Tagesschauredaktion gründet einen Schavan-Fanclub

Den Gründungsbericht gibt es hier.

Als Bundesbildungsministerin Annette Schavan im Frühjahr 2011 zu Gast beim damaligen Vatikanbotschafter war, da soll sie von diesem Posten geschwärmt haben: “Botschafterin in Rom, das wäre doch was!”, soll sie gesagt haben.

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Als sie ihr Beglaubigungsschreiben Papst Franziskus übergab, erschien sie – wie vom vatikanischen Protokoll vorgesehen – ganz in Schwarz mit Kopfbedeckung. Für die “Bunte” dagegen ließ sie sich auf einer knallroten Vespa vor dem Petersdom fotografieren. Soll heißen: So ernst nehme ich das hier nun auch wieder nicht.

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Den Verlust des Ministerpostens hat Annette Schavan bestens verkraftet, der Vorwurf der vorsätzlichen Täuschung verletzt und beschäftigt sie bis heute. Dazu muss man die Botschafterin nur bei der Arbeit beobachten. Wie die Theologin im Gespräch mit Besuchern aus dem Kopf päpstliche Enzykliken zitiert und demonstriert, dass sie auch den nötigen Sachverstand für diesen Posten mitbringt.

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Nach dem Skandal um ihre Doktorarbeit ist die Diplomatenkarriere in Rom für Annette Schavan nicht nur ein Traumjob, es ist auch der Versuch einer akademischen Ehrenrettung.

Zu der Möglichkeit einer akademischen Ehrenrettung qua Theologie.

Was für einen guten Job sie als Ministerin gemacht hat.

Denn aus der Abteilung von Schavans Abteilungsleiter Lukas flossen Millionenbeträge an ein Institut der Technischen Universität Berlin. Diese bedachte den leitenden Ministerialbeamten wiederum mit einer besonderen Ehre – und machte ihn zum Honorarprofessor. Sein Fall zeigt, wie lässig der Umgang mit Titeln in Deutschland gehandhabt wird. Das Bildungsministerium selbst förderte diese Praxis. Allen voran: Annette Schavan.

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Dass Annette Schavan also ein recht großzügiges Verhältnis zu Titeln pflegte, dafür bedarf es gar nicht des Blicks auf ihre Doktorarbeit, die sie nun ihr Amt gekostet hat. Auch im Hinblick auf das Unwesen der Honorarprofessuren sah sie nie Handlungsbedarf.
Und das ist kein Wunder: Denn Schavan selbst ließ sich 2009, während ihrer Zeit als Bildungsministerin, von der Freien Universität Berlin zur Honorarprofessorin machen.

Und ein wenig Hintergrund zu Schavans Versetzung in den Vatikan.

Für mich sieht das im Moment so aus:

Merkel lässt zu Guttenberg von Friede Springer zunächst hochschreiben, die übertreibts aber. Zu Guttenberg wird zu populär und als Kanzlerkonkurrent gefährlich. Merkel lässt ihn von Springer wieder runterschreiben, funktioniert aber nicht.

Also lässt Merkel ihn vom Profikiller exekutieren, bisschen Gift aus dem Kompromatkoffer. Zu Guttenberg ist politisch tot.

Merkel hat aber nicht damit gerechnet, dass sich in der Blogosphäre plötzlich anonyme Plagiatsjäger mit bunten Webseiten bilden, und die von sich aus weitermachen und sich das zum Steppenbrand entwickelt.

Zunächst erwischt es unwichtige Politiker wie Koch-Mehrin. Macht nichts, stört nicht wirklich. Im Gegenteil, macht die FDP gefügiger.

Dann aber trifft es eine der „Besten Freundinnen”, hier eben Schavan. Entweder stört das Merkel ganz gewaltig, und sie wird von sich aus aktiv, oder Schavan macht ihren Kompromatkoffer auf und erpresst Merkel. Denn Schavan ist stinksauer darüber. Vielleicht braucht sie nicht mal einen Kompromatkoffer. Vielleicht genügt es schon zu wissen, dass Merkel zu Guttenberg abgeschossen hat. Das wäre ja schon ein Brüller.

Merkel versucht, Schavan zu retten, und setzt alles in Bewegung. Alles, was in der Wissenschaft groß und korrupt ist, wird in Bewegung versetzt, um die Uni Düsseldorf zu bombardieren. Die ganze Armee wird mobilisiert.

Klappt aber wider Erwarten auch nicht.

Das Ergebnis: Merkel hat auf zu Guttenberg geschossen und Schavan versehentlich mit abgeschossen. Und noch schlimmer: Um ihre Regierung nicht zu kompromittieren, musste Merkel ihre Freundin Schavan aus dem Amt schubsen.

Und zur Wiedergutmachung – oder weil deren Kompromatkoffer noch offen ist – bekommt Schavan als gläubige Katholikin (von wegen Wissenschaftsministerin…) die hochbezahlte Stelle als Botschafterin am Vatikan, obwohl sie mangels Berufsabschluss dafür nicht qualifiziert ist. Könnte ja sonst das eine oder andere ans Licht kommen.

Qualitätsjournalismus… Ich find das toll. Da bezahle ich gern GEZ-Gebühren.

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