhe für den entsetzlichen 100m-Weg trägt, und ein Kleid und so. Ja, meine Frau beschwert sich auch, dass ich das nicht immer mache, wohl wie die Dingens mit dem Männershirt und der Hotpants. Der würde ich aber auch die Türe nicht aufhalten. Ist.Keine.Lady. Bin.Ich.Kein.Gentleman. Reziprozität scheint für Frauen unbegreiflich zu sein, und dass der aktuelle Trend, Frauen einzureden, dass sie alles für nichts bekommen, dazu führt, dass sie für nichts das bekommen, was nichts wert ist, scheint Frauen enorm zu stören. Deswegen hackt man auf den Männern rum, die nichts bekommen, den MGTOW. Der ganz, ganz wichtige Unterschied ist da halt: Die bekommen zwar nichts, aber die haben was.

    Ja, ich habe im vollen Wissen ob der Rechtssituation geheiratet. Wir haben keine Kinder, weil meine Frau nicht willig war, weinigstens bis zur Befruchtung einen Job zu behalten, der ja mal x-zig TsdEuro Elterndingsgeld eingebracht hätte. Die 5% hätte ich fair gefunden. Finde ich immer noch. Ich finde das nicht zu viel verlangt, und das war vor Jahren. Und langsam haben wir uns beide an das zu schöne Leben gewöhnt (ehrlich @Leutemitkindern: ne, ich werde nie verstehen, was “ihr habt”).

    Und natürlich könnte ich das ewig weit fortsetzen, aber das würden doch alle nur als Angeberei bewerten. Und ich habe wohl ganz offensichtlich nicht gar nichts gemacht. Meine Frau hat auch nicht nichts gemacht, sie hat sich micht ausgesucht – reicht, teils.

    Laurens Artikel hingegen liest sich nicht so, als hätte sie irgendwas richtig gemacht.

    Frauen haben Männern beigebracht, dass Männer je attraktiver werden, desto mehr sie Frauen ignorieren. Zumindest ist das (a) Laurens Problem und (b) wie ich meine Frau kennenlernte, Ich wüsste nicht, wieso man das Männern vorwerfen könnte – also, mit einem Grund.

    Daran hat sich nichts geändert, und das wird es wohl auch nicht. So, und jetzt geh ich schlafen.

    • Ich weiß nicht, ob ich mich entschuldigen oder bedanken soll dafür, dass ich Dich nachts so wach halte. 🙂 Du hast ja ein erfülltes Leben, insofern tut mir das leid bzw. ist zuviel der Ehre.

      Ich habe aus der ursprünglichen Diskussion mitgenommen, dass Sandman, den ich für einen wichtigen MGTOW-Vertreter gehalten habe, offenbar keine so große Rolle spielt. Wenn es interessantere Quellen gibt, umso besser, und wenn ich einen schlechten Kenntnisstand habe, dann freue ich mich darüber, zumindest über mein Unwissen jetzt Bescheid zu wissen.

      Weiter oben habe ich only_me schon geanwortet. Gerne noch einmal kurz hier: Es ist für mich so klar, dass Männer wie Frauen das Recht haben, als Menschen wahrgenommen zu werden, dass ich mir nichts anderes vorstellen kann.

      “Für mich bedeutet MGTOW, sich nicht mehr um den Scheiß zu kümmern, was andere Vollidioten von Dir erwarten, sondern um Deinen eigenen Erwartungen.”

      So hatte ich die Idee auch verstanden. Sympathisch!

      • @Graublau:

        Gute Frage. Eher entschuldigen, ob der Aussage. Nicht wegen mir, meine Frau macht ne Woche Wellness und ich hab halt nix besseres zu tun (ok, hab ich schon, aber keine Lust). Ist aber nicht nötig, hast Du ja geklärt.

        Jetzt stehe ich vor der gleichen Frage, und ich entscheide mich für “Danke für die Antwort, das macht meine Welt wieder elliptischer.”

        Den Reply an onlyme finde ich übrigens auch gut, auch wenn er mir noch in einigen Punkten zu apologetisch ist:

        > Dass jemand von 80% männerverachtenden Frauen umgeben ist, halte ich zwar für unwahrscheinlich

        Jo. Klar. Aber das ist halt nicht die relevante Perspektive. Haben wir denn 20% “männerrespektierende” Frauen? 80%? Und ne, mir is das egal, das ist feministischer Bullshit umgedreht, aber das sollte man halt nicht argumentieren, weil’s Bullshit ist.

        > Je nach Lebenssituation kann ich aber etwas daran machen. Zuvorderst: Neue Leute kennenlernen, etwas anderes im Leben machen.

        Oder natürlich in weit verbreiteten Internetmedien rumjammern, wie das die kritisierte Feministin tut. Kann man das als Mann wirklich? Nein? Ah. Den Punkt Hast Du halt ignoriert, und das finde ich Doppeldenk,

        > Dass “die Frauen” ohne Einschränkung der Allgemeinheit zu 80% männerhassend sind, kann ich mir tatsächlich nicht vorstellen.

        Natürlich nicht. Also, nicht mit einer vernünftigen Definition von “Hass”. Mit einer revers-feministischen schon. Das ist der eigentliche Punkt.

        Aber die wirklich relevante “Einsicht” hast Du ja schön hingeschrieben. Und ich kenne “Sandman” nicht.

      • Es ist wie so oft in letzter Zeit: Ich finde die anderen Kommentare lesenswerter als das, was ich ursprünglich geschrieben habe. 🙂

        “Oder natürlich in weit verbreiteten Internetmedien rumjammern, wie das die kritisierte Feministin tut. Kann man das als Mann wirklich? Nein? Ah. Den Punkt Hast Du halt ignoriert, und das finde ich Doppeldenk,”

        Um mich selbst aus dem ursprünglichen Kommentarstrang zu zitieren:
        “Das Herumheulen à la “Wo sind all die guten Männer hin?”, “Warum finden moderne Frauen keinen Partner?”, für das Frauen einen Platz in Zeitungen bekommen, mag nervig sein, wird aber nicht zu dem Umschwung führen, dass sie plötzlich von zahlreichen Männern als attraktiv empfunden werden. Sicher, eine Ungleichheit, denn welcher Mann könnte es sich erlauben, so über Frauen zu reden, aber ich kann damit leben.”

        Also in meiner Lesart nicht ignoriert, aber als (für mich) nicht so wichtig erklärt. Das kann natürlich jeder anders gewichten.

        Ich versuche inzwischen radikalfeministische Kommentare und Artikel weitgehend zu umfahren. Es macht mir einfach keinen Spaß und ich sehe keinen Ansatzpunkt, da irgendwo zu diskutieren. Vielleicht ändert sich das wieder. Es hat mich aber zu einem glücklicheren, zufriedeneren Menschen gemacht, das so zu tun.

        Die Jammerartikel aus Zeitungen hatte ich mir allerdings schon als Thema vorgemerkt, gerade unter dem Gesichtspunkt “Man stelle sich einmal vor, ein Mann würde so über Frauen schreiben” und “Es gehört zur Freiheit anderer Menschen, sich nicht so zu verhalten, wie es einem selbst am besten passen würde”. Sogar verbunden mit MGTOW im Sinne von “ich mache meinen eigenen Kram”, aber auch mit der allgemeinen Reaktion “Ehe und Beziehung sehe ich als zu kostspielig an, da mache ich lieber etwas anderes”.

      • @Graublau: Danke auch für diese Klarstellung. Ich verstehe den OP (hatte ich nicht gelesen) nun nicht so, dass es Dir davon “nicht so wichtig” sei, was ich nun wieder problematisch fände, wenn es absolut wäre – mirwegen jammern die, bis sie tot sind, aber irgendwer muss ja deren gescheiterte Existenzen finanzieren, und solange das ich (und meine Frau) sein könnten, ist es mir halt nicht egal. Ja, überlebe ich natürlich, und wenn’s mir zu blöd wird, kann ich ja auch gehen.

        Ich stelle zunehmend fest, dass ich kaum noch MSM konsumiere. Ich habe zum Einschlafen ZDFinfo(doku?), N24 oder den dritten Sender laufen, wo irgendwie monoton erzählte Dokus laufen, aber das war’s mit TV-Konsum (außer Serien, aber die kommen übers Netz. Und mal SternTV, aber das wird auch schlechter). Von 4U9525 habe ich aus dem Spinner-Verschwörungstheorieblog “alleschallundrauch” erfahren. Also, eigentlich nicht, ich dachte, der erfindet einfach eine abstruse Verschwörungstheorie. Dass da tatsächlich ein Flugzeug runtergekracht ist, taucht dann bei AE auf, und dann macht EMN einen Comic dazu. Dann schaue ich heute Mittag die Pressekonferenz von LH/4U und bewundere den CEO dafür, dass er auf englische Fragen, ohne mit der Wimper zu zucken, auf Deutsch antwortet. Also nicht, weil ich das super bewundernswert finde, das ist sein Job, sondern weil ich keinen deutschen Politiker kenne, der das könnte. Also, zumindest nicht das, was der CEO 10 Minuten später macht, nämlich die Frage dann auch noch ganz spontan auf Englisch zu beantworten. Gut, sein Englisch war nicht beeindruckend, vielleicht wie meins (plusminus), aber sich da hinzusetzen und Fragen so zu beantworten, und das verglichen mit dem Gestammel der Politiker bei den Bundespressekonferenzen…. DAS ist traurig. Das wäre mal einen Meinungsartikel wert. Und was kommt stattdessen? Betroffenheitsgetue auf dem Bildblog (nein, lese ich nicht, aber irgendwer hat es verlinkt). Und die beschweren sich tatsächlich darüber, dass die Presse “Sensationsberichterstattung” macht, und zeitgleich darüber, dass die Presse Börsenberichte über den LH-Aktienkurs macht. Und da denke ich mir: Ja was denn nun? Ist das einzige, was mich interessieren darf, dass die 140 Leute tot sind, und meine einzige Reaktion darf sein, dass ich da wahnsinnig Mitleid habe?

        Gut, ich habe keine LH-Aktien, ich kenne keinen aus 4U9525, und ich fliege im Mai viermal mit dem gleichen oder einem ähnlichen Flugzeugmodell (allerdings mit Turkish Airlines) und bin daher dankbar, dass ich im statistischen, jährlichen Absturz nicht drinsaß. Bin ich jetzt ein schlechter Mensch? Und das ist genau das Gleiche wie mit dem feministischen Gejammer. Mit der zentralen Ausnahme, dass mir jeder, der einen Artikel über meine Luxusprobleme lesen würde, auch sagen würde, dass ich total zum Kotzen bin. Anderer Leute Luxusprobleme hingegen erregen mediale Aufmerksamkeit. Selbst dann, wenn sie selbstverschuldet oder schlicht erfunden sind. Und da sage ich dann halt das, was ich dazu zu sagen habe: Zum Kotzen – und selbst schuld.

        Ich werfe es ja nun auch nicht der EU oder den Griechen vor, dass sie die linken wie rechten Extremisten gewählt haben, weswegen die neue Marina in Rhodos (mal wieder) nicht fertig wird. Ich schreibe da auch keinen Jammerartikel. Ich segle nach Zypern. Aber deswegen finde ich die Welt trotzdem scheiße, weil ich von Zypern kommendes Jahr nach Syrien, Libanon, Israel weiter wollen würde, und die gottverdammten Kamelficker da unten schaffen es wahrscheinlich bis dahin nicht, ihre Länder in Ordnung zu bringen. Aber mal ganz ehrlich, denkt irgendwer, ich dürfte mich darüber beschweren? Nein. Oder? Eben. Und im Gegensatz zu Feministinnen, die keine ordentlichen Männer abbekommen (wo ich ganz genau sagen kann, woran das liegt) kann ich absolut überhaupt nichts dafür, dass in Syrien Bürgerkrieg ist. Und in Hezliyah auch mal das eine oder andere Attentat passiert. Und selbst wenn da unsere Regierung was für kann: Ich hab die nicht gewählt. Die Feministen hingegen haben sich das so ausgesucht. Die 4U9525-Passagiere waren auch alle freiwillig an Bord eines der sichersten Verkehrsmittel der Welt. Mein Mitleid hält sich da in Grenzen, vor allem, wenn keiner welches mit mir hat. Und wenn jemand mich für meine “Probleme” bemitleiden würde, hielte ich ihn für bekloppt.

        Puh… ich habe offenbar nicht nur Probleme mit Doppeldenk, ich habe auch Probleme mit Mainstream-Denk. Vielleicht sollte ich einfach in Zypern bleiben. Wenigstens für ein paar Jahre. Im Notfall ist man von da ja schnell in der anderen Hälfte, oder in der Türkei, oder bei irgendwelchen Spinnern – also quasi Zuhause.

      • Korrektur: Ich entschuldige mich bei “den gottverdammten Kamelfickern da unten” für meine mangelnde Bildung; das ist nur ein sprachliches Mittel gewesen. “Dromedarficker” klingt nun aber doof, insofern würde ich das durch “Menschen” ersetzen.

  4. “Wenn Lauren Martin in irgendeiner Form normal und repräsentativ für die junge Frau von heute ist..”

    Ist sie ziemlich sicher nicht für deutsche jüngere Frauen, vermutlich noch nicht einmal für die US-amerikanische Mittelklasse-Frau (um den Text geographisch richtig einzuordnen).

    elitedaily schätze ich als Klatsch- und Tratsch-Zeitung für Frauen in den US ein. Lauren Martin wird dafür bezahlt, clickbaits zu schreiben, also schriftlich abzulästern und für Klamauk und Unterhaltung zu sorgen. Deswegen ist es auch OK, wenn sie heute das Gegenteil von dem schreibt, was sie vor einer Woche schrieb, man muß ja das ganze Meinungsspektrum bedienen. Ernst nehmen sollte man das alles nicht, zu einer ernstzunehmenden soziologischen Analyse scheint mir die Dame und die ganze Zeitschrift nicht fähig. Ich tendiere eher dazu, darüber zu lachen, Karneval eben.

    Auf eine diffuse Art kann es natürlich mit der tatsächlichen Stimmung beim Zielpublikum zusammenhängen oder sie beeinflussen. Die tatsächliche Stimmung muß man aber für einen Vergleich aus seriöseren Quellen kennen. Dafür sind die zitierten PEW-Studien (bei denen ich übrigens die Stichproben verdächtig klein finde) eine bessere Quelle. Selbst diese kann man nicht auf Deutschland übertragen, dazu sind mMn die Nordamerikaner und wir kulturell viel zu verschieden. Dating a la USA gibt es bei uns nicht. Die sinkenden Heiratszahlen lösen in der sehr religiösen US-Gesellschaft großes Gejammere aus, während wir stärker an das Zusammenleben ohne Trauschein gewöhnt sind.

    Mich plagt jedenfalls der Verdacht, daß ich meine Zeit verschwende, wenn ich mich mit diesen US-amerikanischen Problemen beschäftige. Es gibt genug dringenderes hier vor Ort zu tun.

  5. Ein interessanter Aspekt in diesem Artikel ist, dass die Autorin das klassische Verführungsspiel, dessen Ausbleiben sie bemängelt, offenbar selbst nicht beherrscht. Und damit ist sie tatsächlich repräsentativ für junge Frauen, die sich allenfalls auf die zur Schau getragene Anspruchshaltung beschränken und fatale Verhaltensbruchstücke aus den Medien imitieren.
    Hier wird das deutlich: “It stems from a number of factors, but most prominently from the fact that men don’t know what the hell they want from us. They want the virgin and the whore. The want the slut and the good girl. They want the girl who’s hard to get, but they don’t know how to get her.”

    Sie glaubt, dass “hard to get” eine Anforderung von Männern ist. Dabei ist es nur eine als Stilmittel vor”gelebte” Attitüde, die im Flirt nichts zu suchen hat.
    Womit sie es verwechselt: Was die meisten Männer in unterschiedlichem Maße abschreckt, ist weibliche Promiskuität. Beide Geschlechter nehmen eine biologische Selektionsentscheidung vor. Die Frauen haben dabei das letzte Wort, aber auch der Mann sieht sich um und entscheidet, wen er anspricht. Promiskuität bedeutet einfach, dass die Entscheidung der Frau für den jeweiligen Betrachter “zu oft” positiv ausfällt. Der Mann möchte nicht den “Wanderpokal”. “Hard to get” bedeutet hingegen, dass die Entscheidung positiv ist, aber eine negative Entscheidung vorgetäuscht wird, in der Hoffnung, dass dann noch irgendwas passiert, um die Frau zu bewegen, ihre Maske fallen zu lassen. Das passiert natürlich nicht, am wenigsten bei “echten Männern”. Eher bei solchen, die um Zuneigung betteln, wie Martin es wohl tatsächlich erlebt.
    Erstens widerspricht es grundlegenden sozialen Normen, für eine fremde Person ein besonders hohes “Investment” einzugehen. Das Maß ist mit dem sozialen Risiko einer sexuell motivierten Annäherung ausgeschöpft, gerade im heutigen Normenkontext westlicher Gesellschaften. Der Ball liegt damit im gegnerischen Feld. Der Mann kann dann auch erwarten, dass er entweder höflich, aber bestimmt, abgewiesen wird oder, im Fall einer positiven Reaktion, die Frau sich auch nahbar zeigt, also die EIndeutigkeit seiner Selektionsentscheidung spiegelt. Zweitens ist es schon ein praktisches Problem, dass die Abweisungen von freundlichen Frauen (also wenn sie nicht von unreifen/schlecht erzogenen demütigend erfolgt) selten ausreichend bestimmt sind, um einen Kontrast zu “hard to get” zu bilden.

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